Regestendatenbank - 174.569 Regesten im Volltext

RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

Sie sehen den Datensatz 74 von insgesamt 1068.

Bischof Bruno von Toul nimmt nach reiflicher Überlegung, intensivem Fasten, mehreren Visionen und einem Sündenbekenntnis vor den versammelten Bischöfen und Fürsten die drei Tage zuvor durch Kaiser Heinrich III. erfolgte Nominierung als Papst (n. 401) in Anwesenheit einer römischen Gesandtschaft unter der Bedingung des einstimmigen Konsenses des römischen Volkes an.

Überlieferung/Literatur

Erw.: nn. 541; †548, 616, 629, 630, †689, 771, †863; Hermann von Reichenau, Chr. 1049 (MG SS V 128); Epitaphium d. Leonis papae (Dümmler, Gedichte aus dem 11. Jahrhundert 175f.); Epitaphium Heinrici III. (Dümmler, Gedichte aus dem 11. Jahrhundert 176); Vita Leonis IX (Wibert-Vita) II 2 (1), 4 (2), 27 (14) (Krause, MG SS rer. Germ. 70/2007, 174, 178, 240f.); Anon. Haserensis, Gesta ep. Eistetensium 36, 37 (Weinfurter 63); Vita Leonis IX I 1 (Poncelet 277); Vita Leonis IX 3 (Escorial-Vita) (Tritz 359); Amatus von Monte Cassino, Hist. Normannorum III 15 (De Bartholomaeis, FSI 76/1935, 128); Ann. Rom. (Duchesne II 333); Lampert von Hersfeld, Ann. 1047 (Holder-Egger, MG SS rer. Germ. 38/1894, 62); Bruno von Segni, Libellus de simoniacis 2 (Sackur, MG Ldl II 547); Benzo von Alba, Ad Heinricum IV libri VII 2 (Seyffert, MG SS rer. Germ. 65/1996, 590); Beno, Gesta II 8 (Francke, MG Ldl II 378, 379); Vita Leonis IX (Borgia II 309ff.); Bernold von Konstanz, Chr. 1049 (MG SS V 426); Gesta ep. Tullensium 40, 41 (MG SS VIII 645); Johannes Wigorniensis, Chr. 1071 (Darlington/McGurk, Chronicle II 548); Ann. Admuntenses 1047 (MG SS IX 575); Annalista Saxo 1048 (MG SS XXXVII 389); Ann. S. Blasii 1043 (MG SS XVII 276); Ann. s. Petri Erphesfurtenses antiqui 1049 (Holder-Egger, MG SS rer. Germ. 42/1899, 6); Otto von Freising, Chr. VI 32 (Hofmeister, MG SS rer. Germ. 45/1912, 300); Romuald von Salerno, Chr. 1049 (Garufi, SS rer. Ital. VII/1, 1935, 181); Theodor monachus, Ann. Palidenses (MG SS XVI 69); Anon. Zwettlensis, Hist. Rom. pont. (Migne, PL 213, 1031); Catal. pont. Rom. Viterbiensis (MG SS XXII 349); Eike von Repgow, Zeitbuch (Massmann 340); Ann. Marbacenses 1027 (Bloch, MG SS rer. Germ. 9/1908, 28); Sächs. Weltchr. (MG DChr. II 172); Richer von Senones, Gesta II 18 (MG SS XXV 280); Martin von Troppau, Chr. (MG SS XXII 433); Balduin von Ninove, Chr. 1055 (De Smet, Recueil des Chr. de Flandre II 685); Flores temp. pont. (MG SS XXIV 246); Ricobald von Ferrara, Hist. Imp. (Muratori, SS rer. Ital. IX 121); Johannes von Bayon, Hist. Mediani monasterii II 53 (Belhomme 246); Johann von Viktring, Liber Hist. (Schneider, MG SS rer. Germ. 36/1, 1909, 55, 71, 114f.); Martin von Fulda, Chr. 1051 (Eckhart, Corp. Hist. I 1682); Jean des Preis (dit Outremeuse), Myreur II (Brognet IV 253); Chr. Luneburgicum (Eckhart, Corp. Hist. I 1342); Dietrich Engelshus, Chr. (Leibniz, SS rer. Brunswic. II 1087); Hermann Corner, Chr. novella (Eckhart, Corp. Hist. II 586); Andreas von Regensburg, Chr. de ducibus Bavariae (Freher 175); Andreas von Regensburg, Chr. pont. et imp. Romanorum (Leidinger 46); Thomas Ebendorfer, Tractatus de schismatibus (Zimmermann, MG SS rer. Germ. NS 20/2004, 34); Werner Rolevinck, Fasciculus temp. (Pistorius/Struve, SS rer. Germ. II 540); Johannes Trithemius, Chr. Hirsaugiensis 63; Gallus Öheim, Chr. (Barack 109; Brandi II 90); Aegidius Tschudi, Chr. Helveticum 1049 (Stadler/Stettler I 66). Reg.: J p. 367; Mas Latrie, Trésor de chronologie 1280; JL I p. 529. Lit.: Chacón, Vitae et res gestae Pont. I 792; Gall. chr. XIII 731; XV 32; Höfler, Deutsche Päpste II 6f., 74; Hunkler, Leo IX. 57, 68f.; Spach, Saint Léon IX 7; Duhamel, Pape Léon IX 224ff.; Delarc, Pape alsacien 129ff.; Steindorff, Heinrich II 59f.; Brucker, L' Alsace I 185ff., 196; Martens, Besetzung des päpstlichen Stuhls 27ff.; May, Kritik mittelalterlicher Geschichtsquellen 19ff.; Hauck, Kirchengeschichte III 596f.; Martin, Hist. de Toul I 202; Müller, Itinerar 72f.; Martin, Saint Léon 69ff., 189; Stieve, Vita s. Leonis 13ff.; Pflugk-Harttung, Papstwahlen II 18ff.; Drehmann, Simonie 51ff.; Hefele/Leclercq, Hist. des Conc. IV/2 998f.; Guggenberger, Deutsche Päpste 44; Fliche, Réforme I 129f.; Mann, Popes VI 40ff.; Schmid, Kanonische Wahl 6, 70ff.; Kehr, Vier Kapitel 53f. (ND Ders., Ausgewählte Schriften 1247f.); Alfaric, Pape alsacien 50f.; Tellenbach, Libertas 121f.; Michel, Papstwahl 111f.; Huyghebaert, Léon IX et la lutte 418f.; Borino, Invitus 20f., 44; Bauerreiss, Kirchengeschichte Bayerns II 199; Sieffert, Altdorf 23; Stintzi, Leo IX. Lebensweg 51; Tritz, Hagiographische Quellen 220f., 257f.; Choux, Bruno de Dabo 100; Burg, Rôle et place de Saint Léon 105; Krämer, Papstnamensänderungen 175; Morghen, Programma della riforma gregoriana 65ff.; Stacpoole, Hildebrand 257f.; Hoffmann, Von Cluny zum Investiturstreit 188ff.; Garreau, Saint Léon IX 50f., 59f.; Hägermann, Papstwahldekret 169f.; Parisse, Vie religieuse en Lorraine 16; Brakel, Heiligenkulte 248f., 278; Krause, Über den Verfasser 68; Petrucci, Ecclesiologia e politica 28f.; Gussone, Thron und Inthronisation des Papstes 223; Zielinski, Reichsepiskopat 41, 43, 49, 82f., 88, 105f.; Horwege, Bruno von Egisheim 56ff.; Erkens, Trier 124ff., 143f.; D'Amico, Leone IX e il Meridione 11; Borgolte, Petrusnachfolge 144; Blumenthal, Rom in der Kanonistik 29; Laudage, Gregorianische Reform 21ff.; Martin, Salischer Herrscher als Patricius Romanorum 262f.; Berschin, Biographie und Epochenstil IV/1 207; Haarländer, Vitae episcoporum 293f., 303, 519f.; Goullet, Vie de Léon IX 197; Munier, Léon IX 108f., 266f.; McQuillan, Political Development 22, 38; Parisse, Léon, pape européen 85; Twyman, Papal Cerimonial 91, 158; Piazzoni, Riforma, Eigenkirche 1185f.; Vauchez, Sainteté 39f.; Minnerath, Projet réformateur 119f.; Weinfurter, Sancta Aureatensis eccl. 128; Schrör, Iussit eum papa Rome residere 42ff.; Cushing, Reform and Papacy 65ff.; Weinfurter, Canossa 77f.; Scholz, Politik 429f.; Bur, Léon IX et la France 254; Kupper, Léon IX, l'Empire et l'Église 273; Chazan, Léon IX dans l'historiographie 594; Krause, Touler Vita 7f.; Sütterle, Salier und Elsass 107; Schrör, Metropolitangewalt 96ff.

Kommentar

Die ausführlichste Lebensbeschreibung Leos IX., die sog. Wibert-Vita, teilt mit, dass Bischof Bruno von Toul nach seiner Nominierung zum Papst eine dreitägige Bedenkzeit erbat (n. 401), die er mit Gebet und hartem Fasten verbrachte (triduanam consulendi deposcit spatium, in quo ieiuniis vacans et orationibus, omnino sine cibu potuque permansit). Die Borgia-Vita Leos IX. gibt drei Argumente, welche für den Touler Bischof bei der Frage der Übernahme des ihm angetragenen Amtes zu berücksichtigen waren: 1. hielt er das Amt für gefährlich (universalem ... eccl. regere periculosam ducebat). 2. wusste er, dass, wer sich dem Wunsch des Königs entzieht, auch der göttlichen Anordnung widersteht (Dei ordinationi resistit). 3. wäre es sehr lästig, die eigene Kirche zu verlassen (molestum, gregem sibi dimittere commissum). Aus Furcht vor dem angetragenen Amt soll der Kandidat in der ersten Nacht sogar geflohen, jedoch gefasst und zurück gebracht worden sein (Borgia-Vita: honoris cupiens devitare pondus, fugam frustra paravit ... preventus ab imp. atque retractus ab itinere). In dieser Zeit fügt die Vita einen Wunderbericht ein und vermutlich ist hier auch der Bericht über eine Vision anzusetzen, den die Wibert-Vita an früherer Stelle (II 1 174) ebenfalls aus Worms berichtet: Bruno sei im Traum in den Dom von Worms geführt worden, wo er eine Schar Kleriker vorfand, unter denen er einen als seinen ehemaligen Archidiakon Bezelin erkannte. Dieser informierte ihn, dass es sich bei den Männern um Kleriker handle, die im Dienst des hl. Petrus verstorben seien. Danach habe der hl. Petrus mit dem hl. Stephanus am Altar Gottesdienst gefeiert und ihm selbst (Bruno von Toul) fünf goldene Kelche, dem Folgenden drei, einem dritten aber nur einen Kelch übergeben, was im Nachhinein als Prophezeiung über die Amtsjahre Leos IX. selbst und seiner beiden Nachfolger Viktor II. und Stephan IX. gedeutet wurde. Dieselbe Geschichte berichtet die Borgia-Vita, allerdings leicht abgewandelt; so geht es hierin nicht um die Amtszeiten der Päpste, sondern Petrus überreichte Bruno fünf Kelche, die dieser alle austrank, danach einen viel schöneren sechsten. Bei dessen Austrinken erwachte Bruno und interpretierte angeblich die Zahl als die Jahre seines Pontifikats, das Bildsymbol des Kelches jedoch in Anspielung auf Mt 26, 42 als Aufforderung zur Annahme des Martyriums und Amtes. Diese Vision berichten ebenfalls (in der Wibert-Version) Theodor monachus, Chr. Luneburgicum und die Sächs. Weltchr., wobei letztere allerdings das Geschehen nach Rom verlegt. In abgewandelter Form berichtet der Anon. Haserensis (Gesta ep. Eistetensium 37 [Weinfurter 64]) einen Teil der Vision zum Lebensende des Papstes; Leo habe damals einen jungen Mann in Papstgewändern gesehen mit drei Kelchen in den Händen, woraus er geschlossen habe, dass sein Nachfolger jünger sein und drei Jahre das Petrusamt ausüben werde (vgl. nn. 1146, 1310). Eine weitere Vision bzgl. der künftigen Amtszeit berichtet Baronius, Ann. eccl. XI (Venedig 1712) 142 (zur Bedeutung von Visionen und Träumen vgl. Wittmer-Butsch, Bedeutung von Schlaf und Traum 243ff., 341ff. und passim). – Nachdem in der Zwischenzeit Bischof Bruno die Entscheidung auf diese Weise herbeigeführt hatte, trat er nach drei Tagen (triduanam ... spatium [!]) erneut vor die Wormser Versammlung und versuchte, diese durch ein Sündenbekenntnis umzustimmen (Wibert-Vita: coram omnibus suam dixit confessionem, conatus quasi quadam suorum enormitate scelerum communem permutare electionem). Dieses Sündenbekenntnis steht in Zusammenhang mit der später sprichwörtlichen Milde Papst Leos IX. und wird in den Quellen geläufig als deren Ursache betrachtet. Weil auch dieser letzte Versuch, dem Amt auszuweichen, abgelehnt worden war, sah der Bischof sich genötigt, der Anordnung Kaiser Heinrichs und dem Wunsch der Reichsfürsten zu entsprechen, und nahm in Anwesenheit der römischen Gesandtschaft unter der Bedingung des späteren Konsenses der Römer die Wahl an (nullo modo se posse effugere imperiale praeceptum et commune omnium desiderium, coactus suscepit ... officium, praesentibus legatis Romanorum, ea conditione ... cleri ac Romani populi ... consensum). Der Widerstand Brunos bei der Übernahme des Amtes kommt auch in den anderen Quellen deutlich zum Ausdruck, sowie in den weiteren Handlungen bis zur Inthronisation in Rom (vgl. nn. 420, †421). – Mehrere Quellen (Anon. Haserensis, Chr. S. Benigni) lassen Leo IX. unter Übergehung Damasus' II. direkt auf Clemens II. folgen. Insbesondere Beno (invitus coactus), die Escorial-Vita (Tritz: invitus et nolens) und Dietrich Engelshus (coactus suscepit officium) betonen einen über die allgemeine Zurückhaltung bei der Annahme des Papstamtes hinausgehenden Widerstand des Kandidaten. Angesichts dieser Tatsache stellt sich die Frage, ob die Einfügung der Bedingung der "kanonischen Wahl" in die Wibert-Vita erst sekundär erfolgte, oder es nicht vielmehr denkbar ist, dass Bruno von Toul tatsächlich von vornherein diese kirchenrechtliche Bedingung aufstellte, um die Übernahme des Amtes schließlich doch noch vermeiden zu können. Viele Quellen führen die Erhebung verkürzend allein auf das Eingreifen des Kaisers zurück; besser kommt die Beteiligung eines Fürstentages in der Aussage der Ann. Rom. zum Ausdruck: inthronizatus est Leo ... ab imp. et ... principibus regny, wogegen unter Einfluss späterer Verfahren Romuald von Salerno behauptet, der neue Papst sei a populo Romano expetitus, a clero electus, ab imp. ... commendatus et ab episcopis ... consecratus, und Beno (samt Johannes Trithemius: destinatione imp. et electione card.) sogar eine Wahl des Kardinalskollegs unterstellt (ex consilio card.). Letztere Ansicht könnte nur dann eine geringe Plausibilität beanspruchen, wenn man annehmen wollte, die römische Gesandtschaft habe Bruno von Toul als Papst erbeten, und dies nach Anweisung der Kardinäle (die jedoch damals noch kein festes Gremium bildeten). In n. 616 erinnert der Papst sich an seine Tätigkeit in Toul und schließt daran die Bemerkung ad onus apostolatus s. Romanae eccl. fui evocatus Dei dispensatione; dasselbe drückt der Papst in n. 541 mit den Worten: factum est, ut huius internae dispensationis imutabilis ordo nostram de Tullensi episcopatus humilitate mediocritatem ad apostolicam promoveret sublimitatem oder in n. 629 de divinae bonitatis ..., quae sua gratia humilitatem meam in sede apostolica SRE sublimavit, bzw. n. 630 nos propitia diuinitas uniuersalem papam ... esse uoluit aus. Da die Quellen aber nicht strikt zwischen dem Verfahren der Nominierung des Papstes in Worms und seiner eigentlichen Erhebung und Inthronisation in Rom (n. 420) unterscheiden, sind Aussagen über andere Wahlkörper als Kaiser und Fürsten evtl. auf den Akklamationsakt in Rom (n. 420) zu beziehen. – Der Erwählte stammte aus der Familie der elsässischen Nordgaugrafen, sein Vater war Hugo IV. von Egisheim, seine Mutter Heilwig von Dagsburg (Wibert-Vita I 1 [Krause 88]: in dulcis Elisacii finibus, patre Hugone, matre vero Heiliwide) und war über seine Großmutter ein Vetter Kaiser Heinrichs III. (ebd.: Pater eius ... imp. Chuonradi consobrinus). Seit dem 19. Mai 1026 war er Bischof von Toul (Wibert-Vita I 12 [Krause 130]); nur Wilhelm von Malmesbury hält ihn für einen Bischof von Speier (Gesta reg. Angl. [Mynors/Thomson/Winterbottom I 348]); zur Familie vgl. Legl, Grafen von Dagsburg-Egisheim passim, zum Vorleben Leos IX. Horwege, Bruno von Egisheim 16ff., zur Erhebung zum Bischof von Toul Böhmer/Appelt, Regesten Konrads II n. 61d. – Irrtümlich berichtet der Liber Pont. (Duchesne II 275), Leo IX. habe seinen irregulären Vorgänger Gregor VI. aus dem Papstamt vertrieben (Hic praefatum Gregorium, qui archicanonicus aeccl. s. Iohannis porte Latine fuit ... de papatu Romano eiecit), was Thomas Ebendorfer (Chr. pont. Rom. [Zimmermann, MG SS rer. Germ. NS 16/1994] 328f.) nur unwesentlich präzisiert hic prefatum Gregorium de papatu Ro(mano) eiecit cum effecto. Die Behauptung des Liber Pont. ist umso überraschender, als er zuvor sowohl berichtet, dass Gregor VI. über die Alpen geführt worden sei (vgl. n. 373), als auch die Erzählung des Wilhelm von Malmesbury über das (angeblich) wundersame Ableben dieses Papstes einfügt, vgl. n. †328 (weitere Hinweise dort). Da Gregor VI. vor der Wahl Leos IX. bereits verstorben war (vgl. n. 387), entbehrt die Nachricht jeden Gehalts; es könnte höchstens vermutet werden, dass eigentlich ein Bezug zu den Maßnahmen Leos IX. gegen Benedikt IX. (nn. 521, 524, 540, 544) der Notiz zugrunde liegt. Die Ansicht Schrörs, der neu gewählte Papst habe die Annahme des Amtes von der Zustimmung der Römer abhängig gemacht, weil nicht er, sondern Halinard von Lyon deren Kandidat gewesen und dieser nicht zum Zug gekommen sei, weil er für Heinrich III. nicht akzeptabel war, mag plausibel scheinen, ist aber aufgrund der Tatsache, dass der Autor sich nur auf die Chr. S. Benigni bezieht und diese gegen ihren ausdrücklichen Wortlaut interpretiert (freiwilliger Verzicht Halinards auf das Amt) doch eher in Frage zu stellen. In der aus Kremsmünster stammenden Schrift De origine et ordine ducum Austriae 1050 (Loserth, Geschichtsquellen von Kremsmünster 58) wird Leo IX. mit Clemens II. verwechselt.

Nachtrag einreichen
Einreichen
Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. 402, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1048-12-03_1_0_3_5_2_74_402
(Abgerufen am 16.01.2017).