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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst Clemens II. verleiht Erzbischof Eberhard von Trier auf Intervention Kaiser Heinrichs III. (Heberardo s. Treverensis eccl. archiepiscopo ... supplicatio ... d. imp. augusti Henrici) das Pallium (palleum ... transmissimus) zum Gebrauch bei feierlichen Messen nach dem Vorbild seiner Vorgänger und ermahnt ihn zu einer vorbildlichen Amtsführung. Außerdem bestätigt er die Privilegien, welche frühere Päpste der Kirche von Trier erteilt haben (privilegium ... confirmationis earum rerum, que per seriem privilegiorum a ... pontificibus Rom. eccl. ... concesse sunt).

Originaldatierung:
Dat. kal. Oct. pm. Petri diac., bibl. et canc. SAS a. pontificatus d. Clementis II papae I, d. Henrici III imp. similiter I, ind. I.
Incipit:
Quod super oves Dei et ...

Überlieferung/Literatur

Orig.: – . Kop.: 1) 11. Jh., Koblenz, LHArch., Best. 1 A n. 38; 2) 12. Jh., Koblenz, LHArch., Best. 162 n. 1401 fol. 109v. Faks.: Pflugk-Harttung, Specimina II Tafel 114 (Kop. 1) (fragm.); Marburg, LBA. Drucke: Günther, Cod. dipl. Rheno-Mosellanus (Koblenz 1822) I 124; Beyer, Mittelrhein. UB I 381; Jank, Palliumurkunden 19; Gresser, Clemens II. 189. Reg.: J 3156; Beyer, Mittelrhein. UB II 651 n. 369; Regesten der Erzbischöfe zu Trier 10; Wauters, Table chronologique I 493; Goerz, Mittelrhein. Regesten I 374 n. 1314; Pflugk-Harttung, Päpstliche Originalurkunden 564 n. 831; Hacke, Palliumverleihungen 47 n. 86; Heydenreich, Metropolitangewalt n. 82; Santifaller, Elenco 350f.; Santifaller, LD 121; GP X/1 56 n. 94; JL 4151. Lit.: Steindorff, Heinrich II 11f., 27; Pflugk-Harttung, Scheinoriginale 439; Hacke, Palliumverleihungen 88, 113, 122, 125, 128; Kętrzyński, Palliuszu biskupów 211; Braun, Liturgische Gewandung 639; Paul Richter, Die kurtrierische Kanzlei im späteren Mittelalter (Leipzig 1911) 67f.; Lerche, Privilegierung 148, 186; Kehr, Vier Kapitel 52 (ND Ders., Ausgewählte Schriften 1246); Menzer, Jahresmerkmale 61; Kopczynski, Arengen 81; Santifaller, Elenco 146; Reitzenstein, Papst Clemens II. 13; Heydenreich, Metropolitangewalt 24, 140f.; Martí Bonet, Roma y las iglesias 212, 229; Jank, Palliumurkunden 17; Gresser, Clemens II. 105f.

Kommentar

Zur Überlieferung vgl. GP. Die Urkunde ist zum größten Teil geprägt von theologischen Aussagen über das Pallium, das non ad ornanda tantum corpora inventa, quantum ad hoc ut animas adornet; eingebettet in Überlegungen über den idealtypischen Bischof wird das Pallium beschrieben als: textitur de candido vellere ovis, ut conveniat nitidis non maculatis. Est etiam ibi inpressum s. crucis vexillum vexillum, ut dicamus cum apostolo 'gloriari me oportet in cruce Domini'. Auffällig ist, dass die sonst für Palliumverleihungen gebräuchlichen LD-Formeln nicht benutzt und die Palliumtage nicht aufgezählt sind. Das Privileg ist aber weniger als herkömmliches Pallienprivileg zu verstehen, denn als aus der Reformgesinnung des Papstes zu erklärendes Lehrschreiben über das bischöfliche bzw. erzbischöfliche Amt. Die Tatsache, dass hinsichtlich der Pallientage auf Privilegien früherer Päpste (die letzte erhaltene Pallienurkunde wäre jene Benedikts VIII. [1016 April 8] [JL 4010; Böhmer/Zimmermann, Papstregesten n. 1169; GP X/1 52 n. 85] [Zimmermann, PUU II 950 n. <500]) verwiesen und deren Zahl nicht vermehrt wird, ist mit dem Bestreben Clemens' II. zu erklären, die liturgischen Rechte nicht inflationär auszudehnen (vgl. n. 355). Ein Actum ist in der Urkunde nicht genannt; der Papst selbst befand sich am 1. Oktober mit Sicherheit schwer krank in S. Tommaso in Foglia (nn. 378, 379, 380), doch ist am selben Tag ein Privileg in Rom ausgestellt (n. 381). An der Echtheit wird nicht gezweifelt.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. 382, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1047-10-01_2_0_3_5_2_54_382
(Abgerufen am 16.12.2017).