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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst Clemens II. bestätigt Abt Jakob von (Ober) Theres (D. Würzburg) (Jacobo ... abbati monasterii sanctissimorum martyrum ... Stephani atque Viti, loco qui Tharisse vocatur), welches er selbst als Bischof von Bamberg mit Erlaubnis Kaiser Heinrichs (III.) zum eigenen Seelenheil und demjenigen des Kaisers errichtet hat (nos ipsi ereximus ... ad salutem animae nostrae nostrique filii d. Henrici Romanorum imp. Augusti), den gesamten Besitz des Klosters, insbesondere aber die Klosterkirche und eine von Bischof Bruno von Würzburg eingetauschte Kapelle in (Groß) Wenkheim mit Zubehör (eccl. in Tharissa et oratorium in Wenckheim ... a fratre ... Brunone Wirceburgensis ... commutantes) und erlässt ein Perturbations und Alienationsverbot. Scr. mense Septembri, ind. I.

Originaldatierung:
Dat. Romae kal. Oct. pm. Petri diac. bibl. sacrae AS a. d. Clementis II papae I, d. Henrici III imp. similiter I.
Incipit:
Apostolicae sedis fortissimus clypeus tantus ...
Schreiber:
Scr. mense Septembri, ind. I.

Überlieferung/Literatur

Orig.: – . Kop.: 1) 11. Jh., Würzburg, StArch. Rep. A. 190 n. 885a; 2) 1467 Dez. 18, Würzburg, StArch., Würzburger Urkunden n. 6966; 3) 16. Jh., Würzburg, StArch., Libri diversarum formarum 73 (olim: 72) fol. 228v; 4) und 5) 17. Jh., Würzburg, StArch., Libri diversarum formarum 52 (olim: 50) fol. 116 (p. 245) und 121 (p. 255); 6) 17. Jh., Würzburg, StArch., Standbuch 638 (olim: 227) fol. 65; 7) 1603, Würzburg, StArch., Standbuch 643 (olim: 232) p. 7; 8) 17. Jh., Bamberg, StArch., B 21 n. 1 fol. 249v; 9) 17. Jh., Würzburg, StArch., Standbuch 644 (olim: 234) fol. 303; 10) 1720, Würzburg, StArch., Standbuch 718 (olim: 273) fol. 481; 11) 18. Jh., Würzburg, UniBibl., M. ch. q. 72 fol. 223; 12) 18. Jh., Würzburg, UniBibl., M. ch. q. 85 fol. 262; 13) 18. Jh., Würzburg, StArch., Standbuch 649 (olim: 231) p. 3; 14) 1765, Bamberg, StBibl., J.H.Msc. hist. 8 Cod. prob. fol. 36; 15) 18./19. Jh., Würzburg, StArch., HV Ms. qu. 51 fol. 13v. Erw.: Martin Hoffmann, Ann. Bambergenses II 21 (Ludewig, SS rer. ep. Bambergensis I 69). Faks.: Neukam, Urkunde für Kloster Theres Abb. 3; Gabriel Vogt, Burg und Dorf, Kloster und Schloß Theres am Main (Münsterschwarzach [1979]) 22 (Kopie 1). Drucke: Aemilianus Ussermann, Ep. Wirceburgensis (St. Blasien 1794) Cod. prob. 19; Ussermann, Ep. Bambergensis Cod. prob. 33; Migne, PL 142, 585; Neukam, Urkunde für Kloster Theres 233; Vogt, Burg und Dorf 23, 24 (deutsche Übersetzung); Gresser, Clemens II. 186, 187 (deutsche Übersetzung). Reg.: Höfler, Deutsche Päpste I 340 n. 12; Jäck, Beiträge zur Urgeschichte Bambergs 26; J 3155; Santifaller, Elenco 350; GP III 220 n. 1; GP III 252 n. 10; Guttenberg, Regesten der Bischöfe von Bamberg n. 240; Santifaller, LD 121; JL 4150. Lit.: Looshorn, Geschichte des Bistums Bamberg I 354f.; Steindorff, Heinrich II 26f.; Wittmann, Suidger von Bamberg als Clemens II. 230; Kehr, Scrinium 80 (ND Ders., Ausgewählte Schriften 140); Lerche, Privilegierung 148, 163, 194; Guggenberger, Deutsche Päpste 36f.; Poole, Forms of Papal Documents 177; Mann, Popes V 276, 283f.; Menzer, Jahresmerkmale 61; Kopczynski, Arengen 65; Santifaller, Elenco 146f.; Bresslau, Urkundenlehre3I 225; Fichtenau, Arenga 114; Reitzenstein, Papst Clemens II. 13; Kloos, Päpste aus Bamberg und Eichstätt 81; Neukam, Urkunde für Kloster Theres passim; Vogt, Burg und Dorf 20ff.; Timmel/Zimmermann, Suidger 14; Zimmermann, Suidger von Bamberg 128, 132; Finck von Finckenstein, Bischof und Reich 167; Scholz, Transmigration 252f.; May, Ego 33; Zimmermann, Papst Clemens II. 14, 24; Erik Soder von Güldenstubbe, Würzburg, das Mutterbistum von Bamberg, und die Bistumsgründung 1007 (Josef Urban, Das Bistum Bamberg um 1007. Festgabe zum Millennium [Bamberg 2006] 47-86) 82f.; Eberl, Bamberg und seine Abteien 357; Gresser, Clemens II. 27ff.; Paulus, Pfalzgrafenamt 271.

Kommentar

Zur Überlieferung vgl. GP III 220 n. 1 und Guttenberg, sowie Neukam 227, 231. Neukam fand und edierte die Kopie 1), eine im 11. Jahrhundert verfasste Abschrift der Urkunde. In dieser ältesten Textversion fehlt allerdings die Passage über Theres und Wenkheim, die Neukam aber dennoch der echten Papsturkunde zuordnen möchte. In der Arenga formuliert der Verfasser Primatsvorstellungen; geschrieben wurde die Urkunde vermutlich in San Tommaso in Foglia, wo der Papst sich spätestens seit dem 24. September 1047 aufhielt (vgl. nn. 378, 379, 380). Davon abweichend nennt die Datierung Rom als Ausstellungsort (laut Jaffé/Löwenfeld von zweiter Hand); es wäre die einzige Urkunde Clemens' II. mit Angabe des Ausstellungsorts. Wenn kein Versehen des Kanzlers oder Kopisten unterstellt werden soll, muss angenommen werden, dass das Privileg vom bzw. beim Papst in S. Tommaso in Foglia um den 24. September geschrieben wurde, wo nach nn. 379 und 380 die Anwesenheit des hier nur als Bibliothekar, nicht – wie sonst üblich – auch als Kanzler titulierten Petrus Diaconus anzunehmen ist. Dieser müsste das Dokument dann nach Rom genommen und dort am genannten Datum formal mundiert haben. Die Aufnahme des Ausstellungsortes in das Eschatokoll ließe sich evtl. dadurch erklären, dass eben der Platz, wo das Dokument geschrieben wurde, nicht der Ausstellungsort war. Die Datierung weist mit der Nennung des Kaiserjahres noch eine weitere, bei Clemens II. noch häufig zu beobachtende Eigentümlichkeit auf. Im Diktat finden sich Anklänge an die um die gleiche Zeit abgefassten nn. 379 und 380. Fragwürdig ist das Imperfekt in der Formulierung cum s. Bambergensi eccl. praeessemus, da Clemens II. dieses Amt auch als Papst beibehalten hatte (vgl. n. 334). Zur Gründung des Klosters vgl. Guttenberg, Regesten der Bischöfe von Bamberg n. 225.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. 381, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1047-10-01_1_0_3_5_2_53_381
(Abgerufen am 29.03.2017).