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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,2

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Papst Clemens II. begleitet Kaiser Heinrich III. auf dessen Reise nach Süditalien.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Leo Marsicanus, Chr. Casinensis II 78 (MG SS XXXIV 323). Reg.: – . Lit.: Steindorff, Heinrich I 323ff., 327f.; Heinemann, Geschichte der Normannen 107; Müller, Itinerar 62; Mathis, Benedetto 540f.; Kehr, Vier Kapitel 51 (ND Ders., Ausgewählte Schriften 1245); Violante, Pataria 68f.; Reitzenstein, Papst Clemens II. 12; Hirsch/Schipa, Longobardia meridionale 203; Clementi, Relations 198f.; Petrucci, Rapporti di Leone IX 78; Zimmermann, Suidger von Bamberg 131f.; Zimmermann, Papst Clemens II. 20f.; Lombardi, Vita e morte di Clemente II 74; Martin, L'émpire vu de Bénévent 106; Johrendt, Reisen der Reformpäpste 78f.; Munier, Léon IX 204; Scholz, Politik 425.

Kommentar

Die Tatsache, dass der Papst den Kaiser auf dessen Reise nach Süden von Rom aus begleitete, ergibt sich aus den gemeinsamen Aufenthalten in Rom und Benevent (und den nn. 329, 330, 331, 357, 358 und 364); Leo Marsicanus erwähnt im Rahmen der Reise des Kaisers auch die Anwesenheit Clemens' II: Romano pontifice, qui cum illo tunc erat, was sich jedoch im engen Sinn nur auf den Beneventaner Aufenthalt (n. 364) bezieht und nicht unbedingt die gesamte Reise umfassen muss. Es ist nicht zu klären, ob alle einzelnen Stationen der Reise von beiden Persönlichkeiten aufgesucht wurden; so ist in Salerno zwar Clemens II. erwähnt (n. 362, 363), jedoch nicht der Kaiser, während der Papst in den Nachrichten vom Montecassiner Aufenthalt Heinrichs III. (Ende Januar) keine Erwähnung findet. Die weithin verbreitete Ansicht (Steindorff; Kehr, Vier Kapitel; Johrendt; Munier), Kaiser und Papst hätten die Reise gemeinsam unternommen, ist daher aus den Quellen weder zu beweisen noch zu widerlegen. Da Heinrich III. am 3. Februar in Capua urkundet (DHIII. 184. Bresslau/Kehr, MG Dipl. V 227) und zuvor Montecassino besucht hatte, ist die Abreise aus Rom im letzten Drittel des Januar anzunehmen. Verblüffend ist die These von Lombardi, Vita e morte di Clemente II passim, Clemens II. habe den Kaiser nicht nur auf seiner Reise nach Süditalien begleitet, sondern sei auch anschließend bis zum Aufenthalt in Ravenna am 3. April (Daten nach Müller, Itinerar 62ff.) in dessen Gefolge geblieben. Von Ravenna aus soll Clemens II. dann, um die Passage durch die von den ihm feindlich gesinnten Bischöfen besetzten Diözesen Pesaro und Fano (vgl. aber n. 360) zu vermeiden, die Via Flaminia verlassen haben, um auf einer Transversale die genannte Straße bei Fossombrone wieder zu erreichen. Unterwegs sei der Papst erkrankt und habe deshalb die Zeit von ca. April bis zu seinem Tod im Kloster S. Tommaso in Foglia verbracht. Allerdings lässt sich diese Theorie quellenmäßig nicht belegen; eine erhöhte Anzahl von päpstlichen Handlungen für Empfänger in der Gegend ist nicht zu vermelden, wohingegen die Maßnahmen zugunsten fernerer Adressaten und Hinweise auf einen Aufenthalt in Rom in der fraglichen Zeit eher dagegen sprechen. Auf die Möglichkeit eines Feldzuges gegen die Tuskulaner vor Antritt der Süditalienreise des Kaisers macht Whitton, Papal Policy 85f. aufgrund des in Colonna ausgestellten DHIII. 178 (Bresslau/Kehr, MG Dipl. V 220) aufmerksam.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,2 n. 361, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1047-01-22_1_0_3_5_2_33_361
(Abgerufen am 05.12.2016).