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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,1

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Der ehemalige Papst (Silvester III.) wird von König Heinrich (III.) gezwungen, unter neuerlichem Verzicht auf die Papstwürde auf seinen alten Bischofssitz Sabina zurückzukehren.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Beno, Gesta II 8 (Francke, MG Ldl II 378).  Reg.: – . Lit.: Steindorff, Heinrich I 313f.; Kromayer, Vorgänge 184f.; Borino, Elezione 317f.; Zimmermann, Papstabsetzungen 128; Herrmann,Tuskulanerpapsttum 156ff.; Hüls, Kardinäle 125; Schmale, Sutri 99; Ghirardini,Benedetto 85ff.; Wolter, Synoden 388.

Kommentar

Die Quelle teilt mit, dass Heinrich III. das Schisma u. a. dadurch beseitigte, dass er Sabinensem episcopum ... ad sedem propriam redire compulit. Als Grund für dieses im Vergleich zu dem Vorgehen gegen Benedikt IX. und Gregor VI. zurückhaltende Verhalten des Herrschers bzw. der beiden von ihm dominierten Synoden von Sutri und Rom (n. 324, n. 327) gibt Beno an, Silvester sei nicht aus eigenem Ehrgeiz, sondern durch fremde Gewalt Papst geworden (vgl. n. 266). Zutreffender dürfte jedoch die Annahme sein, dass Papst Silvester III. – Johannes von Sabina – bereits lange vor Heinrichs III. Eintreffen in Italien auf das Papsttum verzichtet und sich in sein Bistum zurückgezogen hatte (n. 268, n. 269). Diese Ansicht findet eine Stütze in der Vita Leonis IX papae 2 (Tritz359), der zufolge die Synoden einen der Päpste, der tanti reatus timore perterritus, iam pridem dimisso papatu penitentiam agebat, nicht weiter behelligt haben; damit dürfte Silvester III. gemeint sein. Zudem hatte er sich der Synode in Sutri persönlich gestellt. Nach Hüls handelt es sich bei dem an den Synoden Leos IX. (1050, 1051) teilnehmenden Sabina-Bischof Johannes ebenso wie noch 1059 bei dem gleichnamigen Unterzeichner des Papstwahldekrets Papst Nikolaus' II. (Jasper, Papstwahldekret 98-119, 112) um den ehemaligen Silvester III.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,1 n. 326, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1046-12-20_8_0_3_5_1_326_326
(Abgerufen am 22.01.2017).