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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,1

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Papst Gregor (VI.) wird von König Heinrich III. in Sutri ehrenvoll empfangen und übergibt diesem als Geschenk eine wertvolle Krone.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Desiderius von Montecassino, Dialogi (MG SS XXX 1142); Ann. Admuntenses (MG SS IX 575); Otto von Freising, Chr. IV (Hofmeister, MG SS rer. Germ. 45/1912, 299); Gottfried von Viterbo, Pantheon (MG SS XXII 247); Catal. pont. Rom. Viterbiensis (MG SS XXII 349); Chr. breve fratris ordinis Teutonicorum (MG SS XXIV 151); Chr. universalis Mettensis (MG SS XXIV 512); Jacobus de Voragine, Chr. (MG SS XXIV 170); Sifridus de Balnhusin, Compendium (Pistorius/Struve, SS rer. Germ. I 1037); Ricobald von Ferrara, Hist. Imp. (Muratori, SS rer. Ital. IX 121); Ranulf Higden, Polychr. (Lumby, SS rer. Brit. 41/7, 148); Thomas Ebendorfer, Chr. regum Rom. (Zimmermann, MG SS NS 18/1, 2003, 375).  Reg.: – .  Lit.:Mathis, Benedetto 292; Messina, Benedetto 107; Wolter, Synoden 381.

Kommentar

Allen angeführten Quellen ist das Treffen zwischen Papst und König in Piacenza (n. 314) und deren angebliche gemeinsame Reise nach Sutri (n. †315) unbekannt. Desiderius nimmt an, dass Gregor VI. vom König und den bereits zur Synode versammelten Bischöfen nach Sutri geladen worden sei und sich erst im Verlauf des Konzils die Stimmung zu ungunsten Gregors entwickelt hätte. Die anderen Quellen gehen von dem Geschenk des Papstes an den König aus, als dessen Folge der König den Papst auch wunschgemäß honorifice suscepit (Otto von Freising); angesichts des späteren Umschwunges gegen den Papst nehmen die Quellen unterschwellig eine heuchlerische Haltung des Königs an, der sich zunächst freundlich gegeben habe, um Gregor VI. später anzuklagen (n. 324). Im Chr. breve fratris ord. Teutonicorum ist dieses Vorgehen König Heinrichs III. am deutlichsten ausgedrückt. Ob Gregor VI. von Rom nach Sutri kam oder bereits mit dem König aus Norditalien dort einzog, ist nicht endgültig zu klären, eine separate Reise des Papstes von Piacenza nach Rom ist aber naheliegender (n. †315). Eine ursprünglich positive bzw. zumindest neutralfreundliche Haltung Heinrichs III. Papst Gregor VI. gegenüber ist insbesondere auch durch die Piacenzer Vorgänge (n. 314) verbürgt. Während die Chr. Mettensis, Jacobus de Voragine, Ricobald und Ranulf Higden den Ort, an dem der Papst sein Geschenk übergab, nicht spezifizieren, geben alle anderen Sutri an (apud Sutrium, Ann. Admuntenses). Übereinstimmend (bis auf Desiderius) ist auch die Behauptung, der Papst (nur in der Chr. Mettensis als Gregorius, ansonsten Gratianus bezeichnet) habe dem König eine corona preciosa (bzw. diadema preciosum) übergeben, um ihn sich dadurch geneigt zu machen. Da die Quellen den Ereignissen bereits relativ fern stehen, ist aber anzunehmen, dass es sich bei der Erzählung von dem Geschenk um eine sekundäre literarische Erklärung des Geschehens handelt, einerseits entstanden aus dem Wissen, dass Heinrich III. u. a. zur Kaiserkrönung nach Rom zog, andererseits aus Erzählungen wie n. †214, n. 298. Allerdings ist auch die Übergabe eines wertvollen Geschenkes durch den Papst nicht auszuschließen. Mathis nimmt an, dass es sich bei dem Geschenk um die "eiserne Krone Italiens" gehandelt habe, mit welcher der Papst den König in Mailand zum italischen König gekrönt hätte, doch ist diese Überlegung angesichts des Fehlens jeder entsprechenden Quellenaussage auszuschließen.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,1 n. 321, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1046-12-20_3_0_3_5_1_321_321
(Abgerufen am 17.10.2017).