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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,1

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Papst Gregor VI. (Joannes ... Gratianus) befiehlt Abt Halinard von St-Bénigne in Dijon die Annahme seiner Wahl zum Erzbischof von Lyon.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Chr. s. Benigni Divionensis (Bougaud/Garnier 187f.); vgl. Hugo von Flavigny, Chr. II 1046 (MG SS VIII 406).  Reg.: Martin, Bullaire de Lyon 66 n. 235; Chevrier/Chaume, Chartes 250.  Lit.: Gall. chr. IV 678f.; Giesebrecht, Deutsche Kaiserzeit II 413; Steindorff, Heinrich I 302ff.; Sackur, Cluniacenser II 273ff.; Borino, Elezione 304ff.; Violante, Pataria 51ff.; Vregille, Dijon 16f.; Anton, Frühe Stufen der Kirchenreform 259f.; Schamper, S. Bénigne 189f.; Galland, Bourgogne 91; Matthias Schrör, Iussit eum Papa Rome residere - Halinard von Lyon und die Papstwahl von 1048/49 (RQ 100/2005 30-50) 31ff.

Kommentar

Die Chronik von St-Bénigne berichtet, nach dem Tod Erzbischof Udalrichs von Lyon (10. Juni 1046) sei Halinard einmütig zu dessen Nachfolger gewählt worden, habe die Annahme der Wahl aber abgelehnt quousque apostolici papae conventus est litteris. Joannes, cognomento Gratianus, tunc residebat in sede apostolica. Is ut comperit eum nolle adquiescere deprecatum votis, misit ad eum, precipiens auctoritate pontificali ut obediret precibus cleri et populi. Diese Erzählung konkurriert jedoch nach Steindorffs Untersuchung mit einer anderen, in derselben Quelle unmittelbar folgenden, über die Wahl Halinards zum Erzbischof, derzufolge dieser zwar bereit war, das Amt anzunehmen, den Treueid gegenüber Heinrich III. jedoch ablehnte. Da die beiden Darstellungen einander angeblich ausschließen, will Steindorff eher dem zweiten Bericht Glauben schenken; dies umso mehr, als Gregor VI. in Verwechslung mit Johannes XIX. (n. 145 und n. 148) noch eine weitere Quelle irrtümlich eine Einflussnahme auf Lyoner Wahlen zuschreibt. Dagegen sieht Borino die Position Halinards bezüglich des Treueides geradezu in Gregors VI. Schreiben angeregt. In Ablehnung der Überlegungen Borinos geht Violante dennoch davon aus, dass Gregor VI. seine Zustimmung zu der Lyoner Wahl gegeben und Halinard bestätigt hat. Entsprechendes vertritt auch Anton. Zu datieren ist nach dem Todestag Udalrichs von Lyon am 10. Juni. Sollte eine Befassung des Papstes mit der Angelegenheit tatsächlich angenommen werden, so müsste diese chronologisch einige Wochen nach dem Tod des Vorgängers angesetzt werden. Da eine entsprechende Einflussnahme auf die Besetzung des Lyoner Bischofsstuhles auch schon Johannes XIX. vorgenommen hatte und Halinard vermutlich in Kontakt zu dem reformnahen Gregor VI. stand, ist die Darstellung der Quelle nicht auszuschließen.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,1 n. 312, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1046-06-10_1_0_3_5_1_312_312
(Abgerufen am 29.05.2017).