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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,1

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Papst Gregor (VI.) bestätigt dem Kloster Fulda unter Abt Rohing (Rohingo, abbati venerabilis monasterii Salvatoris ... et s. Bonifacii ... situm in loco Boconie iuxta ripam Fulde fluminis) wunschgemäß alle Besitzungen, insbesondere das römische Andreaskloster in Exailo bei S. Maria Maggiore mit sämtlichem Zubehör in der Stadt und außerhalb (in Romana civitate monasterium s. Andree apostoli, quod vocatur Exailum, quod situm est iuxta basilicam s. Marie ad Presepe), Immunität und Exemtion (sub immunitatem s. nostre Romane sedis apostolice ... sub iurisditione s. nostre ... ecclesie ... nullius alterius ecclesie iurisditionibus submittatur), verbietet die Feier der Messe ohne Erlaubnis des Abtes und untersagt Frauen den Zutritt zum Kloster. – Congruit apostolico moderamini pia religione ...Dat. id. Mai.

Überlieferung/Literatur

Orig.: – .  Kop.: 1) 12. Jh., Marburg, StArch., Abt. Hss. K. 425 fol. 50 (p. 99); 2) Ende 13. Jh., Marburg, StArch., Abt. Hss. K. 427 fol. 35v.  Drucke: Harttung, Dipl.-hist. Forschungen 448; Zimmermann, PUU II 1175 n. †626; Meyer zu Ermgassen, Cod. Eberhardi XLVI 83.  Reg.: Roller, Eberhard Beil. 8 n. 46; Kopczynski, Arengen 37; Santifaller, Verbalinvokation 56 n. 28, vgl. 79; Santifaller, LD 120; GP IV 379 n. †65 (zu [1045-1046] Mai 15); Rathsack, Fuldaer Fälschungen I 6, II 497; Jakobs, Fuldaer PUU 71; JL 4125 (zu [1045-1046] Mai 15).  Lit.: Harttung, Dipl.-hist. Forschungen 450ff.; Roller, Eberhard 31ff., 39f.; Lerche, Privilegierung 190, 204; Borino, Elezione 303f.; Hack, Rechtsstreit 78f.; Jakobs, Eugen 52; Rathsack, Fuldaer Fälschungen 523ff., 628; Jakobs, Fuldaer PUU 56; Vogtherr, Reichsklöster 439.

Kommentar

Zur Überlieferung vgl. GP und Zimmermann, PUU. Die Fälschung verrät sich teilweise schon durch die Verbalinvokation (vgl. Santifaller, Verbalinvokation 79; Rathsack 628, Bresslau, Internationale Beziehungen im Urkundenwesen 28). Harttung hält die Urkunde – in der Annahme, eine Fälschung auf den in Sutri abgesetzten Papst Gregor VI. sei a priori auszuschließen – für die eberhardische Verfälschung einer dem Propst von St. Andreas nach der Ablösung Benedikts IX. (vgl. n. 263) durch Gregor VI. ausgestellten Erneuerung der Urkunde seines Vorgängers (n. †251). Roller dagegen sieht im Privileg eine Fälschung aufgrund der Urkunden Benedikts VIII. (JL 4057; Böhmer/Zimmermann,Papstregesten n. 1270; Zimmermann, PUU II 1036 n. 546) und Johannes' XIX. (n. 135) (JL 4090; Zimmermann, PUU II 1111 n. 589). Wahrscheinlich handelt es sich um eine gleichzeitig mit dem Privileg Benedikts IX. (n. †251) (JL †4118; Zimmermann, PUU II 1156 n. †616) entstandene Fälschung aufgrund der Urkunde Clemens II. von 1046 Dezember 29 (JL 4133; Migne, PL 142, 577), welche weitgehend wiederholt wird. Der Name des Adressaten Rohingo steht auf Rasur, die allerdings weiter nichts besagt (zuvor: religioso). Das Introitusverbot für Frauen ist eine für Eberhard typische Interpolation und begegnet auch in der Urkunde Johannes' XIX. (vgl. n. †136) (JL †4091; Zimmermann, PUU II 1112 n. †590). Die unvollständige und später nachgetragene Datierung ist durch die Amtszeit Gregors VI. zu ergänzen; in Frage kommt auch das Jahr 1046, doch weist Harttungs Annahme der Bitte um die Erneuerung des Benedikt IX.-Privilegs bald nach dessen Rücktritt eher in das Jahr 1045.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,1 n. †296, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1045-05-15_1_0_3_5_1_296_D296
(Abgerufen am 28.03.2017).