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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,1

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Papst (Gregor VI.) weigert sich, die inzestuöse Ehe Heinrichs III. zu legitimieren.

Überlieferung/Literatur

Erw.: De ordinando (Dümmler, MG Ldl I 15; Anton 82; Frauenknecht 94).  Reg.: – .  Lit.: Fliche, Réforme I 126; Tellenbach, Libertas 215f.; Ghirardini, Benedetto 45; Anton, De ordinando 51f.; Black-Veldtrup, Kaiserin Agnes 189f.

Kommentar

Der anonyme Autor des Traktates, in welchem Heinrich III. ebenso negativ dargestellt wird wie Gregor VI. und Benedikt IX., hält die Verweigerung der Legitimierung der Verwandtenehe Heinrichs III. mit Agnes von Poitou durch Gregor VI. für den eigentlichen Grund, weshalb der angehende Kaiser diesen widerspenstigen Papst absetzen und durch einen willfährigen habe ersetzen lassen (noverat enim, quia, cum in lege Domini voluntas papae illius esset, incestum suum nullis blandimentis, nullo terrore benediceret; ideo talem constituit, qui nequitiae suae consentiret). Da eine entsprechende Einschätzung in anderen Quellen nie geteilt wird und die Eheschließung des Königs ebenso länger zurückliegt wie deren Legitimierung durch den deutschen Episkopat, ist anzunehmen, dass die Behauptung nur als eine sekundäre Erklärung für die Vorgänge von Sutri (n. 324) zu verstehen ist.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,1 n. †290, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1045-05-05_9_0_3_5_1_290_D290
(Abgerufen am 24.10.2017).