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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,1

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Papst Gregor (VI.) bestätigt dem Kloster Farfa (D. Sabina) unter Abt Almerich (abbati Almerico ... monasterii Farfensis) wunschgemäß und entsprechend königlichen Diplomen das Recht, die Weihen für dessen Besitzungen in der Sabina, den Marken und anderswo (in comitatu Sabinensi ... in Marchia ... vel ubicumque) bei beliebigen katholischen Bischöfen einzuholen und setzt für Vergehen gegen diese Bestimmung eine Strafe von je zehn an das Kloster und die päpstliche Kammer zu zahlenden Goldpfund fest. – Notum sit omnibus episcopis, ducibus ...

Überlieferung/Literatur

Orig.: – .  Kop.: 1) 11. Jh., Rom, Bibl. Vat., Cod. Vat. lat. 8487 fol. 475; 2) 17. Jh., Rom, Bibl. Vat., Cod. Vat. lat. 12004 fol. 136; 3) 17. Jh., Rom, Arch. Vat., Arm. LIV/2 fol. 456; 4) 18. Jh., Rom, Bibl. naz., Cod. 2113 p. 734.  Insert: 12. Jh., Gregor von Catino, Chr. Farfense (Balzani, FSI 33/1903, 283).  Erw.: Gregor von Catino, Liber Floriger (Maria TeresaMaggi Bei, Rom 1984) 31.  Drucke: Muratori, SS rer. Ital. II/2, 443; Cocquelines, Bull. Rom. I 355; Tomassetti, Bull. Rom. I 572; Migne, PL 142, 573; Giorgi/Balzani, Regesto di Farfa V 223; Zimmermann, PUU II 1171 n †624.  Reg.: J 3135; IP II 64 n. 27; Santifaller, LD 120; JL 4126.  Lit.: Steindorff, Heinrich I 260f.; Borino, Elezione 301f.; Schuster, Farfa 188; Vehse,Sabina 149; Hofmeister, Gefreite Abteien 142; Hoffmann, Kirchenstaat 22; Toubert, Structures du Latium II 914, 918; Rathsack, Fuldaer Fälschungen I 185; Stroll, Farfa 48, 61.

Kommentar

Zur Überlieferung vgl. IP und Zimmermann, PUU. Die Urkunde hat die Form einer Publicatio; die Datumszeile fehlt, weshalb Schreiber und Datar nicht zu bestimmen sind. Die Zuordnung zu Gregor VI. erfolgt wegen der Sedenzzeit des Abtes Almerich von Farfa 1039-1048 und des Hinweises in Gregors von Catino Liber Floriger, wo die Urkunde Gregor VI. zugeordnet und inhaltlich, in kurzen Passagen auch wörtlich, wiedergegeben ist. Auffällig ist die Ich-Form des Textes (confirmem et corroborem ... mea licentia ... corroboro.) wie auch die Formulierungen und Reihenfolge der einzelnen Urkundenteile; erst auf die Sanctio folgt die Bestimmung über den Geltungsbereich der Privilegierung und erst am Schluss der Hinweis, dass die Weihen nur von bonis ac catholicis episcopis zu erbitten seien. Die namenlos genannten Könige sind vermutlich frei erfunden. Unter Hinweis auf das Exemtionsprivileg Papst Leos IX. von 1051 Dezember 11 (JL 4264; Migne, PL 143, 678), in welchem diese Urkunde nicht erwähnt ist, und welches bei Vorliegen dieses Dokumentes z. T. überflüssig wäre, nimmt Hoffmann an, dass es sich um eine Fälschung handelt. Weiterhin muss auf die Anweisung Leos IX. hingewiesen werden, die Klosterkirche vom Ortsbischof weihen zu lassen (1049 – 1051 Dezember 11) (Gregor von Catino, Liber Floriger, Maggi Bei 32), samt deren Verfälschung. Beides legt eine Fälschung der Urkunde Gregors VI. nahe. Ohne Kenntnis von Hoffmanns Untersuchung geht Stroll weiterhin von der Echtheit der Urkunde aus. Die von Schuster, Farfa 183 (vgl. auch: Stroll, Farfa 27f.) angenommene Weihe des Abtes Suppo durch Benedikt IX. im Frühjahr 1039 ist zwar plausibel, jedoch quellenmäßig nicht nachzuweisen.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,1 n. †286, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1045-05-05_5_0_3_5_1_286_D286
(Abgerufen am 20.10.2017).