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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,1

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Papst Gregor (VI.) lässt das römische Volk auf sich vereidigen.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Bonizo von Sutri, Liber ad amicum V (Dümmler, MG Ldl I 584, 586).  Reg.: – .  Lit.: Hauck, Kirchengeschichte III 583; Mathis, Benedetto 289; Kromayer, Vorgänge 167, 169; Borino, Elezione 182; Borino, Invitus 17f.; Mikoletzky, Vorgeschichte 252; Zimmermann, Papstabsetzungen 123f.; Ghirardini, Benedetto 37.

Kommentar

Bonizo berichtet im Anschluss an die simonistische Erlangung des Papsttums durch Gregor VI. (n. 273), dieser habe omnem ... Romanum populum pecuniis ... datis sibi iurare coegit. Während die Bemerkung an dieser Stelle den Eindruck macht, als ob der puristische Kirchenreformer Bonizo zur Beschreibung der allgemeinen Zustände der Zeit vor der Reform die Verwicklung des römischen Volkes in simonistische Machenschaften habe schildern wollen, klärt er an der zweiten Stelle den Sachverhalt genauer und macht dadurch auch den Vorgang selbst plausibler. Er schreibt nämlich dort, der Papst habe seine Wähler (d. h. das römische Volk) durch den Eid gebunden, nunquam se vivente eos alium laudaturos pontificem. Auch unter diesem Gesichtspunkt könnte der Eid aus politischen Erwägungen erfunden worden sein, um den Pontifikat Clemens' II. und v. a. das Eingreifen Heinrichs III. zu diskreditieren, doch ist es nicht auszuschließen, dass Gregor VI. nach dem Schisma zwischen Benedikt IX. und Silvester III., die beide vom Volk akklamiert worden waren (n. 154, n. 266), eben doch sicherstellen wollte, dass zu Lebzeiten eines Papstes vom Volk kein anderer mehr erhoben werden konnte; vgl. auch n. †158.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,1 n. 277, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1045-05-05_2_0_3_5_1_277_277
(Abgerufen am 19.01.2017).