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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,1

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Papst Benedikt (IX.) behält nach seiner Resignation die päpstlichen Einkünfte aus England.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Ann. Admuntenses (MG SS IX 574); Otto von Freising, Chr. (Hofmeister, MG SS rer. Germ. 45/1912, 299); Gottfried von Viterbo, Pantheon (MG SS XXII 247); Chr. universalis Mettensis 1024 (MG SS XXIV 512); Johann von Viktring, Liber Hist. (Schneider, MG SS rer. Germ. 36/1, 1909, 55); Thomas Ebendorfer, Chr. regum Rom. (Zimmermann, MG SS NS 18/1, 2003, 375)  Reg.: – .  Lit.: Steindorff, Heinrich I 484, 486; Mathis, Benedetto 287f.; Messina, Benedetto 99f.

Kommentar

Alle angeführten Quellen sind sich darin einig, dass bei der Beilegung des Schismas zwischen Benedikt IX. und Silvester III. (Gottfried von Viterbo: pro pacis compositione) der Papst mit der längsten Amtszeit, also Benedikt IX., quia maioris erat dignitatis (so wörtlich in den Ann. Admuntenses, sinngemäß auch bei Otto von Freising und Gottfried von Viterbo) durch Johannes Gratianus/Gregor VI. mit den Einkünften aus England abgefunden wurde. Die Tatsache, dass der abgefundene Papst mit den höchsten Ansprüchen die erst 1027 exakt bestimmten und definierten (n. 80) Einkünfte aus Britannien, die im Spätmittelalter einen beträchtlichen Anteil der päpstlichen Einnahmen ausmachen sollten, erhalten haben soll, hat eine gewisse Plausibilität für sich, und auch die Überlegung, dass die Abfindung Benedikts durch Johannes Gratianus, die simonistische Bezahlung für den Amtsverzicht, auf eine solche Weise erfolgte, ist naheliegend. Andere Quellen jedoch behaupten, der spätere Gregor VI. habe das Schisma aus seinem eigenen großen Besitz finanziell bereinigt (n. 273, n. 275). Auch der Umstand, dass englische Quellen davon nichts wissen, spricht gegen diese Überlieferung. Das Hauptargument gegen sie ist jedoch die Verknüpfung, welche in allen Quellen zwischen dieser angeblichen englischen "Apanage" und der erfundenen Erzählung von den zwei bzw. drei rivalisierenden Schismapäpsten besteht, von denen wiederum einer ein "Nebenpapst" sei (n. †265, n. 274, n. †280). Da jene Erzählung eine nachträgliche fiktive Erklärung des Schismas darstellt, ist auch die Notiz über die Entschädigung mit Hilfe der englischen Einkünfte als Fiktion zu betrachten.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,1 n. †279, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1045-05-00_2_0_3_5_1_279_D279
(Abgerufen am 27.05.2017).