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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,1

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Der Papst (Benedikt IX.) exkommuniziert den Bischof (Hugo) von Fano.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Petrus Damiani, Brief 13 an P. Gregor VI. (n. 288) (Reindel, Briefe des Petrus Damiani, MG Briefe IV/1, 142-145, 144f.); Petrus Damiani, Brief 26 an P. Clemens II. (Reindel, Briefe des Petrus Damiani, MG Briefe IV/1, 239-242, 241).  Reg.: vgl. n. 243, n. 288; IP IV 185 n. *3.  Lit.: Amiani, Memorie istoriche di Fano I 125; Neukirch, Petrus Damiani 45; Steindorff, Heinrich I 253, 261; Schwartz, Bistümer Reichsitaliens 242f.; Borino, Elezione 170, 251; Bartoccetti, Vescovi delle diocesi Marchigiane II 69; Blum, Monitor of the Popes 460ff.; Prete, Pier Damiani 119ff., 122; Leclercq, Pierre Damien 67; Giovanelli, Bartolomeo Juniore 178; Palazzini, Dizionario dei Concili IV 249f.; Fois, Cardinali vescovi 51f.; Lucchesi, Vita di San Pier Damiani I 50, 65f., 75; Palazzini, San Pier Damiano 163ff.; Natalucci, Missione reformatrice di Pier Damiani 76; Herrmann, Tuskulanerpapsttum 88f.; Laqua, Traditionen 60ff., 271f.; Ghirardini, Benedetto 21, 47; Lucchesi, Lorenzo di Amalfi e S. Pier Damiani 152ff.

Kommentar

In dem an zweiter Stelle genannten Brief schreibt Petrus Damiani: cum videamus Phanensem latronem ab his eciam, qui non erant sed dicebantur apostolici maledictum et excommunicatum. Damit sind wohl Gregor VI. (n. 288, n. 289) und Benedikt IX. gemeint (vgl. n. 243) (Schwartz nimmt allerdings Silvester III. und Gregor VI. an, doch ist Silvesters Amtszeit sehr kurz und entsprechende Akte von ihm sind ansonsten nicht überliefert). Eine Exkommunikation durch mehrere Päpste kommt in dem Zitat zweifelsfrei zum Ausdruck. Im früheren Brief fordert der Prior von Fonte Avellana Gregor VI. zum Einschreiten u. a. gegen den Bischof von Fano auf. –  Eine Entfernung der Bischöfe von Fano und Pesaro hatte Damiani schon 1043 in einem Brief an den Erzbischof Laurentius von Amalfi gefordert (Brief 4, Reindel, Briefe des Petrus Damiani, MG Briefe IV/1, 108ff. mit dieser Zuordnung; früher galt als Adressat der Erzbischof Gebhard von Ravenna, vgl. n. 243), der sie als Berater bei Papst Benedikt IX. betreiben sollte. In diesem Brief an den Erzbischof hatte Damiani auch mitgeteilt, er schicke Leute, qui ... aliquod negotium in praesentia sanctissimi apostolici d. .... exercere contendunt. Es ist anzunehmen, dass diese Gesandtschaft, von der ansonsten nichts bekannt ist, ebenfalls die Entfernung der Bischöfe betreiben sollte. Aufgrund der Hinweise zur Datierung (vgl. Reindel I 108ff.) ist anzunehmen, dass sie an Benedikt IX. gerichtet war. – Vermutlich hatte Benedikt IX. bereits Maßnahmen gegen den Bischof von Fano durchgeführt, welche allerdings offenkundig nicht zu einer dauerhaften Entfernung aus dem Amt führten (vgl. n. 288, n. 289). Ob die Maßnahmen in das Jahr 1044 zu datieren sind, wie Giovanelli und Palazzini annehmen, ist nicht zu belegen. Eine Datierung in die späteren Pontifikatsjahren Benedikts IX. liegt allerdings nahe. Im November 1036 ist ein Bischof Hugo von Fano als Konzilsteilnehmer nachgewiesen (n. 193). Entweder richteten sich die Vorwürfe Petrus' Damianis gegen diesen oder gegen dessen namentlich nicht bekannten Nachfolger, für welchen Amiani den Namen Albert einführte. Zum Namen des Bischofs vgl. auch n. 289, zum Fortgang n. 254.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,1 n. 248, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1043-00-00_5_0_3_5_1_248_248
(Abgerufen am 23.05.2017).