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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,1

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Papst (Benedikt IX.) schickt (König Heinrich III.) auf dessen Bitte hin durch eine Gesandtschaft des Bischofs (Johannes) von Porto und des vornehmen Römers Berizo von Marmorato (episcopum scilicet Portuensem et Belinzonem nobilissimum Romanum de Marmorato) eine Petersfahne (vexillum ex b. Petri parte).

Überlieferung/Literatur

Erw.: Bonizo von Sutri, Liber ad amicum V (Dümmler, MG Ldl I 583f.).  Reg.: – .  Lit.: Gregorovius, Geschichte Roms VII 4 (Kampf II 13f.); Steindorff, Heinrich I 234f., 409; Bresslau, Konrad II 175; Mann, Popes V 228f.; Kölmel, Rom 84; Erdmann, Kreuzzugsgedanke 43f.; Schramm, Herrschaftszeichen II 520f., 652f.; Schramm, Herrschaftszeichen: gestiftet 178f.; Jäger, Rechtliche Abhängigkeitsverhältnisse 105f.; Hüls, Kardinäle 118; Herrmann, Tuskulanerpapsttum 44f.; Fried, Otto III. 134f.; Swinarski, Herrschen 294ff.; Violante, Pataria e militia 123; Gerics/Ladányi, Szentszék és magyar állam 14.

Kommentar

Bonizo berichtet, Konrad II. (!) habe vor seinem Ungarnfeldzug (von 1044) Gesandte an den Papst geschickt, ut ei vexillum ex b. Petri parte mitteretur, quo munitus posset Ungaricum regnum suo subicere dominatui. Da Konrad II. zum Zeitpunkt des Ungarnkrieges bereits mehrere Jahre (seit 1039) tot war, kann es sich dabei nur um eine Verwechslung Heinrichs III. mit dessen Vater handeln; der in der Quelle genannte Name des Königs ist demnach zu emendieren. Das ergibt sich auch aus der Angabe, dass dieser König, mit der Petersfahne ausgestattet, die Ungarn (am 5. Juli 1044) besiegt und deren Königslanze erobert habe. Die Gesandtschaft muss also vor dem Sommer 1044 angesetzt werden, somit kommt die erste Hälfte dieses Jahres und das Ende des Vorjahres in Betracht. Als Papst muss also Benedikt IX. mit der Angelegenheit befasst gewesen sein (vgl. n. 298). Der Bischof ist Johannes von Porto, der auch in anderen Fällen als päpstlicher Legat wirkte (vgl. n. 116, n. 179). Möglicherweise gehörten dieser Gesandtschaft auch Bischof Andreas von Perugia und der Kleriker Sichelm an, die am 30. November 1043 am deutschen Königshof genannt sind (DHIII. 115, vgl. n. 244, n. 245); dies würde eine genauere Datierung der Gesandtschaft ermöglichen, ist allerdings nicht zu beweisen.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,1 n. 246, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1043-00-00_3_0_3_5_1_246_246
(Abgerufen am 27.03.2017).