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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,1

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Im Auftrag des Papstes (Benedikt IX.) schenkt der Bischof Amelius von Senez (ego Amelius ... presul s. matris ecclesie Senecensis) der in seinem Bistum bestehenden, der hl. Maria geweihten und dem Kloster St-Victor in Marseille gehörenden Zelle in Castellane (cellam monasterii b. Victoris martiris, que sita est in nostro episcopio ... et constructa in honore s. ... Marie, in loco qui vocatur Cimiranus) alle Einkunftsrechte des Bistums an der Kirche jener Zelle, seien es Zehnte, Primitien oder Sponsalien (de rebus episcopii nostri quiquid de ipsa ecclesia seu de ipsis altaribus ... ad nos pertinere videntur, in decimis, in primitiis, in oferendis, in sponsalibus) unter der Bedingung, dass das Marseiller Kloster Mönche dorthin schickt und die Gemeinschaft des Viktorsklosters für den Schenker Gebete verrichtet.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Urkunde im Grand Cartulaire de St-Victor von ca. 1040 (Guérard II 117 n. 770).  Reg.: – .Lit.: Poly, Provence 94, 193.

Kommentar

Die undatierte Urkunde steht in inhaltlichem Zusammenhang mit n. 229 und wird daher zwischen jener päpstlich veranlassten Schenkung und dem Datum des Todes des Bischofs Amelius eingeordnet. Ein weiterer Hinweis auf den zeitlichen Zusammenhang ist in der Erwähnung des päpstlichen Auftrages für die Handlung zu sehen: actus amore Dei et auctoritate simul apostolica. Die damit vorausgesetzte päpstliche Beauftragung für den Vorgang im Zusammenhang mit der Weihe des Viktorsklosters in Marseille ist anzunehmen, obwohl die Nachricht von der Anwesenheit Benedikts IX. beim Weiheakt der Klosterkirche in Marseille eine Fälschung darstellt (vgl. n. †228). Cimiranus ist mit Cimiramis von n. 229 identisch und ein ehemaliger Teil von Castellane. Die Überlassung des Zehnts ist eine Folge der Restitution der Kirche selbst in n. 229. Der Besitz des Bischofs in Castellane erklärt sich dadurch, dass Bischof Amelius ein Mitglied der dort herrschenden Familie war. Bestätigt ist die Besitzübertragung vom Aussteller selbst und seinem Nachfolger, Bischof Hugo von Senez (Hugo ... d. Amelius, predecessor meus) sowie einer Reihe – vermutlich – weltlicher Zeugen.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,1 n. 231, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1040-10-15_4_0_3_5_1_231_231
(Abgerufen am 30.03.2017).