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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,1

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Papst Benedikt IX. mit dem Beinamen Theophylakt schickt eine Kaiserkrone an König Peter von Ungarn, um die Macht des deutschen Königs Heinrich III. zu beeinträchtigen.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Beno, Gesta II 7 (Francke, MG Ldl II 377f.).  Reg.: – .Lit.: Steindorff, Heinrich I 477; Borino, Elezione 183; Borino, Quando e dove 257; Holtzmann, Laurentius von Amalfi 208.

Kommentar

Kardinal Beno berichtet, Theophilactus qui et Benedictus nonus habe nach dem Tod Kaiser Konrads II. (1039 Juni 4) mit seinen Komplizen (vgl. n. †155, n. †213) beratschlagt, auf welche Weise er die Herrschaft Heinrichs III., des Nachfolgers des Kaisers, beeinträchtigen und in der Kirche Schismen provozieren könne. Als Konsequenz der Beratungen misit ... coronam Romani imperii Petro regi Ungarorum. Die Tatsache, dass der Vorgang allein in der polemischen Schrift Benos überliefert ist, der versucht, Gregor VII., den er als "Zauberlehrling" Benedikts IX. darstellt (vgl. n. †155), vor allem in seinem Verhalten gegenüber dem römischen Reich und Deutschland zu diskreditieren, macht seine Geschichte ebenso unglaubwürdig wie die Fortsetzung, dass der König Herzog Gottfried von Lothringen gegen den ungarischen König ins Feld geschickt habe, der ihn gefangen genommen und in königlichem Auftrag geblendet haben soll. Für Beno dient die Erzählung als Grundlage des Schismas (vgl. n. 262, n. 263, n. †265, n. 266, n. 267, n. 268, n. 269, n. 270, n. 271, n. †272, n. 273, n. 274), denn ihm zufolge verkaufte Benedikt IX. sein Papsttum aus Furcht, als er davon hörte, dass Heinrich III. nach Rom aufbreche, um ihn für dieses Vergehen zu bestrafen. Zum Kronengeschenk vgl. auch n. 321.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,1 n. †214, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1039-00-00_3_0_3_5_1_214_D214
(Abgerufen am 24.07.2017).