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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,1

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Papst Benedikt (IX.) bestätigt den Domkanonikern von Florenz unter Propst Roland (Rolando s. Florentine eccl. preposito aliisque confratribus) wunschgemäß aufgrund einer Urkunde des Bischofs Atto von Florenz (paginam ab Atone ... episcopo ... concessam) (vgl. n. 195) sämtliche Besitzungen, insbesondere die von Primicerius Petrus entfremdeten, die von Teuzo, Sohn des Lepizus, geschenkten sowie alles, was der Archipresbyter Gerhard und Abt Stephan als Pfründe hatten (quam Petrus primicerius contra canonica instituta usurpare visus est ... quod Teuzo filius Lepizi ... contulit ... quicquid Gerardus archipresbyter ... et ... Stephanus abbas ex beneficio tenuit), nimmt sie in den Schutz des apostolischen Stuhles (sub nostre apostolicae defensionis regimine) und bedroht alle nicht innerhalb von 40 Tagen wiedergutgemachten Verstöße gegen das Privileg mit Anathem. – Si iustis servorum Dei petitionibus ...Scr. ... pm. Sergii not. et scrin. SNP, nona kal. Aprilis, ind. VI.

Überlieferung/Literatur

Orig.: – .  Kop.: 1) 11. Jh., Florenz, Arch. cap., 1032 (Lombardi 34); 2) 17. Jh., Florenz, Arch. di stato, Carte Strozziane III 234 fol. 238v; 3) 17. Jh., Florenz, Arch. di stato, Carte Strozziane II 56 fol. 84v.   Erw.: Notitia einer Gerichtssitzung 1061 (März 25 - November 8) (Piattoli, Carte della cattedrale di Firenze) 174.  Faks.: Kehr, Petrus diaconus 513 (= Ders., PUU in Italien I 452) (fragm.); Brackmann, PUU II Tafel II (fragm.).  Drucke: Ughelli, Italia sacra III 74; ²III 56; Cocquelines, Bull. Rom. I 343; Soldani, Historia monasterii s. Michaelis de Passiniano 256; Lami, Ecclesiae Florentinae Monumenta I 93; Tomassetti, Bull. Rom. I 551; Migne, PL 141, 1346; Kehr, Petrus diaconus 500 (= Ders., PUU in Italien I 439); Piattoli, Carte della cattedrale di Firenze 111 und 146 (mit Korrekturen des Kanzlers Petrus); Zimmermann, PUU II 1149 n. 609.  Reg.: Georgisch, Regesta I 372 n. 21; J 3124; Davidsohn, Forschungen I 177 n. 26; IP III 13 n. 2; Santifaller, Elenco 345; Santifaller, LD 119f.; JL 4109.  Lit.: Davidsohn, Florenz I 178; Kehr, Petrus diaconus 496ff. (= Ders., PUU in Italien I 435ff.); Mathis, Benedetto 555; Borino, Elezione 246; Bloch, Klosterpolitik 241; Bresslau, Urkundenlehre ³I 227; Herrmann, Tuskulanerpapsttum 149; Benvenuti, San Giovanni Gualberto e Firenze 95; Kortüm, Urkundensprache 220, 380, 406.

Kommentar

Zur Überlieferung vgl. IP (dort auch weitere Hss.) und Zimmermann, PUU. Die älteste Kopie entstand um die Mitte des 11. Jahrhunderts, beginnt mit einem Christusmonogramm und ist in der ersten Zeile in Zierschrift abgefasst, ansonsten in einer Minuskel geschrieben. Einzelne Wörter und ganze Sätze sind darin ausgestrichen und durch Text zwischen den Zeilen ersetzt bzw. ergänzt. Die angebrachten Korrekturen sind vom Diakon Petrus (1036-1050 päpstlicher Kanzler) durchgeführt, wie Kehr gezeigt hat. Er konnte plausibel machen, dass die Kopie als Konzept für die Urkunde Leos IX. für das Domkapitel von 1050 Juli 15 (JL 4230; Piattoli, Carte della cattedrale di Firenze 146) verwendet wurde. Die vom Kanzler korrigierte Form des Privilegs Benedikts IX. diente dem Schreiber der Urkunde Leos IX. als Vorlage und stimmt mit jener daher weitgehend überein. Jüngere Kopien und frühere Editionen haben diesen Umstand nicht erkannt und fälschlich auch die Veränderungen des Diakons und Kanzlers Petrus in den Text der Urkunde Benedikts IX. übernommen. Im dispositiven Teil dient die von Benedikt IX. schon früher unterschriebene Supplik des Bischofs Atto von Florenz (n. 195) als Vorurkunde. In den anderen Teilen folgt der Text dem Liber diurnus. An der Echtheit besteht kein Zweifel. Zu einem angeblichen Aufenthalt Benedikts IX. in Florenz vgl. auch n. †175. Zu den anderen Urkunden des Notars Sergius vgl. n. 190, n. 192, n. 200, n. 204, n. 210, n. 253).

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,1 n. 206, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1038-03-24_1_0_3_5_1_206_206
(Abgerufen am 24.01.2017).