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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,1

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Papst Benedikt IX. (d. Benedicto nono pape) entscheidet aufgrund der Klage des Abtes Bonizo von S. Pietro (di Calvario) bei Perugia (D. Perugia) vor einer von italischen Bischöfen und Äbten besuchten Synode (abbas Bonizo venit ad sinodale concilium) gegen den von ihm selbst geweihten Bischof Andreas von Perugia (vgl. n. 170) und veranlasst diesen, erneut (vgl. n. 171) auf seine Rechte über dieses Kloster sowie S. Salvatore (di Monte Acuto) und S. Maria in Val di Ponte (alle D. Perugia) zu verzichten.  – Notum sit omnibus ...Hoc factum est in presentia supradicti Benedicti pape temporibus d. Chounradi imperatoris, IV. non. Nov., per indictionem V.

Überlieferung/Literatur

Drucke: Notitia (Mansi, Conc. XIX 579; Leccisotti/Tabarelli, Carte di S. Pietro I 14 [mit dem Initium: Motum sit]); vgl. Cencius, Liber Censuum 18 (Fabre/Duchesne I 244 mit 250f.).  Reg.: J p. 360; Melampo, Bolle papali I 436 n. 1; IP IV 62 n. 5 und IP IV 68 n. 11; Santifaller, Elenco 344; Giovanelli, Bartolomeo Juniore 220; Zimmermann, PUU II 1135 n. 603; JL I p. 520.  Lit.: Cappelletti, Chiese d'Italia IV 467f., XVII 38; Steindorff, Heinrich I 256; Pflugk-Harttung, Iter Italicum 71; Pflugk-Harttung, Originalurkunden 549 n. 463; Wattenbach, Papstbullen 408f.; Brunamonti-Tarulli, Appunti storici di S. Pietro in Perugia 19, 399; Schwartz, Bistümer Reichsitaliens 177, 205, 209, 222, 242ff., 253f., 256f., 259f., 262f., 271f., 275, 277, 279, 288; Vernarecci, Fossombrone I 186f.;Mathis, Benedetto 554f.; Borino, Elezione 171; Schuster, Farfa 168; Tangl, Teilnehmer 128f.; Messina, Benedetto 69f.; Boye, Synoden 162; Boye, Quellenkatalog 81; Ricci, Valdiponte 264f.; Ganahl, Kirchliches Verfassungsrecht 47; Bartoccetti, Vescovi delle diocesi Marchigiane III 136, IV 102; Minisci, Regesto della badia (Grottaferrata) 193; Santifaller, Geschichte der Beschreibstoffe 90; Brezzi, Aspetti della vita politica 122f.; Giovanelli, Cronologia di S. Bartolomeo 20f.; Giovanelli, Bartolomeo Juniore 178; Palazzini, Dizionario dei Concili IV 249; Capitani, Immunità 139; Morghen, S. Pietro in Perugia 15; Bartolini, Vescovi del Montefeltro 19; Herrmann, Tuskulanerpapsttum 23, 148; Hüls, Kardinäle 88, 108, 117, 125; Orioli, Appunti di cronologia criptense 180; Ghirardini, Benedetto 15f.; Benvenuti, San Giovanni Gualberto e Firenze 94; Mezzanotte, Vescovo, Capitolo, città 17; Capitani, Benedetto IX (Enciclopedia dei papi 140).

Kommentar

Die noch im Original erhaltene Notiz über die Synode ist zuletzt von Leccisotti/Tabarelli ediert worden; vgl. dort auch Hinweise zur Überlieferung (s. auch: Kehr, PUU in Umbrien 366ff. = Ders., PUU in Italien I 404ff.). Darin ist die Synode auf den genannten Tag datiert; auf Rom als Tagungsort der Synode lässt die lange Liste römischer Teilnehmer schließen, doch erwägt Herrmann auch die Abhaltung der Versammlung in Florenz. –  Die Teilnehmer sind teilweise identisch mit jenen, welche bereits den ersten Verzicht des Bischofs auf die drei Klöster bezeugten (vgl. n. 171). Nachdem im ersten Teil des Instruments der frühere Vorgang dargelegt ist – von welchem, wie aus der Namensliste hervorgeht, offenbar eine Notiz als Beweismittel zur Verlesung kam –, wird berichtet, der Abt Bonizo habe sich bei der Synode vor dem Papst darüber beschwert, dass Bischof Andreas einem Kleriker seines Klosters und damit dem Kloster selbst Unrecht zugefügt habe. Auf die Befragung durch Benedikt IX. habe Bischof Andreas erklärt, das Unrecht nicht verursacht zu haben, und erneut auf seine Rechte verzichtet und zwar vor dem Papst und den Konzilsteilnehmern. Deren Namen sind: die Bischöfe Petrus (II.) von S. Rufina (Silva Candida), Tedald (II.) von Albano, Petrus (III.) von Ostia, Johannes von Porto, Dominicus von Tusculum/Labico, Johannes von Palestrina, Leo (II.) von Velletri, Monaldus von Rimini, Petrus (II.) von Città di Castello, Theobald von Gubbio, Adam von Fossombrone, Theoderich/Teuderich von Urbino, Arduin von Montefeltro, Honestus von Forlimpopoli, Adalbert von Senigallia, Hugo von Faro (Fano?, vgl. n. 248) (vgl. Cappelletti, Chiese d'Italia VII 355), Hugo von Assisi, Azo von Centocelle, Albert von Castro, Johannes von Lucca, Atto von Florenz, Jakob von Fiesole (vgl. Cappelletti, Chiese d'Italia XVII 38), Heinrich von Massa Marittima, Johannes von Sovana, Leo von Orvieto, Gottfried von Volterra, Wido (III.) von Pistoia, Wido von Chiusi, Crescentius von Roselle (heute: Grosseto), Johannes von Sabina, Johannes (IV.) von Terracina, Stephan von Sezze, Johannes von Priverno, Gerhard von Veroli, Landuin von Orte, Crescentius von Falari (dann: Civita Castellana), weiterhin der Kardinal Johannes und der Archidiakon Benedikt mit anderen Diakonen der römischen Kirche, die Äbte Gregor von S. Saba, Titus von S. Paolo (fuori le Mura), Franciscus von S. Lorenzo, Benedikt von S. Pietro (in Vincoli), Crescentius von S. Silvestro (alle in Rom) und Martin von Farneto (D. Cortona) (Petrus ep. s. Rufine eccl., patronus eiusdem monasterii, Teudaldus Albanensis ... Petrus Hostiensis ... Iohannes Portuensis ... Dominicus Lavicanus ... Iohannes ... Prenestrinensis, Leo ... Bellitrensis, Munaldus Ariminensis, Petrus Castellanus, Teudaldus ... Ogubiensis, Adam Fosumbronus, Tedericus Orbinensis, Arduinus Montefeltrensis, Onestus Forumpopulonensis, Adalbertus Senensis, Ugo Farensis, Ugo Asisennatensis, Azo Centumcellensis, Albertus Castranensis, Iohannes Lucanensis, Atto Florentinus, Iacobus Fesolanus, Heinricus Populoniensis, Iohannes Suanensis, Leo Orbitanus, Genfredus Volateranus, Vuido Pistorensis, Vuido Clusinensis, Crescentius Rosellanus, Iohannes Savinus, Iohannes Teracenus, Stephanus Seccensis, Iohannes Pipernus, Girardus Berulanus, Landuinus Ortensis, Crescentius Faleranus, Iohannes card., Benedictus archidiac. cum aliis equidem s. Romane eccl. diaconibus, Gregorius abbas s. Sabe, Titus ... s. Pauli, Franciscus ... s. Laurentii, Benedictus ... s. Petri a vinculis, Crecentius s. Silvestri, Martinus ... de Farneto). Dabei ist der Bischofssitz von Hugo Farensis (nach Schuster: Abt Hugo von Farfa) nicht sicher zu bestimmen; bei der als Iohannes card. angeführten Person kann es sich entweder um den Kardinalpriester von S. Marco oder den von S. Grisogono handeln. Adelbertus Senensis darf nach den Ausführungen von Schwartz 222, 253 nicht als ansonsten unbekannter Bischof von Siena betrachtet werden, sondern hat als Bischof von Senigallia zu gelten. Bei dem genannten Bischof Johannes von Sabina handelt es sich möglicherweise bereits um jenen Mann, der 1045 als Silvester III. zum Gegenpapst erhoben werden sollte (n. 266). Auffällig an der Liste ist auch die Bezeichnung des an erster Stelle genannten Bischofs Petrus von S. Rufina als patronus eiusdem monasterii, sozusagen Kardinalprotektor des Klosters. Die Teilnehmerliste des Konzils ist vermutlich um den Skriniar Sergius und den Papstbruder Gregor zu ergänzen, welche in der Notiz beide als Zeugen für den Bericht über den früheren Verzicht des Bischofs (vgl. n. 171) angeführt werden. –  Obwohl die Quelle keinen Ort für das Konzil angibt, wird in der Literatur überwiegend angenommen, es habe in Rom stattgefunden. Da die Teilnehmer zum größeren Teil aus der Umgebung Roms stammen, ist dies plausibel, obwohl wegen der zahlreichen Vertreter von Kirchen in der Toskana und Umbrien sowie der verhandelten Gegenstände auch an eine Versammlung in Perugia oder einem Ort der Toskana zu denken wäre. Diese Spekulation gewinnt v. a. Bedeutung im Zusammenhang mit der Urkunde n. 195, vgl. n. 194.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,1 n. 193, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1036-11-02_1_0_3_5_1_193_193
(Abgerufen am 21.10.2017).