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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,1

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Papst (Benedikt IX.) (vgl. n. †125) beauftragt den Bischof von Lausanne, gemeinsam mit den Erzbischöfen von Vienne und Besançon für die Durchsetzung eines Gottesfriedens zu sorgen.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Cono d'Estavayer, Cartulaire du chapitre de Notre-Dame de Lausanne (Gingins-LaSarra, Cartulaire 37f.; MG SS XXIV 799).  Reg.: Forel, Régeste 90 n. 338; (Lullin/Le Fort),Régeste Genevois 54 n. 188; Chevalier, Régeste dauphinois I 1787; GP II/2 170 n. *6; Gall. Pont. I 44 n. †*20.  Lit.: Steindorff, Heinrich I 139ff.; Roger Bonnaud-Delamare, La pseudotrêve de Montherond (M-A 52/1947, 261-270); Hoffmann, Gottesfriede 97f., 217; Olivier Dessemontet, La trêve de Dieu proclamée à Montriond sous Lausanne (RH vaudoise 76/1968, 35-54) 35ff.; Herrmann, Tuskulanerpapsttum 124; Vregille, Hugues de Salins I 71f., II 120f.; Vregille, Hugues 66f.; Vregille, Besançon et Lausanne (ZSchwKG 82/1988) 85; Gilbert Coutaz/Laurette Wettstein/Peter Rück/ Patrick Braun, Les évêques (Helvetia Sacra I/4: Lausanne, Basel - Frankfurt 1988) 104f.; Durussel/ Morerod, Pays de Vaud 101ff.; Planta, Léon IX et Romainmôtier 99f.; Morerod, Genèse d'une principauté épiscopale 90ff.; Hausmann, Romainmôtier dans l'Église 127; Herrmann, Benoît IX (Dictionnaire hist. de la papauté) 204; weiterhin vgl. n. †125.

Kommentar

Die Bistumschronik meldet das Mandat des Papstes und die Abhaltung der Synode von Montriond während des Pontifikats Bischof Hugos von Lausanne (1019-1037); Steindorff führt aus, dass Formulierungen, wie diese Synode sie beschloss, erst im Jahr 1042 in Frankreich auftauchten, und will sie daher dem Pontifikat Heinrichs II. (1039 - 1056) zuordnen, der in den mittelalterlichen Bischofskatalogen übergangen ist. Genauer legt er sie in das Jahr 1041, weil Benedikt IX. sie bei seinem (angeblichen) Marseiller Aufenthalt 1040 angeregt haben könnte. Die Annahme des Aufenthalts des Papstes in der südfranzösischen Metropole beruht allerdings auf einer Fälschung (vgl. n. †228), was die gesamte Hypothese in Frage stellt. Außerdem konnte Bonnaud-Delamare zeigen, dass die im Chartular mitgeteilten Synodalakten erst aus dem 12. Jahrhundert stammen. Daher gibt es keinen Grund mehr, die Abhaltung der Synode Hugo abzusprechen. Doch das hat zur Folge, dass sich die päpstliche Anregung auf Johannes XIX. oder Benedikt IX. bezieht; Hoffmann (217) und Morerod stehen allerdings einer Initative durch jeden dieser beiden Päpste skeptisch gegenüber und betrachten die Nachricht hinsichtlich der päpstlichen Beauftragung als gefälscht. Herrmann (Dictionnaire hist. de la papauté) vertritt dennoch neuerdings die Ansicht, dass die Initiative "sans doute" von Benedikt IX. ausging.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,1 n. †180, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1035-00-00_1_0_3_5_1_180_D180
(Abgerufen am 18.10.2017).