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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,1

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Papst Johannes (XIX.) billigt mit Zustimmung von Bischöfen und Klerikern gegenüber Bischof Hildeward von Naumburg und dessen Nachfolgern (Hildiwardo s. Nuenburgensis aecclesiae episcopo, et omnibus successoribus tuis) auf Intervention Kaiser Konrads (II.), Erzbischof Hunfrieds von Magdeburg sowie der Markgrafen Hermann und Ekkehard (II. von Meißen) (rogatu ... christianissimi imperatoris Conradi, et ... Hunfredi Magdaburgensis archiepiscopi, necnon ... Herimanni marchionis et germani sui Ekkihardi) die Verlegung des Bischofssitzes von Zeitz nach Naumburg (sedem episcopalem de Ziza in Nuenburg transferre concessimus) und bestätigt diese Translation in Anwesenheit des Bischofs, geistlicher und weltlicher Würdenträger aus dessen Bistum und erneuter Gesandter des Kaisers und Erzbischofs (n. 108), konfirmiert die Wahl künftiger Bischöfe für Naumburg durch den dortigen Klerus und Volk (successores tui a Nuenbursi clero et populo eligantur ... ad eundem titulum) sowie deren fortdauernde Unterstellung unter den Magdeburger Metropoliten und gestattet in dem den heiligen Petrus und Paulus geweihten ehemaligen Domstift Zeitz die Einrichtung eines dem Naumburger Dom unterstellten Klosters oder Stiftes (aecclesia Citicensis in honorem bb. apostolorum Petri et Pavlli consecrata ... in loco clericorum in Nuenburg transeuntium monachi vel canonici substituantur, qui ... sicut pacis filii matri suae Nuenburgensi aecclesiae ... semper devote obediant). – Convenit apostolico moderamini pia religione ...Scr. pm. Georgii not. reg. atque scrin. SAS in mense Marcio, ind. XV.

Überlieferung/Literatur

Angebl. Orig.: 12. Jh., Naumburg, Domstiftsarch. Urk. n. 7.  Kop.: 1) Anfang 13. Jh., Naumburg, Domstiftsarch. Urk. n. 48; 2) 1674, Dresden, StArch., XIV Bd. 57 fol. 3.  Erw.: DHIII. †398 von 1051 März 31 (Bresslau/Kehr, MG Dipl. V 554; Stumpf,Reichskanzler n. 2403).  Faks.: Pflugk-Harttung, Specimina tab. 12 (fragm.).  Drucke: Sagittarius, Historiam Eccardi II. marchionis Misniae et in ea translationem sedis episcopalis Ciza-Numbergum ... sistunt (1680) 19; Sagittarius, Hist. Eccardi II. marchionis Misniae (1718) 41; Lünig, Spicilegium eccl. II (= Reichsarchiv XVII) App. 144; Eckhart, Hist. genealogica principum Saxoniae superioris 222; Schannat/ Hartzheim, Conc. Germ. III 742; Mansi, Conc. XIX 481; Lepsius, Alterthum des Doms zu Naumburg 43; Lepsius, Kleine Schriften I 27; Migne, PL 141, 1153; Posse, Urkunden der Markgrafen von Meißen 295; Rosenfeld, UB Naumburg I 23; Zimmermann, PUU II 1122 n. †596.  Reg.: Georgisch, Regesta I 345 n. 15; Schöttgen, Inventarium dipl. historiae Saxoniae superioris 21; (Schultes), Directorium dipl. I 146 n. 33; Leibniz/Pertz, Ann. imp. occidentis Brunsvicenses III 806; J 3117; Mülverstedt, Regesta archiepiscopatus Magdeburgensis I 274 n. 673; Pflugk-Harttung, Originalurkunden 495 n. 24; Dobenecker, Regesta dipl. Thuringiae I 148 n. 702; Melampo, Bolle papali I 432f.; Santifaller, Elenco 344; Santifaller, Verzeichnis 72 n. †76; Santifaller, LD 119; JL †4099.  Lit.: Lepsius, Bischöfe von Naumburg I 194ff.; Posse, Urkunden der Markgrafen von Meißen 62;Bresslau, Konrad II 453ff.; Bresslau, Papyrus 17, 27; Hauck, Kirchengeschichte III 554f.; Krabbo, Urkunde Gregors IX. für Naumburg 289; Schlesinger, Kirchengeschichte Sachsens I 92ff.; Claude, Magdeburg I 302ff.; Wollasch, Ursprünge der Tradition der Bischofskirche Naumburg 172f.

Kommentar

Zur Überlieferung vgl. Brackmann, PUU des Nordens 119 (ND in: PUU in Deutschland 87), Santifaller, Verzeichnis und Zimmermann, PUU. Die Urkunde erweist sich bereits aufgrund der Schrift als Fälschung, die über die echte Vorurkunde n. 108 (vgl. dort Kommentar) hinaus neben der Bestimmung über das Stift in Zeitz und dessen Abhängigkeit vom Domstift Naumburg kaum Änderungen bringt. Unverständlich bleibt die Aussage über die Anwesenheit Bischof Hildewards und seiner Dignitäre sowie kaiserlicher Gesandter beim Papst bei einem sekundären Zustimmungsakt zur Translation, doch soll diese Darstellung vermutlich die Angaben von n. 108 ersetzen, das nur an Bischof Hildeward (ohne Nennung seiner Nachfolger) und als Bischof von Zeitz gerichtet war. Zur Erklärung dieser Ungereimtheiten wird erklärt, dass die erste Urkunde in Abwesenheit des Bischof entstanden sei, diese nun aber in Anwesenheit Hildewards (und so mit den korrekten Angaben). Die Datierung ist kanzleigemäß, aber falsch, da der Empfänger, Bischof Hildeward (1004-1030), zum genannten Datum bereits verstorben war. Da die Datierung, Anrede und Arenga kanzleimäßig sind, in ihrer Form aber von n. 108 abweichen, nimmt Bresslau an, die Fälschung sei neben der Vorlage n. 108 aufgrund einer weiteren echten Urkunde für Bischof Kadaloh von Naumburg aus dem Jahr 1032 entstanden, der das Datum entnommen worden sei. Hierbei stellt sich allerdings die Frage, weshalb der Fälscher den Namen dieses Bischofs ersetzt und damit Datumsprobleme verursacht haben sollte. Vielleicht ist die Urkunde auf das echte Privileg n. 108 zurückzuführen, dem unter Veränderung der Indiktionsangabe und des Monats die Datumszeile entnommen wurde, während Arenga und Anrede einer nicht nach Naumburg gerichteten Urkunde entstammen. Bei der Herstellung der Fälschung verwendet wurde auch DHIII. †398 (Bresslau/Kehr, MG Dipl. V 555).

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,1 n. †150, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1032-03-00_1_0_3_5_1_150_D150
(Abgerufen am 28.07.2017).