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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,1

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Papst Johannes (XIX.) weiht den Propst Rachelin zum Bischof von Krakau.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Johannes Długosz, Catal. ep. Cracoviensium (Szymański, MPH NS X/2, 140); Johannes Długosz, Ann. seu Chr. Poloniae II zu 1032 (Dąbrowski I 308); Catal. ep. Cracoviensium – Redakcja Wiślicka (Szymański,MPH NS X/2, 286).  Reg.: – .  Lit.: Daugnon, Italiani in Polonia II 150; Nitecki, Biskupi polsce 175.

Kommentar

Die anonym überlieferte Bischofsliste teilt über den sechsten Bischof von Krakau lakonisch mit: Rachelinus a Johanne XX. papa provisus, sedit annis XII, moritur 1047. Damit kann aufgrund der Daten nur Johannes XIX. gemeint sein; da dieser aber 1032 verstarb, muss eine dieser Angaben falsch sein. Bei der Rückrechnung von Todesjahr und Amtszeit Rachelins wäre das Jahr seiner Weihe 1035, somit nicht Johannes XIX. der Ordinator. Doch ist die Überlieferung des Namens gewöhnlich zuverlässiger als jene von Jahreszahlen. Die Angaben beruhen allerdings auf dem wenig vertrauenswürdigen Johannes Długosz, der Rachelin in seinen beiden Schriften verfälschend zum Erzbischof macht; zugleich bietet er jedoch eine bessere Jahresangabe und insgesamt plausiblere Chronologie, indem er in seinem Bischofskatalog die Weihe 1032, die Amtszeit mit 14 Jahren und als Todesjahr 1045 angibt: Rachelinus ... a. D. MXXXII ... a Johanne XX. in sede apostolica presidente ordinatus. In den Annalen gibt Johannes Długosz darüber hinaus den 25. August 1032 als Wahltag an; während dieser Autor in der zuerst genannten Quelle von der Weihe durch den Papst spricht, nimmt er in den Annalen eine päpstliche Provision an: Rachelinus a summo pontifice Johanne XXI provisus; offensichtlich überträgt der Chronist hier wie in anderen Fällen (n. †27, n. †39, n. †75, n. †178, n. †188, n. †198, n. †235, n. †236) die spätmittelalterlichen Bischofswahlverfahren seiner eigenen Zeit auf die Frühgeschichte der polnischen Kirche. Die Tatsache, dass er den Bischof Rachelin zum Italiener macht, entspricht seinen Angaben zu den anderen polnischen Bischöfen dieser Zeit (vgl. n. †27) und hat ihren Grund vermutlich in deutschfeindlichen Tendenzen, die polnische Kirche direkt an Rom zu binden (vgl. auch Koczerska, Długosz devant ses sources 93ff.).

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,1 n. †146, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1032-00-00_2_0_3_5_1_146_D146
(Abgerufen am 20.01.2017).