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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,1

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Papst Johannes (XIX.) verleiht dem vor ihm erschienenen Bischof Petrus von Girona/Gerona (Petro ... episcopo s. Gerundensis ecclesie) gegen dessen auf päpstliche Nachfrage gegebenes Versprechen, 30 Gefangene für das Seelenheil des Papstes von den (muslimischen) Spaniern (ab Ispanis) freizukaufen, das Pallium zum jährlichen Gebrauch an zwölf genannten Festtagen und ermahnt ihn zu einem dieser Ehrung entsprechenden Lebenswandel. – Cum tui amoris causa aliquit ...Scr. pm. Sergii scrin. SRE mense Aprili, ind XIII.

Überlieferung/Literatur

Orig.: – .  Kop.: 1) 11./12. Jh., Girona/Gerona, Arch. catedral, Cajon de papas, Carpeta Ia n. 4; 2) 13. Jh., Girona/Gerona, Arch. dioc., Cartoral de la curia p. 60; 3) 14. Jh., Girona/Gerona, Arch. catedral, Oe 3 fol. 196v.  Drucke: Petrusde Marca, Marca Hispanica seu Limes Hispanicus (Paris 1688) 1044; Antolin Merino, España sagrada XLIII (Madrid 1819) 430; Migne, PL 141, 1143; Zimmermann, PUU II 1109 n. 587; Josep Maria Marqués, Cartoral, dit de Carlemany, el bisbe de Girona (s. IX - XIV) I (Barcelona 1993) 188.  Reg.: Bréquigny, Table chronologique I 563; J 3109; Hacke, Palliumverleihungen 46 n. 80; Santifaller, Elenco 343; Santifaller, Verzeichnis 66 n. 64; Santifaller, LD 119; Ramon Martí, Col•lecció diplomàtica de la seu de Girona (817-1100) (Fundació Noguera. Diplomataris 13, Barcelona 1997) 199; JL 4089.  Lit.: Gams, Kirchengeschichte von Spanien II/2 434; Hacke, Palliumverleihungen 82, 130; Kętrzyński,Palliuszu biskupów 210; Kehr, Papsttum und katalanischer Prinzipat 21f.; Kehr, Älteste PUU Spaniens 36; Kehr, PUU in Spanien I 138ff.; Bauer, Rechtsverhältnisse 109; Herrmann, Tuskulanerpapsttum 129; Martí Bonet, Roma y las iglesias 142f.; Kortüm, Urkundensprache 134.

Kommentar

Zur Überlieferung vgl. Kehr, PUU in Spanien I 138ff., Santifaller, Verzeichnis und Zimmermann, PUU. Auf der ältesten Kopie befindet sich eine Nachzeichnung der Bulle Johannes' XIX. Kehr, Älteste PUU nimmt an, das Original sei auf Papyrus geschrieben gewesen. Die in der Urkunde entsprechend dem Liber diurnus-Formular 45 für Palliumverleihungen erwähnten Pallientage sind Weihnachten, Dreikönig, Gründonnerstag, Ostern, Ostermontag, Christi Himmelfahrt, Pfingsten, Peter und Paul, Allerheiligen, Mariae Himmelfahrt, das Fest des hl. Saturnin und die jährliche Diözesansynode (in natale ... D., in epiphania, in cena D., in ressurrectione D., in die lune ressurrectionis, in ascensione D., in pentecostes, in festivitate s. Petri apostoli, in festivitate omnium Sanctorum, in assumptione s. Marie et in festo s. Saturnini et in uno concilio diocesis vestre). Die Palliumsverleihung betrifft nur den Bischof Petrus persönlich, nicht seine Nachfolger; eine Rangerhöhung seiner Kirche ist damit nicht vollzogen. Als Ursache dafür nennt die Urkunde selbst die auf Anfrage des Papstes geäußerte Bereitschaft des Bischofs zum Gefangenenfreikauf (dazu vgl. allgemein: Adalbert Erler, Der Loskauf Gefangener. Ein Rechtsproblem seit drei Jahrtausenden, Berlin 1978, v. a. 29ff.). Doch diese Erklärung ist vermutlich vordergründig; eigentlicher Hintergrund für die Verleihung dürfte die Gründung des Bistums Besalú durch Benedikt VIII. im Jahr 1017 (Böhmer/Zimmermann,Papstregesten n. 1189; vgl. Vincke, Staat und Kirche 357) sein, mit der – weil sie u. a. auch auf Kosten seines Bistums durchgeführt wurde – Bischof Petrus von Girona/Gerona sich nicht abgefunden hat. In deren Folge suchte Petrus von Girona/Gerona engeren Kontakt zu Rom (vgl. Böhmer/Zimmermann,Papstregesten n. †1200, n. 1206); er erhielt vermutlich das Pallium als Kompensation für die seinem Bistum durch die Gründung von Besalú entstandenen Verluste.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,1 n. 129, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1030-04-00_1_0_3_5_1_129_129
(Abgerufen am 22.07.2017).