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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,1

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Papst Johannes (XIX.) empfängt den in Begleitung des Abtes Grimald (von Arezzo) und des Propstes Petrus von Arezzo nach Rom gekommenen Musiker Guido (von Arezzo) (n. 131), beglückwünscht diesen zu seiner Arbeit und lernt noch während dieser Audienz einen Vers nach der neuen Lernmethode des Guido zu singen.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Guido von Arezzo, Epistola de ignoto cantu (Migne,PL 141, 424; Pasqui, Documenti per la storia di Arezzo I 192f.).  Reg.: – .  Lit.: Bresslau, Konrad I 141; Mann, Popes V 235; Smits van Waeseberghe, Guidone Aretino 15, 18, 23, 27ff., 30f., 67; AndrewHughes, Early Medieval Music (Oxford 1954) 279ff., 290ff.; Elze, Sacrum palatium 47; Vecchi, Insegnamento e pratica musicale 33; Cattaneo, Vita commune 244; Ernetti, Riforma musicale di Guido monaco Pomposiano 131, 133; Tafi, Chiesa Aretina 340; Brunhölzl, Lateinische Literatur des Mittelalters II 396.

Kommentar

Laut der angegebenen Quelle folgte der Musiker Guido der Einladung des Papstes nach Rom (n. 131); er schreibt: adii ... Romam cum d. Grimaldo [Migne: Grunvaldo] ... abbate et d. Petro Aretine ecclesie canonicorum preposito. Die Einladung war erfolgt wegen des Rufes Guidos als Musiklehrer in Arezzo; Hinweise auf Bemühungen Johannes' XIX. um die bessere Ausgestaltung der Liturgie in Rom finden sich auch in n. 72 von 1026, doch lässt sich die Berufung Guidos an den päpstlichen Hof zeitlich nicht näher eingrenzen; die Datierung folgt derjenigen Smits van Wae-seberghes, welche auf den Nennungen des Begleiters Petrus von Arezzo in den Jahren 1030-1032 basiert. Eine frühere Datierung in das Jahr 1027 wird möglich, wenn der Besuch des Musikers in Rom im Zusammenhang mit dem in Rom ausgestellten Diplom Konrads II. für Arezzo gesehen wird, in welchem Propst Petrus ebenfalls erwähnt ist (DKII. 74, 1027 März 31, Bresslau,MG Dipl. IV 94; Böhmer/Appelt, Regesten Konrads II. 76). Der Musiker stellte dem Papst seine für die Domsänger gestaltete Unterrichtsmethode vor, woraufhin Johannes XIX. selbst ein versiculum nach dieser Methode gelernt habe. Dem Ansinnen des Papstes, längere Zeit als Lehrer in Rom zu bleiben, konnte Guido nicht Folge leisten, da eine Krankheit ihn zwang, sich aus dem estivo fervore der Tiberstadt zurückzuziehen.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,1 n. 132, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1030-00-00_6_0_3_5_1_132_132
(Abgerufen am 23.10.2017).