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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,1

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Papst Johannes (XIX.) wird vom Bischof von Capri über eine Vision informiert, in welcher diesem der verstorbene Papst Benedikt VIII. in der Gegend von Pozzuoli (Puteolis) erschienen war und ihn aufgefordert hatte, seinen Bruder, den Papst, anzuweisen, er solle zur Rettung seiner Seele eine größere, in einem bestimmten Kasten aufbewahrte Summe Geldes an die Armen verschenken.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Petrus Damiani, Epistola 72 (Reindel, Briefe des Petrus Damiani, MG Briefe IV/2 n. 72, 327-366, 336f.; Migne, PL 145, 427f.); Helinand von Froidmont, Chr. 1045 (Migne, PL 212, 935); Alberich von Troisfontaines, Chr. 1023 (MG SS XXIII 782); Vinzenz von Beauvais, Speculum hist. XXV 21 (1009); Chronicle of Popes and Emperors (Embree, Medieval Chr. 99); Dialogus de diversarum religionum origine (Martène/Durand, Ampl. Coll. VI 38); Tholemäus von Lucca, Hist. eccl. XVIII 16 (Muratori, SS rer. Ital. XI 1054); Ranulf Higden, Polychr. (Lumby,SS rer. Brit. 41/7 93); Androw of Wyntoun, Orygynale Cronykil of Scotland VI 13 (Laing II 103); Jean des Preis (dit Outremeuse), Myreur II 1042 (Brognet IV 226); Jakob Twinger von Königshofen, Chr. (Hegel,Chr. der deutschen Städte IX 557); Thomas Ebendorfer, Chr. pont. Rom. (Zimmermann, MG SS NS 16/1994, 323); Thomas Ebendorfer, Tractatus de schismatibus 16 (Zimmermann, MG SS NS 20/2004, 30f.); Johannes Długosz, Ann. seu Chr. Poloniae II zu 1011 und zu 1026 (Dąbrowski I 271, 298).  Reg.: – .  Lit.: Dresdner, Sittengeschichte 274; Antonio Calamoneri, San Pier Damiani agiografo (Rom 1978) 194; Herrmann, Tuskulanerpapsttum 166f.; vgl. n. 115, n. 116.

Kommentar

Es handelt sich bei dieser erstmals von Petrus Damiani in seinem Brief an Papst Nikolaus II. niedergeschriebenen Erzählung um eine andere Version der Geschichte, welche Jotsald und nach ihm auch Petrus Damiani, Vita Odilonis im Zusammenhang mit dem Abt Odilo von Cluny überliefern (vgl. n. 115, n. 116). Davon abweichend ist in diesem Fall ein anderer Visionär eingeführt, allerdings ist sich der Autor bei dessen Bestimmung nicht völlig sicher (episcopus, si recte teneo, Capraeis) (bei Alberich und Helinand handelt es sich um einen Bischof von Capua, vermutlich weil ein Bischof von Capri ihnen nicht bekannt war); der verstorbene Papst erbittet für sein Seelenheil in dieser Version nicht die Fürbitte des Abtes von Cluny (vgl. n. 115), sondern die Verteilung von Geld an die Armen durch seinen Bruder und Nachfolger, Johannes XIX. Es handelt sich dabei um ganz bestimmtes Geld, das offenbar durch seinen Aufbewahrungsort näher definiert ist. Das Verschenken des Geldes soll für das Seelenheil Benedikts VIII. unumgänglich sein, weil es de rapinis sunt et iniustitiis acquisita (zum Inhalt vgl. Lebbe, Shadow Realm between Life and Death 70ff.). Die auf Petrus Damiani folgenden Quellen sind v. a. an der Mirakelgeschichte als solcher interessiert und geben keine weiteren Details. Die Datierung erfolgt analog zu n. 115, n. 116. Zum Zusammenhang vgl. auch n. 6, n. †16. Eine entsprechende Erzählung existierte später auch über Benedikt IX.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,1 n. 117, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1029-06-00_3_0_3_5_1_117_117
(Abgerufen am 20.10.2017).