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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,1

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Papst Johannes (XIX.) bestätigt dem Erzbischof Hunfried von Magdeburg (Humfrido, s. Magdaburgensis ecclesie archiepiscopo) wunschgemäß und weil das junge Erzbistum der römischen Kirche aufgrund derselben Kanonikerregel an beiden Orten besonders nahe steht (quamvis ... iunior est tempore, tamen ecclesie Romane vicinior est equalitate, quoniam ... eadem regula et canonicorum ordinum ... idem est habitus) alle Kirchen und Klöster seiner Diözese samt deren gesamtem Besitz und Rechten, sowie die früheren Privilegien seiner Vorgänger, verfügt die alleinige Weihegewalt des Papstes für den Magdeburger Metropoliten (nullus ... ab aliquo consecretur nisi a Romano pontifice vel a suo misso) und erlässt ein Alienationsverbot. – Apostolatus nostri sollicitudo omnium ecclesiarum ...

Überlieferung/Literatur

Orig.: – .  Kop.: 1) Ende 11. Jh., Magdeburg, StArch., Rep. Cop. 1a fol. 10; 2) 14/15. Jh., Magdeburg, StArch., Rep. Cop. 6 fol. 315.  Erw.: Gesta archiep. Magdeburgensium 19 (MG SS XIV 398).  Drucke: Sagittarius, Hist. 287; Israel/Möllenberg, UB Magdeburg I 201; Zimmermann, PUU II 1073 n. 567.  Reg.: J 3102; Mülverstedt, Regesta archiepiscopatus Magdeburgensis I 271 n. 662; Santifaller, Verzeichnis 51 n. 34; Santifaller, LD 119; JL 4084.  Lit.: Karl Uhlirz, Geschichte des Erzbistums Magdeburg (Magdeburg 1887) 58; Karl Uhlirz, Zur Biographie des Erzbischofs Tagino von Magdeburg (1004 Februar 2 - 1012 Juni 9) (MIÖG 15/1894, 121-128) 127f.; Lerche, Privilegierung 187; Kehr, Erzbistum Magdeburg 20, 50, 52; HelmutBeumann/WalterSchlesinger, Urkundenstudien zur deutschen Ostpolitik unter Otto III. (Walter Schlesinger, Mitteldeutsche Beiträge zur deutschen Verfassungsgeschichte des Mittelalters, Göttingen 1961, 306-407) 334f.; Fürst, Cardinalis 150; Walter Schlesinger, Zur Geschichte der Magdeburger Königspfalz (BldLG 104/1968, 1-31) 27; Beumann, Pontifikalinsignien 12; Claude, Magdeburg I 303, II 21ff., 202; Martí Bonet, Roma y las Iglesias 158; Zotz, Pallium 170; Stratmann, Recht der Erzbischofsweihe 71; Kortüm, Urkundensprache 356: Beumann, Theutonum nova metropolis 168f., 200ff.

Kommentar

Zur Überlieferung vgl. Santifaller, Verzeichnis und Zimmermann, PUU. Die Urkunde folgt im Diktat weitgehend jener Benedikts VIII. für Seo de Urgel (JL 3993, Böhmer/Zimmermann,Papstregesten n. 1106; Zimmermann, PUU II 903 n. 477) mit Erweiterungen aufgrund der Liber diurnus-Formeln 101 und 115. Wegen des fehlenden Eschatokolls nehmen Schlesinger, Königspfalz und Zotz an, es handle sich nur um einen Privilegienentwurf. Die zeitliche Einordnung ergibt sich aufgrund der im Urkundentext für deren Gültigkeit a presenti decima indictione gebrauchte Formulierung; eine 10. Indiktion in den Amtszeiten von Papst und Erzbischof trifft nur für das angegebene Jahr zu. Die angeführte Chronik nennt Johannes (XX.), weist ihm aber zu Unrecht nicht diese, sondern eine Palliumsurkunde zu (n. †32) (vgl. JL 4058; Böhmer/Zimmermann,Papstregesten n. 1271). Die angestrebte Weihereservation konnte erst 200 Jahre später durchgesetzt werden. Ob mit dem von Innozenz II. in seinen Urkunden (1131 November/Dezember) (JL 7516; Migne, PL 179, 167; Israel/Möllenberg, UB Magdeburg I 283) und 1133 Juni 4 (JL 7629; Migne, PL 179, 183; Israel/Möllenberg, UB Magdeburg I 288) erwähnten Johannes-Privileg Johannes XIX. und eine verfälschte Form dieser Urkunde oder die Fälschung n. †32 gemeint ist, lässt sich nicht bestimmen; vgl auch n. †13.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,1 n. 68, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1026-09-00_2_0_3_5_1_68_68
(Abgerufen am 20.01.2017).