Regestendatenbank - 176.134 Regesten im Volltext

RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,1

Sie sehen den Datensatz 23 von insgesamt 328.

Papst (Johannes XIX.) ordnet die Reform des Klosters San Salvador de Oña (D. Burgos) an.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Urkunde des Königs Sancho (III.) Garcés "el Mayor" für San Salvador de Oña von 1033 Juni 30 (Yepes, Crónica general V fol. 467); vgl. n. †177.  Reg.: – .  Lit.: HenriqueFlorez, España sagrada XXVII (Madrid 1774) 260ff.; Fita, Bola inédita de Clemente 200; Kehr, Papsttum und Navarra 6f.; Pérez de Urbel, Sancho el Mayor 314f.; Segl, Königtum und Klosterreform 36ff.

Kommentar

Die gen. Urkunde ist als Enzyklika des Königs an die Bischöfe Navarras und Aragóns sowie an den Papst (d. pape presidenti sante (!) Romane sedi) gerichtet. Darin führt der König aus, die Reform des Klosters und die Einführung der Cluniazenserregel sei auctoritate et iussione d. papae geschehen (was in der Edition der Urkunde bei Bernard/ Bruel, Recueil de Cluny IV 89-95 n. 2891 und dem Nachdruck der Urkunde bei Juan Del Alamo, Colección diplomática de Oña I 46ff. allerdings fehlt und auf die Hs. B. mit dem Zusatz d. pape Gregorii versehen in die Fußnote verwiesen ist). Wie Kehr erläutert, existiert die Vorlage, nach welcher Yepes die Urkunde ediert hat, nicht mehr; den in den jüngeren Kopien genannten Namen eines Papstes Gregor lehnt er und nach ihm Del Alamo als nicht zeitgemäß ab. Die Datierungen der Königsurkunde schwanken zwar zwischen 1024 und 1033, doch nimmt Alamo, dem Segl folgt, 1033 als Ausstellungsjahr an. Das weist in den Anfang des Pontifikats Benedikts IX., doch müsste – angesichts der kurzen Frist im Pontifikat Benedikts IX. (für den Ablauf: päpstliche Anordnung der Reform, Durchführung der Reform und königliche Antwort) und der Tatsache, dass aus dessen Beginn nur wenige Handlungen überliefert sind (vgl. auch n. 154, n. 270 zur Jugend des Papstes) – Johannes XIX. dann den erwähnten Reformauftrag ausgesprochen haben; allerdings ist eine nähere Eingrenzung für eine Beauftragung nicht möglich. Indessen zeigt Kehr, dass die Formulierungen der Urkunde König Sanchos (zu ihm vgl. Carmen Orcastegui Gros/Esteban Sarasa Sanchez, Sancho Garcés III, el Mayor [1004-1035] [= Reyes de Navarra 6, Iruña o. J.]) teilweise aus JL 4691 Alexanders II. von 1071 für San Juan de la Peña (Migne, PL 146, 1362) entnommen sind, demnach die Königsurkunde zumindest verfälscht sein muss. Wird die Erzählung der Urkunde über die Klosterreform auch als echt betrachtet, so bleibt ein päpstliches Eingreifen in das Kloster um 1030 – auch in Anbetracht der abweichenden Überlieferungen der Urkunde – unwahrscheinlich.

Nachtrag einreichen
Einreichen
Empfohlene Zitierweise

RI III,5,1 n. †23, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1024-00-00_22_0_3_5_1_23_D23
(Abgerufen am 23.05.2017).