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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,5,1

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Papst Johannes (XIX.) verleiht den Magdeburger Kanonikern das Recht, zur Messfeier am Hochaltar an bestimmten Festen liturgische Sandalen zu tragen.

Überlieferung/Literatur

Erw.: Urkunden P. Innozenz' II. von 1139 März 8 (JL –; Holstein, UB Berge 14); P. Innozenz' III. von 1207 März 8 (Potthast 3036; P. Kehr, UB des Hochstifts Merseburg I [962-1357] [Halle 1899] 129 n. 153; Holstein, UB Berge 36).  Reg.: – .  Lit.: – ; vgl. Claude, Magdeburg II 21ff.

Kommentar

Papst Innozenz III. beauftragt in gen. Urkunde die Bischöfe von Halberstadt und Merseburg damit, die Zulassung geeigneter Priester für das Kapitel in Magdeburg durchzusetzen ohne Rücksicht auf Privilegien, welche den Kanonikern des Magdeburger Domkapitels an bestimmten Tagen das liturgische Privileg der Pontifikalsandalen einräumen. Innozenz III. bezieht sich dabei auf Privilegien der Päpste: Benedictus et Johannes pape predecessores nostri canonicis Magdeburgensibus ministrantibus altari maiori in quibusdam festivis diebus sandaliorum usum duxerint concedendum; welche Päpste gemeint sind, geht aus der Urkunde nicht hervor, doch sind Aussagen über die den Dienst am Magdeburger Hochaltar verrichtenden Domkanoniker in die Palliumsurkunde Benedikts VIII. für Magdeburg (Zimmermann, PUU II 896 n. <472; JL 3989; Böhmer/Zimmermann,Papstregesten n. †1100) interpoliert, welche auch das Recht auf das Tragen von Sandalen beinhalten. Da der in der Urkunde angesprochene Benedikt-Papst demnach der VIII. ist, wäre beim Johannes-Papst vorrangig an den XIX. zu denken, zumal Johannes XIX. der letzte Papst dieses Namens vor Innozenz III. war. Dieselbe Urkunde ist mit dem Datum 1139 März 8 (Dat. Laterani VIII idus Martii pontificatus nostri a. X) in derselben Edition von Holstein auch noch dem Papst Innozenz II. zugewiesen; dabei handelt es sich vermutlich nur um eine unterschiedlich zugeordnete Abschrift der zuvor gen. Urkunde (vgl. auch das Fehlen bei JL und Kehr, UB Merseburg). Die Passage des Innozenz-Briefes macht die damalige Existenz einer Fälschung des Privilegs n. 68 entsprechend jenem Benedikts VIII. (Böhmer/Zimmermann,Papstregesten n. †1100) auch auf den Namen Johannes' XIX. wahrscheinlich. Ob mit dem von Innozenz II. in seinen Urkunden (1131 November/Dezember) (JL 7516; Migne, PL 179, 167; Israel/Möllenberg, UB Magdeburg I 283) und (1133 Juni 4) (JL 7629; Migne, PL 179, 183; Israel/Möllenberg, UB Magdeburg I 288) erwähnten Johannes-Privileg Johannes XIX. und diese Urkunde oder eine verfälschte Form des Privilegs n. 68 gemeint ist, lässt sich nicht bestimmen. Vgl. auch n. †32.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,5,1 n. †13, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1024-00-00_12_0_3_5_1_13_D13
(Abgerufen am 24.09.2017).