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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,2,3

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Heinrich ernennt den Goslarer Propst Rupert zum Nachfolger des abgesetzten Bischofs Hermann von Bamberg und läßt ihn noch am gleichen Tage durch Erzbischof Siegfried von Mainz weihen.

Überlieferung/Literatur

Am ausführlichsten Lampert 1075 (SS rer. Germ. [1894] 239 f.) mit Angabe des Datums (in natali sancti Andreae apostoli); Bruno, Bell. Saxon. c. 15 (MGH Dt. MA 2, 22); Berthold 1075 (SS 5, 279 = SS n. s. 14, 229), der den St. Andreas-Tag als Tag der Weihe durch den Mainzer Erzbischof bezeichnet; Annal. Saxo 1075 (SS 6, 705 = SS 37, 434); kürzer Ann. August. 1075 (SS 3, 129); Bernold Const. 1075 (SS 5, 430 = SS n. s. 14, 404); Frutolf 1075; Ann. Patherbr. 1075 (Scheffer-Boichorst 96); Gebeh. Salisb. ad Herm. c. 34 (Ldl 1, 279) = Hugo Flav., Chron. II (SS 8, 431); Bonizo, Ad amic. VII (Ldl 1, 602); Bernold, Pro Gebhardo Const. (Ldl 2, 109); Ann. Yburg. 1075 (SS 16, 436).

Kommentar

Schneider, Prophetisches Sacerdotium (1972) 133 f. erkennt in dieser und den folgenden Investituren (vgl. Reg. 775. 776) ein Zeichen für Heinrichs Reformgesinnung, die jedoch nicht einer Verständigung mit dem Papsttum, sondern "recht einseitig" der Festigung des Bündnisses zwischen König und Reichsepiskopat diente. – Der vom Papst für abgesetzt erklärte und gebannte Bischof Hermann von Bamberg (Gregor VII., Reg. III, 1–3 [MGH Epp. sel. 2, 242 ff.]; Berthold 1075 [SS 5, 279 = SS n. s. 14, 228 f.] = Bernold Const. 1075 [SS 5, 430 = SS n. s. 14, 404]; Ann. Weissenb. 1075 [SS rer. Germ. 1894, 57]; kurz Ann. August. 1075 [SS 3, 128]; Frutolf 1075; Ann. Patherbr. 1075 [Scheffer-Boichorst 96]; vgl. Reg. 749) hatte sich in das Kloster Münsterschwarzach zurückgezogen, um dort als Mönch zu leben (Lampert 1075 [SS rer. Germ. 1894, 242]; kürzer Berthold 1075 [SS 5, 279 = SS n. s. 14, 229]; vgl. Reg. 772). – Widerstand gegen diese Einsetzung leisteten jedoch die Lehnsleute Bischof Hermanns mit dem Hinweis, es habe weder eine öffentliche Verhandlung noch eine kanonische Untersuchung (sine publica audientia et canonica discussione) stattgefunden, weshalb es schärfstens zu mißbilligen sei, daß ein anderer neben ihm zum Bischof bestellt worden sei; vgl. Lampert 1075 (SS rer. Germ. [1894] 209, in etwas anderen Worten wiederholt 240). – Auch dem neuen Bischof Rupert, dessen Herkunft unbekannt ist (Guttenberg, Bistum Bamberg 1 [Germania Sacra 2, 1 1937] 111; vgl. aber Reg. 771), ging jedoch nach Lampert 1075 (SS rer. Germ. [1894] 240) ein denkbar schlechter Ruf voraus: Nicht nur galt er als intimster Vertrauter des Königs (regi familiarissimus), der in seine geheimsten Pläne eingeweiht war, sondern auch als Anstifter aller ‚verkehrten' Regierungsmaßnahmen Heinrichs IV. – Noch sechs Jahre später urteilte Erzbischof Gebhard von Salzburg in seiner 1081 verfaßten Epistola ad Herimannum Mettensem episcopum c. 34 (Ldl 1, 279) rückblickend, daß zu jener Zeit noch große Eintracht (concordia) zwischen Königtum und höchstem Priestertum bestanden habe, so daß nicht nur die Absetzung Hermanns von Bamberg, sondern auch die Ernennung Ruperts der Weisung und dem Gehorsam gegenüber dem Papst zugeschrieben worden sei. Vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 2, 542; sowie 3, 354 ff. – Vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 2, 540 ff.; Schmeidler, Kaiser Heinrich IV. und seine Helfer im Investiturstreit (1927) 293; Guttenberg, Regesten d. Bischöfe von Bamberg 485; ders., Bistum Bamberg 1 (Germania Sacra 2, 1 1937) 111 f.; Geldner, Das Hochstift Bamberg, HJb 83 (1964) 34 f.; Fleckenstein, Heinrich IV. und der deutsche Episkopat (Festschr. G. Tellenbach 1968) 231; R. Schieffer, Hermann I. Bischof von Bamberg, in: Fränkische Lebensbilder 6 (1975) 74 f.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,2,3 n. 773, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1075-11-30_3_0_3_2_3_773_773
(Abgerufen am 28.03.2017).