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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,2,3

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Heinrich begibt sich unter dem Vorwand eines Ungarnfeldzuges mit einer Reitertruppe in Begleitung des Grafen Hermann von Gleiberg nach Böhmen, wo er seine Truppen mit denjenigen des böhmischen Herzogs Vratislav (II.) vereinigt und bis nach Meißen im Grenzgebiet von Böhmen und Sachsen zieht, wo ihm die Bürger einen freundlichen Empfang bereiten.

Überlieferung/Literatur

Lampert 1075 (SS rer. Germ. [1894] 230 f.).

Kommentar

Nach dem erfolglos verlaufenen Ungarnfeldzug des Vorjahres (vgl. Reg. 713. 716) vermochte sich König Salomon, der Schwager Heinrichs IV., nur noch in einem Grenzgebiet seines früheren Reiches zu behaupten. Gregor VII. hatte deshalb zu dem Usurpator Geisa Kontakt aufgenommen (Reg. II, 63 vom 23. März 1075 und II, 70 vom 17. April 1075 [MGH Epp. sel. 2, 218 f. und 229 f.]). Vgl. F. Schuster, Ungarns Beziehungen zu Deutschland (1899) 17 ff.; Schünemann, Die Deutschen in Ungarn (1923) 89; Hóman, Geschichte d. ungarischen Mittelalters 1, 279 f.; Boshof, Das Reich und Ungarn in der Zeit der Salier, in: Bayern und Ungarn (1988) 58 f.; ders., Das Salierreich und der europäische Osten, in: Auslandsbeziehungen unter den salischen Kaisern (1994) 180 und 182 f.; Varga, Ungarn und das Reich (2003) 136 ff. und 143 f. – Dem von Lampert 1075 (SS rer. Germ. [1894] 230 f.) lediglich als Vorwand erwähnten Ungarnfeldzug wird von Meyer von Knonau, Jbb. 2, 521 durchaus ein gewisser Realitätsgehalt zugebilligt; auch sollte Herzog Bolesław von Polen keine Gelegenheit zu einem Eingriff in das vom Kriege geschwächte sächsische Gebiet gegeben werden (ebd. 522). – Zur Situation in Böhmen vgl. K. Richter, in: HB d. Geschichte d. böhmischen Länder 1, 228. – Vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 2, 521 ff.; Giese, Stamm der Sachsen (1979) 160.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,2,3 n. 757, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1075-09-00_2_0_3_2_3_757_757
(Abgerufen am 29.03.2017).