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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,2,3

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Heinrich ernennt auf Ersuchen Herzog Gottfrieds (des Buckligen) von (Nieder-)Lothringen den Archidiakon der Kirche von Verdun, Heinrich, zum Nachfolger Bischof Dietwins von Lüttich.

Überlieferung/Literatur

Lampert 1075 (SS rer. Germ. [1894] 225); Berthold 1075 (SS 5, 281 = SS n. s. 14, 234); Bernold Const. 1075 (SS 5, 431 = SS n. s. 14, 405); Vita Theod. c. 26 (SS 12, 52); Chron. s. Laurentii Leod. c. 43 (SS 8, 276); Chron. Andag. c. 28 f. (SS 8, 587); Ann. s. Jacobi Leod. 1075 (SS 16, 639); chronologisch verwirrter Bericht Gesta ep. Virdun. c. 7 (MGH SS 10, 494 f.).

Kommentar

Bischof Dietwin von Lüttich war hochbetagt am 23. Juni 1075 gestorben (Angabe des Todestages bei Aegidius Aureaevallensis, Gesta ep. Leod. III, 10 [SS 25, 88]; vgl. Lampert 1075 [SS rer. Germ. 1894, 225]). – Auf die altersbedingte Gebrechlichkeit des Bischofs spielt auch ein Brief Gregors VII. an (Reg. II, 61 [MGH Epp. sel. 2, 215 f.]). – Nicht nur wegen seines Alters, sondern auch, weil er die Königin (Bertha) in seine Obhut genommen hatte, war der Bischof von der Teilnahme am Sachsenfeldzug, zu dem er jedoch ein Truppenkontingent gesandt hatte, entbunden (Lampert 1075 [SS rer. Germ. 1894, 215]; vgl. Reg. 740). – Herzog Gottfried der Bucklige von Niederlothringen, der eben zu jener Zeit am königlichen Hof weilte – qui tunc forte morabatur cum Henrico rege (Chron. Andag. c. 28 [SS 8, 587]) –, wurde wegen seiner kriegerischen Verdienste von Heinrich IV. sehr geschätzt, versprach dieser sich doch von ihm Unterstützung im kommenden Feldzug gegen die Sachsen (vgl. Reg. 748. 765). – Der Archidiakon Heinrich war ein Sohn des Grafen Friedrich von Toul und ein enger Verwandter Gottfrieds von Niederlothringen (Chron. Albr. a. 1075 [SS 23, 798]; vgl. Lampert 1075 [SS rer. Germ. 1894, 225]). – Meyer von Knonau, Jbb. 2, 516 Anm. 83 hält es nicht für ausgeschlossen, daß sich Heinrichs Ernennung zum Bischof von Lüttich in Eschwege vollzogen hat. – Eher unwahrscheinlich ist der Bericht des Chron. s. Laurentii Leod. c. 43 (SS 8, 276), wonach die Wahl von Lüttich ausgegangen sei; vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 2, 516 Anm. 83. – Herzog Gottfried hat den neuen Bischof nach Lüttich begleitet (Chron. Andag. c. 29 [SS 8, 587]). – Von Erzbischof Anno von Köln hat Heinrich sodann die Weihe empfangen (Chron. Andag. c. 29 [SS 8, 587]; Chron. s. Laurentii Leod. c. 44 [SS 8, 276]). – Vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 2, 513 ff.; Vanderkindere, Formation territoriale 2 (1902) 391; Heinemeyer, Der Königshof Eschwege (1970) 49; Schneider, Prophetisches Sacerdotium (1972) 131; Mohr, Geschichte des Herzogtums Lothringen 2, 60; Kupper, Liège et l'église (1981) 137 f.; Series episcoporum eccl. cath. occident. 5,1 73 f.; Werner, Herzog von Lothringen (Salier 1, 1991) 439; Dt. Königspfalzen 1. Hessen 113 f. no 6.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,2,3 n. 747, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1075-07-00_3_0_3_2_3_747_747
(Abgerufen am 27.07.2017).