Regestendatenbank - 176.571 Regesten im Volltext

RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,2,3

Sie sehen den Datensatz 730 von insgesamt 1572.

H(einrich) warnt die Kirche von Bamberg vor Leichtgläubigkeit und mahnt sie auf Anraten der Mainzer Kirche, keine gegen ihren Bischof (Hermann ?) gerichtete Gesandtschaft aufzunehmen, da dieser rechtmäßig und kanonisch zu diesem Amt gelangt sei (Testor . . . eum legitime et canonice venisse ad hanc regiminis curam). – Brief. Memores fidei et devotionis.

Überlieferung/Literatur

Kop.: Codex Udalrici no 140: cod. 283 (12. Jh.) p. 100, Stiftsbibliothek Zwettl (U1); cod. 398 (12. Jh.) f. 58', Österreichische Nationalbibliothek Wien (U2). – Drucke: Jaffé, Bibl. 5, 87 f. no 41 zu Anfang 1075; MGH Dt. MA l, 41 f. no 33 zu 1103–1105. – Reg.: Guttenberg, Regesten d. Bischöfe von Bamberg 436 zu ca. Ende Oktober 1073.

Kommentar

Die Datierung des an das Bamberger Domkapitel gerichteten Schreibens ist stark umstritten. – Erdmann, Untersuchungen zu den Briefen Heinrichs IV., AUF 16 (1939) 210 f. spricht sich unter Hinweis auf den im Brief enthaltenen vollen Kaisertitel (Romanorum imperator augustus) für die Jahre 1103–1105 aus; bei dem Bischof handele es sich somit um Otto I. (1102–1139), dessen Weihe aufgrund der Vertreibung des Mainzer Erzbischofs Ruthard erst im Jahre 1106 erfolgen konnte. Vgl. auch ders., Studien 233; Langosch, Die Briefe Kaiser Heinrichs IV. 153 f. Anm. zu no 33; Schmale, Briefe Heinrichs IV. (Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des MA 12) 104 f. Anm. 10. – Guttenberg, Regesten d. Bischöfe von Bamberg 436 verweist dagegen auf häufigere die Titulatur betreffende Irrtümer bei Udalrich (vgl. auch Schmale, Briefe Heinrichs IV. [Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des MA 12] 105 Anm. 10) sowie auf die Einordnung innerhalb des Codex Udalrici; auch passe der Brief inhaltlich weit besser zu den Simonievorwürfen gegen Bischof Hermann von Bamberg (vgl. Reg. 701). Die von ihm für möglich gehaltene Datierung Ende Oktober 1073 ergibt sich aus dem Aufenthalt Erzbischof Siegfrieds von Mainz am Königshof (vgl. Reg. 664). Vgl. auch R. Schieffer, Spirituales latrones, HJb 92 (1972) 35 f. mit Anm. 81; ders., Hermann I. Bischof von Bamberg, in: Fränkische Lebensbilder 6 (1975) 63 f. Allerdings bezieht Guttenberg, Regesten d. Bischöfe von Bamberg 436 die Formulierung ne adversus episcopum vestrum ullam suscipiatis legationem auf die Gesandtschaft des Bamberger Domklerus an Papst Gregor VII. im Herbst/Frühwinter 1073 (Lampert zu 1075 [SS rer. Germ. 1894, 204 f.]; zur Datierung Guttenberg, ebd. 437), wohingegen sowohl die vorangehende Warnung Heinrichs IV. (ne . . . credatis omni spiritui) als auch die nachfolgende Beteuerung des Königs (cum nullam iustam in eum audire possitis accusationem) eher als Hinweis auf eine in Bamberg eintreffende Gesandtschaft zu verstehen sind. – Schmeidler, Kaiser Heinrich IV. und seine Helfer im Investiturstreit (1927) 281 und 291 f. datiert den Brief auf Juni bis Dezember 1074, vermutlich Juli/August. Die angesprochene Legation beziehe sich auf Bischof Hermann von Metz, der von Gregor VII. als dessen Beauftragter in der Angelegenheit Hermanns von Bamberg eingesetzt worden war. Vgl. Reg. I, 84 vom 12. Juni 1074 (MGH Epp. sel. 2, 119 f.): apostolica fultus auctoritate vicem nostram in causa tua (sc. Hermanns von Bamberg) explere debeat. Allerdings ist nichts über eine Legation Hermanns von Metz bekannt, die sich an das Bamberger Domkapitel richtete. – Da über die Art der an das Domkapitel gerichteten legatio keine Entscheidung getroffen werden kann, ist letztlich nur eine ungefähre Einordnung des Briefes möglich. Bei einem Bezug des Schreibens auf Bischof Hermann ist die Romreise Siegfrieds von Mainz im Frühjahr 1075 der terminus ante quem, da dieser sich dort am 12. April von Hermann von Bamberg distanzieren mußte (MGH Briefe d. dt. Kaiserzeit 5, 244 no 41; Lampert 1075 [SS rer. Germ. 1894, 208 f.]). Zu den Vorgängen vgl. Guttenberg, Regesten d. Bischöfe von Bamberg 457; sowie R. Schieffer, Hermann I. Bischof von Bamberg, in: Fränkische Lebensbilder 6 (1975) 69 f. – Zur Haltung Erzbischof Siegfrieds von Mainz in der Bamberger Angelegenheit vgl. Rudolph, Erzbischof Siegfried von Mainz (1973) 87 ff. – Vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 2, 440 Anm. 185 mit Datierung vor 20. April 1074; Schmeidler, Kaiser Heinrich IV. und seine Helfer im Investiturstreit (1927) 281 und 291 f.; Pivec, Studien und Forschungen zur Ausgabe des Codex Udalrici III, MÖIG 48 (1934) 331; Erdmann, Untersuchungen zu den Briefen Heinrichs IV., AUF 16 (1939) 210 f.; Erdmann-Gladiß, Gottschalk von Aachen im Dienste Heinrichs IV., DA 3 (1939) 173 f.; Guttenberg, Regesten d. Bischöfe von Bamberg 436; ders., Bistum Bamberg 1 (Germania Sacra 2, 1 1937) 108; Classen, Heinrichs IV. Briefe im Codex Udalrici, DA 20 (1964) 126 f.; R. Schieffer, Spirituales latrones, HJb 92 (1972) 35 f. mit Anm. 81; ders., Hermann I. Bischof von Bamberg, in: Fränkische Lebensbilder 6 (1975) 63 f.

Nachtrag einreichen
Einreichen
Empfohlene Zitierweise

RI III,2,3 n. 730, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1075-04-00_1_0_3_2_3_730_730
(Abgerufen am 19.10.2017).