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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,2,3

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Heinrich entsendet Bischof Benno (II.) von Osnabrück zu der (in Toul ?) unter dem Vorsitz Erzbischof Udos von Trier geführten Verhandlung gegen Bischof Pibo von Toul, bei der auch aufgrund der entlastenden Aussagen Bennos die Anklagen gegen Pibo von Toul als ungerechtfertigt zurückgewiesen werden.

Überlieferung/Literatur

Erwähnt im Brief (Erzbischof Udos von Trier an Papst Gregor VII.) H 17 von (Januar – Anfang Februar 1075) (MGH Briefe d. dt. Kaiserzeit 5, 38 ff. no 17).

Kommentar

Zum Bekanntwerden der Vorwürfe gegen Bischof Pibo von Toul und der Reaktion der Bischöfe vgl. die Bemerkungen zu Reg. 724 und die dort genannte Literatur. – Zum Verhandlungsort Toul vgl. R. Schieffer, Spirituales latrones, HJb 92 (1972) 44 mit Anm. 128 gegen Erdmann, Studien 253 mit der Nennung von Trier. – Nach dem Bericht Udos von Trier habe der von Heinrich IV. als Entlastungszeuge entsandte Bischof Benno von Osnabrück (Osenebrugensis episcopus . . . a rege missus supervenerat et tunc pręsens sedebat) Pibo vom Vorwurf eines simonistischen Erwerbs des Bischofsamtes gereinigt (quod nulla pactione episcopatus donum a rege accepisset, primum ipsius regis nomine, deinde sua etiam attestatione illum purgavit). Benno habe sich selbst sowie Siegfried von Mainz und Burchard von Halberstadt als mediatores der Nachfolgeregelung bezeichnet, die auf ihren Ratschlag hin mit Zustimmung des Domkapitels und der Leistung des dem König geschuldeten Treueids erfolgt sei (non nisi illorum consilio suscepisse ecclesiasticę fraternitatis attestatione et regię fidei iuramentis se obligans affirmavit). – Udo bezeugt ferner die Anwesenheit Bischof Dietrichs von Verdun sowie hoher Geistlicher des Bistums Toul, welche sich lobend über Pibos introitus und vita geäußert hätten, während der Kleriker, der gegenüber Gregor VII. die Beschuldigungen gegen seinen Bischof vorgebracht hatte, beharrlich geschwiegen habe. – Am Schluß des Briefes an Gregor VII. bittet Udo den Papst, ihn zukünftig nicht mehr mit dergleichen Aufgaben zu belasten (ne nobis amodo aliquid tale imponatis). – Vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 2, 448 f.; Erdmann, Studien 253; Choux, Pibon, évêque de Toul et la Querelle des Investitures, Annales de l'Est 5e sér. 1 (1950) 86 ff.; ders., L'episcopat de Pibon (1952) 196 no 12; R. Schieffer, Spirituales latrones, HJb 92 (1972) 41 ff.; Zielinski, Reichsepiskopat (1984) 170; Erkens, Trierer Kirchenprovinz im Investiturstreit (1987) 11; Gresser, Synoden und Konzilien in der Zeit des Reformpapsttums (2006) 129 f. mit Anm. 99.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,2,3 n. 726, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1075-01-00_2_0_3_2_3_726_726
(Abgerufen am 23.01.2017).