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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,2,3

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Heinrich gelangt über Augsburg und die Reichenau nach Straßburg, wo er das Weihnachtsfest begeht. Auf einer im Anschluß an die Weihnachtsfeierlichkeiten veranstalteten Fürstenversammlung wird über die Wiederaufnahme des Sachsenkrieges beraten.

Überlieferung/Literatur

Lampert 1075 (SS rer. Germ. [1894] 201 f.); Berthold 1075 (SS 5, 277 = SS n. s. 14, 221); Bernold Const. 1075 (SS 5, 430 = SS n. s. 14, 404); vgl. den Brief (Erzbischof Udos von Trier an Papst Gregor VII.) H 17 (MGH Briefe d. dt. Kaiserzeit 5, 38 ff. no 17).

Kommentar

Zur Reiseroute Kilian, Itinerar 67; sowie Meyer von Knonau, Jbb. 2, 407 ff. – Berthold 1075 (SS 5, 277 = SS n. s. 14, 221) zufolge soll bei den Rüstungen gegen die Sachsen der Anschein erweckt worden sein, als seien dieselben zur Vorbereitung eines Feldzuges gegen die Ungarn bestimmt; vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 2, 413. – Die Darstellung Lamperts 1075 (SS rer. Germ. [1894] 202), Heinrich IV. habe die Rüstung ein ganzes Jahr im Geheimen betrieben, ist nicht zutreffend. – Unter den namentlich nicht genannten Fürsten dürfte sich auch Rudolf von Schwaben befunden haben, in dessen Herzogtum der Versammlungsort lag. Vgl. Grund, Die Wahl Rudolfs von Rheinfelden zum Gegenkönig (1870) 47. – Vermutlich auf der Straßburger Fürstenversammlung wurden durch Erzbischof Udo von Trier die Anschuldigungen Gregors VII. gegen Bischof Pibo von Toul bekannt gemacht. Gregor VII. hatte am 16. Oktober 1074 (Reg. II, 10 [MGH Epp. sel. 2, 140 ff.]) Udo von Trier als den zuständigen Metropoliten beauftragt, den gegen Bischof Pibo von Toul gerichteten simonistischen Beschuldigungen eines (ungenannten) Touler Domherren nachzugehen und Pibo ohne Prüfung des Sachverhalts bereits als exepiscopus und lupus bezeichnet. Der Erzbischof behandelte die Angelegenheit als Fall der – durch mehr als 20 Bischöfe vertretenen – Reichskirche, welche die Anschuldigungen des Papstes zurückwies und sich gegen die Beschimpfung eines ihrer Angehörigen verwahrte (Brief [Erzbischof Udos von Trier an Papst Gregor VII.] H 17 [MGH Briefe d. dt. Kaiserzeit 5, 39 no 17]). Gegen Gregor VII. wurde bei dieser Gelegenheit der Vorwurf erhoben, in einer dem ‚Aufruhrkanon' (EC 3 [Jaffé, Bibl. 2, 523 f.]) nahekommenden Weise die überlieferte Rechtsordnung auf den Kopf zu stellen, indem ‚die Söhne gegen die Väter bewaffnet' würden (filios in patres armare, reverentię et pietatis iura confundere). Vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 2, 447 f.; Erdmann, Studien 160 und 252 f.; Choux, Pibon, évêque de Toul et la Querelle des Investitures, Annales de l'Est 5e sér. 1 (1950) 84 ff.; ders., L'episcopat de Pibon (1952) 195 f. no 11 f.; R. Schieffer, Spirituales latrones, HJb 92 (1972) 41 ff.; Schneider, Prophetisches Sacerdotium (1972) 98 ff.; Robinson, "Periculosus homo”, Viator 9 (1978) 128 f.; R. Schieffer, Entstehung des päpstlichen Investiturverbots (1981) 122 mit Anm. 71; Erkens, Trierer Kirchenprovinz im Investiturstreit (1987) 5 ff.; Cowdrey, Pope Gregory VII (1998) 115 f.; Gresser, Synoden und Konzilien in der Zeit des Reformpapsttums (2006) 129 f. – Unmut über rangverletzendes, eigenmächtiges Handeln Gregors VII. gegenüber den Bischöfen äußerte auch Erzbischof Liemar von Bremen in einem Schreiben an Bischof Hezilo von Hildesheim (H 15) mit den bezeichnenden Worten: periculosus homo vult iubere, quę vult, episcopis ut villicis suis (MGH Briefe d. dt. Kaiserzeit 5, 33 ff.). Vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 2, 446 f.; Erdmann, Studien 136 ff.; Schneider, Prophetisches Sacerdotium (1972) 100; Robinson, "Periculosus homo”, Viator 9 (1978) 129; Cowdrey, Pope Gregory VII (1998) 117. – Auch Erzbischof Siegfried von Mainz meldete Ende Januar 1075 in einem Brief an Gregor VII. Bedenken gegen die Behandlung der deutschen Bischöfe durch den Papst an (CU 42 [Jaffé, Bibl. 5, 88 ff.]). Vgl. Schneider, Prophetisches Sacerdotium (1972) 100 f.; Rudolph, Erzbischof Siegfried von Mainz (1973) 86; Cowdrey, Pope Gregory VII (1998) 118. – Zu den Anfang 1075 wohl in Toul verhandelten Beschuldigungen gegen Bischof Pibo und der Rolle Heinrichs IV. bei diesem Prozeß vgl. Reg. 726. – Vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 2, 410 und 413 ff.; Sütterle, Die Salier und das Elsass (2009) 18 f.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,2,3 n. 724, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1074-12-25_2_0_3_2_3_724_724
(Abgerufen am 26.05.2017).