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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,2,3

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Heinrich erhält von Papst Gregor VII. anerkennende Worte bezüglich seiner Bemühungen um Eindämmung von Simonie und Priesterehe, worüber derselbe durch Mitteilungen von Heinrichs Mutter, der Kaiserin Agnes, sowie der (Mark-)Gräfin Beatrix (von Tuszien-Canossa) und deren Tochter Mathilde unterrichtet worden sei, wird davon in Kenntnis gesetzt, daß der Papst seiner während der Messe in der Fürbitte gedenke, gleichzeitig aber eindringlich vor falschen Ratgebern gewarnt. In der Angelegenheit der Mailänder Kirche wird ihm Entgegenkommen signalisiert, wobei Gregor VII. jedoch unter Verweis auf die von früheren Synoden bekräftigte Rechtslage davon ausgeht, daß derselben ihr Recht wiedergegeben werde. Er wird von der Ladung Erzbischof Siegfrieds von Mainz zur nächsten Fastensynode unterrichtet und um Unterstützung für den Fall ersucht, daß die gleichfalls vorgeladenen Bischöfe (Hermann) von Bamberg, (Werner) von Straßburg und (Heinrich) von Speyer der päpstlichen Aufforderung, über ihre Amtsführung Rechenschaft abzulegen, keine Folge leisten sollten.

Überlieferung/Literatur

Brief Gregors VII. vom 7. Dezember 1074, Reg. II, 30 (MGH Epp. sel. 2, 163 ff.).

Kommentar

Gregors VII. Brief markiert zweifellos den Höhepunkt päpstlich-königlichen Einvernehmens. – In der Mailänder Frage erwartete der Papst eine Entscheidung zugunsten des von der Pataria erhobenen Atto als rechtmäßigem Erzbischof und entsprechend eine Zurückweisung der Ansprüche Gottfrieds. Zu den Hintergründen vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 2, 282 ff.; sowie Reg. 570. 599. – Die Vorladung Erzbischof Siegfrieds von Mainz mit seinen Suffraganen hat der Papst mit einem Schreiben vom 4. Dezember 1074 verfügt (Reg. II, 29 [MGH Epp. sel. 2, 162]). – Gregor VII. erwähnt in diesem Brief weder die Suspension Erzbischof Liemars von Bremen-Hamburg, die anläßlich seines Nichterscheinens auf der Herbstsynode am 30. November ausgesprochen worden war, noch dessen Ladung auf die folgende Fastensynode (Gregor VII., Reg. II, 28 [MGH Epp. sel. 2, 160 f.]); vgl. Blumenthal, Gregor VII. (2001) 160. – Vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 2, 436 f. und 439 f.; Guttenberg, Regesten d. Bischöfe von Bamberg 451; Schneider, Prophetisches Sacerdotium (1972) 85 ff.; Laudage, Priesterbild und Reformpapsttum (AKG Beihefte 22, 1984) 261 f.; Struve, Gregor VII. und Heinrich IV. (Studi Gregoriani 14, 1991) 32, wieder in: ders., Salierzeit im Wandel (2006) 98 mit 309; Cowdrey, Pope Gregory VII (1998) 99 f.; Blumenthal, Gregor VII. (2001) 162; Gresser, Synoden und Konzilien in der Zeit des Reformpapsttums (2006) 128 mit Anm. 89.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,2,3 n. 721, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1074-12-07_2_0_3_2_3_721_721
(Abgerufen am 28.07.2017).