Regestendatenbank - 176.134 Regesten im Volltext

RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,2,3

Sie sehen den Datensatz 712 von insgesamt 1572.

Heinrich empfängt erneut eine ungarische Gesandtschaft, die um Hilfe für seinen Schwager, König Salomon von Ungarn, gegen dessen Rivalen Joas (Herzog Geisa) bittet und für den Fall erfolgreicher Unterstützung unter Gestellung von zwölf Geiseln die Anerkennung der deutschen Lehnsoberhoheit sowie die Überlassung von sechs der am besten befestigten Städte Ungarns in Aussicht stellt.

Überlieferung/Literatur

Lampert 1074 (SS rer. Germ. [1894] 197 f.).

Kommentar

Nach Lampert 1074 (SS rer. Germ. [1894] 195) ist Heinrich IV. bereits im Frühjahr 1074 um Hilfe angegangen worden (vgl. Reg. 703). – Die Lehnsnahme des ungarischen Königs Salomon, die auch in den Annales Admuntenses 1074 (SS 9, 576) und den Annales Salisburgenses 1074 (SS 9, 773) überliefert wird, stieß bei Gregor VII. auf heftigen Widerstand, da er die Königsherrschaft über Ungarn als Eigentum der römischen Kirche (Romanę ecclesię proprium) betrachtete; vgl. Gregor VII., Reg. II, 13 vom 28. Oktober 1074 (MGH Epp. sel. 2, 144 f.) sowie Reg. II, 44 (180 ff.), II, 63 (218 f.) und II, 70 (229 f.). Offenbar war es die Absicht Gregors VII., den in Bedrängnis geratenen Salomon, dem er den Königstitel noch zugestanden hatte, zur Aufkündigung seiner Beziehungen zum deutschen Reich zu bewegen. Vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 2, 431 f.; Thomas, Gregors VII. imperiale Politik (Festschr. E. Hlawitschka 1993) 256 f. und 263 ff.; sowie Cowdrey, Pope Gregory VII (1998) 444. – Vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 2, 402 f.; F. Schuster, Ungarns Beziehungen zu Deutschland (1899) 16; Schünemann, Die Deutschen in Ungarn (1923) 85 ff.; Hóman, Geschichte d. ungarischen Mittelalters 1, 278; Boshof, Das Reich und Ungarn in der Zeit der Salier, in: Bayern und Ungarn (1988) 57 ff.; ders., Das Salierreich und der europäische Osten, in: Auslandsbeziehungen unter den salischen Kaisern (1994) 180 und 182 f.; Varga, Ungarn und das Reich (2003) 143.

Nachtrag einreichen
Einreichen
Empfohlene Zitierweise

RI III,2,3 n. 712, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1074-07-00_4_0_3_2_3_712_712
(Abgerufen am 22.05.2017).