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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,2,3

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Heinrich wird von einer ungarischen Gesandtschaft über die Vertreibung seines Schwagers, König Salomons von Ungarn, durch Joas (Herzog Geisa) unterrichtet und rüstet zur Unterstützung Salomons, der Heinrich für den Fall eines Sieges einen großen Teil seines Königreichs versprochen hat, eilig zu einem Kriegszug nach Ungarn.

Überlieferung/Literatur

Lampert 1074 (SS rer. Germ. [1894] 195, vgl. 197); vgl. Berthold 1074 (SS 5, 277 = SS n. s. 14, 220).

Kommentar

Nach Lampert 1074 (SS rer. Germ. [1894] 195) ist kein allgemeines Heeresaufgebot ergangen. – Berthold 1074 (SS 5, 277 = SS n. s. 14, 220) will die Ursache für Salomons Vertreibung in dessen ‚schändlichen Handlungen' (ob flagitiorum suorum insolentiam et turpitudinem) erkennen. – Nach der späteren ungarischen Chronistik soll sich Salomon persönlich mit der Bitte um Unterstützung an Heinrich IV. gewandt haben (Chron. Dubnic. c. 108 [Hist. Hung. font. SS 3, 89] = Chronici Hungarici comp. saec. XIV, c. 126 [SS rer. Hung. 1, 397]: ad cesarem direxit gressus suos). Möglich ist ein Zusammentreffen der beiden Könige in Regensburg Ende Mai (vgl. Reg. 704. 705). Bruno, Bell. Saxon. c. 83 (MGH Dt. MA 2, 78) berichtet von einer Begegnung Heinrichs mit Salomon an der Donau (dum Heinricus esset iuxta Danubium), bringt sie allerdings mit Ereignissen des Jahres 1076 in Verbindung. Von einer Flucht des ungarischen Königs zu Heinrich IV. gehen auch Meyer von Knonau, Jbb. 2, 387; sowie Boshof, Das Salierreich und der europäische Osten, in: Auslandsbeziehungen unter den salischen Kaisern (1994) 180 aus. – Vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 2, 385 ff. mit Anm. 104; F. Schuster, Ungarns Beziehungen zu Deutschland (1899) 13 ff.; Schünemann, Die Deutschen in Ungarn (1923) 85; Hóman, Geschichte d. ungarischen Mittelalters 1, 278; Boshof, Das Reich und Ungarn in der Zeit der Salier, in: Bayern und Ungarn (1988) 57; Varga, Ungarn und das Reich (2003) 143.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,2,3 n. 703, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1074-04-26_2_0_3_2_3_703_703
(Abgerufen am 17.12.2017).