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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,2,3

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Heinrich entspricht den päpstlichen Forderungen auf einer Synode in Anwesenheit der päpstlichen Legaten, der Bischöfe Gerald von Ostia und Hubert von Palestrina, der Erzbischöfe Siegfried von Mainz und Liemar von Bremen, sowie seiner Mutter, der Kaiserin Agnes, und der in ihrer Begleitung befindlichen Bischöfe Heinrich von Chur und Rainald von Como, räumt seine Verfehlungen ein, gelobt Besserung und verspricht ein Einschreiten gegen Simonisten und die Übertreter des Gebots der Ehelosigkeit unter den Priestern, während seine gebannten Räte nach Rückgabe widerrechtlich erworbenen Kirchengutes wieder in die kirchliche Gemeinschaft aufgenommen werden. Eine von den Legaten auf päpstliche Anordnung angeregte reichsweite Reformsynode scheitert jedoch am Widerstand des Episkopats.

Überlieferung/Literatur

Berthold 1074 (SS 5, 276 f. = SS n. s. 14, 220); Marian. Scott. 1096 [1074] (SS 5, 560 f.); Lampert 1074 (SS rer. Germ. [1894] 193 ff.); Annal. Saxo 1074 (SS 6, 702 f. = SS 37, 428); Bonizo, Ad amic. VII (Ldl 1, 601 f.); Vita Anselmi Luc. c. 14 (SS 12, 17) im Anschluß an Ereignisse nach 1080; Brief L(iemars von Bremen) an H(ezilo von Hildesheim) H 15 (MGH Briefe d. dt. Kaiserzeit 5, 33 ff. n° 15) zur Ablehnung der Synode; vgl. Gregor VII., Reg. I, 85 (MGH Epp. sel. 2, 121 ff. Lob der Kaiserin Agnes); II, 28 (ebd. 160 f. an Liemar mit dem Vorwurf, die Synode verhindert zu haben und der Ladung zur römischen Herbstsynode nicht gefolgt zu sein); II, 30 (ebd. 163 ff. Lob Heinrichs IV. bezüglich seines Entgegenkommens auf der Synode); III, 10 (ebd. 263 ff. Absprache über die Besetzung des Mailänder Stuhles); EC 14 (Jaffé, Bibl. 2, 537) = EV 14 (Cowdrey 36).

Kommentar

Das Entschuldigungsschreiben Hermanns von Bamberg an Gregor VII. M 40 (MGH Briefe d. dt. Kaiserzeit 5, 241 no 40; vgl. Reg. 701) nennt als Einberufungstermin der Synode sexto calen. maii. – Das Bestreben der Legaten, eine reichsweite Reformsynode unter ihrem Vorsitz einzuberufen, scheiterte trotz der Fürsprache Heinrichs IV. am Widerstand des Episkopats, namentlich an demjenigen der Erzbischöfe Siegfried von Mainz und des deshalb zur römischen Herbstsynode geladenen Liemar von Bremen. Vgl. dessen Bericht an Bischof Hezilo von Hildesheim H 15 (MGH Briefe d. dt. Kaiserzeit 5, 34 no 15). – Gegen die Vermutung Meyers von Knonau, Jbb. 2, 382, Heinrich IV. habe die Niederlage der päpstlichen Legaten bezüglich einer deutschen Reformsynode nicht ungern gesehen, spricht sich Erdmann, Studien 227 ff. aus. In diesem Sinne auch Cowdrey, Pope Gregory VII (1998) 98 ff. und 112 ff.; sowie Gresser, Synoden und Konzilien in der Zeit des Reformpapsttums (2006) 126. Anders dagegen Schneider, Prophetisches Sacerdotium (1972) 83 ff., der keine Anzeichen für eine "Bundesgenossenschaft von Kurie und König gegen den Episkopat" erkennt. – Vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 2, 377 ff.; O. Schumann, Die päpstlichen Legaten in Deutschland (1912) 23 ff.; Fliche, La réforme grégorienne 2, 151 ff.; Guttenberg, Regesten d. Bischöfe von Bamberg 446; Schneider, Prophetisches Sacerdotium (1972) 83 ff.; R. Schieffer, Hermann I. Bischof von Bamberg, in: Fränkische Lebensbilder 6 (1975) 64 ff.; ders., Entstehung des päpstlichen Investiturverbots (1981) 112; Struve, Romreise, HJb 105 (1985) 27, wieder in: ders., Salierzeit im Wandel (2006) 82 mit 295; ders., Gregor VII. und Heinrich IV. (Studi Gregoriani 14, 1991) 31 f., wieder in: ders., Salierzeit im Wandel (2006) 97 f. mit 308 f.; Black-Veldtrup, Kaiserin Agnes (1995) 52; Suchan, Königsherrschaft im Streit (1997) 99; Gresser, Synoden und Konzilien in der Zeit des Reformpapsttums (2006) 123 ff. – Zum Brief Heinrichs IV. an die Kaiserin Agnes (MGH Dt. MA 1, 21 f. n° 15), der laut Erdmann, Tribur und Rom, DA 1 (1937) 387 f. entweder nach der Synode von Nürnberg oder nach der Versammlung von Tribur und Oppenheim Oktober 1076 zu datieren ist, vgl. Reg. zu (1076 Ende Oktober ?).

Nachträge (1)

Nachtrag von Beate Schilling, eingereicht am 14.06.2017.

Hier fehlt m.E. ein Regest für ein verlorenes Schreiben Heinrichs IV. an Gregor VII., das die Legaten nach Bonizo (Ldl 1 S. 602, 13-14) zusammen mit Geschenken mit nach Rom nahmen. Das Deperditum ist auch durch die Antwort Gregors VII. (Register 2, 30 MGH Epp. sel. 2/1 S. 163, 22-23; JL 4903) bezeugt.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,2,3 n. 702, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1074-04-26_1_0_3_2_3_702_702
(Abgerufen am 22.07.2017).