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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,2,3

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Heinrich empfängt seine Mutter, die Kaiserin Agnes, sowie die sie begleitenden päpstlichen Legaten, die Bischöfe Gerald von Ostia und Hubert von Palestrina.

Originaldatierung:
(in hac quadragesima)

Überlieferung/Literatur

Berthold 1074 (SS 5, 276 f. = SS n. s. 14, 219 f.) mit der Zeitangabe in hac quadragesima sowie der Ortsangabe ad Phorzheim in Alemanniam; Bernold 1074 (SS 5, 430 = SS n. s. 403) lediglich in Alemanniam; Lampert 1074 (SS rer. Germ. [1894] 193) verlegt die Begegnung nach Nürnberg.

Kommentar

Während Meyer von Knonau, Jbb. 2, 377 mit Lampert 1074 (SS rer. Germ. [1894] 193) ein erstes Zusammentreffen Heinrichs IV. mit den päpstlichen Legaten erst nach Ostern in der Pfalz zu Nürnberg annimmt (vgl. Reg. 702), sprechen sich Erdmann, Studien 236 mit Anm. 2; Guttenberg, Regesten d. Bischöfe von Bamberg 444; Schneider, Prophetisches Sacerdotium (1972) 81; Black-Veldtrup, Kaiserin Agnes (1995) 51 f.; sowie Gresser, Synoden und Konzilien in der Zeit des Reformpapsttums (2006) 123 Anm. 57 für Pforzen n. Kaufbeuren an der Wertach aus; für Pforzheim O. Schumann, Die päpstlichen Legaten in Deutschland (1912) 26 Anm. 30; sowie Dt. Königspfalzen 3. Baden-Württemberg 484 f. no 2. Für die Identifizierung des bei Berthold 1074 (SS 5, 277 = SS n. s. 14, 219) angegebenen Ortes Phorzheim mit Pforzen spricht die Lage an der Augsburger Alpenstraße; vgl. Erdmann, Studien 236 Anm. 2. – Eine Auflösung des Widerspruchs hinsichtlich der unterschiedlichen Ortsangaben bei Berthold und Lampert könnte darin bestehen, daß Heinrich IV. zwar erstmals mit der päpstlichen Gesandtschaft in Pforzen zusammengetroffen ist, die eigentlichen Verhandlungen aber erst nach Ostern in Nürnberg aufgenommen worden sind. – In der Begleitung der Kaiserin Agnes befanden sich der ihr persönlich nahestehende Bischof Rainald von Como sowie Heinrich von Chur. Vgl. W. Goez, Rainald von Como (Historische Forschungen f. W. Schlesinger 1974) 490; sowie O. Schumann, Die päpstlichen Legaten in Deutschland (1912) 23 ff. – Dem König müssen spätestens hier die römischen Simonievorwürfe gegen Bischof Hermann von Bamberg bekannt geworden sein (vgl. Marianus Scottus 1096 [1074] [SS 5, 561]). Angesichts der Weigerung der päpstlichen Legaten, Ostern in Bamberg zu feiern, wählte Heinrich IV. für die geplante Synode Nürnberg als neuen Tagungsort. – Wie Marianus Scottus 1096 [1074] (SS 5, 561) bezeugt, war die päpstliche Gesandtschaft unmittelbar von der Fastensynode aus an Heinrich IV. abgegangen; vgl. Gregor VII., Reg. I, 62 vom 19. März 1074 (MGH Epp. sel. 2, 90 f.). Vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 2, 353 f.; Cowdrey, Pope Gregory VII (1998) 98; Blumenthal, Gregor VII. (2001) 151; Gresser, Synoden und Konzilien in der Zeit des Reformpapsttums (2006) 123. – Die Abhaltung einer reichsweiten Reformsynode durch die päpstlichen Legaten scheiterte am Widerstand des Episkopats; vgl. Reg. 702. – Vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 2, 377 ff.; Bulst-Thiele, Kaiserin Agnes 98 ff.; Schneider, Prophetisches Sacerdotium (1972) 80 ff.; R. Schieffer, Hermann I. Bischof von Bamberg, in: Fränkische Lebensbilder 6 (1975) 64 ff.; Struve, Romreise, HJb 105 (1985) 27, wieder in: ders., Salierzeit im Wandel (2006) 82 mit 295; ders., Gregor VII. und Heinrich IV. (Studi Gregoriani 14, 1991) 31, wieder in: ders., Salierzeit im Wandel (2006) 97 mit 308; Black-Veldtrup, Kaiserin Agnes (1995) 51 f.; Gresser, Synoden und Konzilien in der Zeit des Reformpapsttums (2006) 123 f.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,2,3 n. 700, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1074-04-20_1_0_3_2_3_700_700
(Abgerufen am 21.10.2017).