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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,2,3

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Auf einer Versammlung der Sachsen führen Otto von Northeim, Erzbischof Werner von Magdeburg, Bischof Burchard (II.) von Halberstadt, Markgraf Dedi (von der Niederlausitz), Hermann Billung und Pfalzgraf Friedrich (II. von Goseck) sowie die Herren Friedrich vom Berge und Wilhelm von Lodersleben Klage gegen Heinrich, woraufhin sich die Anwesenden eidlich zur Verteidigung ihrer libertas verpflichten – die Bischöfe zur Freiheit ihrer Kirchen und ganz Sachsens, die Laien dagegen zu ihrer persönlichen Freiheit – und in großer Zahl bewaffnet zur Harzburg aufbrechen, wo sie in Sichtweite des Königs ihr Lager aufschlagen.

Überlieferung/Literatur

Die Versammlung schildert ausführlich allein Bruno, Bell. Saxon. c. 24–27 (MGH Dt. MA 2, 28 ff.); verzerrter Zusammenhang bei Lampert 1073 (SS rer. Germ. [1894] 153 f.); die Initiative Ottos von Northeim hervorhebend St. Galler Fortsetzungen Hermanns von Reichenau zu 1074, f. 17v: Saxones postquam regem symoniaca eresi et in aliis rebus suam famam conmaculare et novas munitiones in eorum terra edificare et in eis novos homines multis modis ditatos locare prospexerint, maxime consilio . . . Ottonis quondam ducis publica et apperta coniuratione contra eum conspiraverunt; vgl. Ann. s. Disib. zu 1075 (SS 17, 6); vom Beginn einer coniuratio der Sachsen sprechen auch Berthold 1073 (SS 5, 276 = SS n. s. 14, 217); Ann. Patherbr. 1073 (Scheffer-Boichorst 95); Ann. August. 1073 (SS 3, 128); Ann. Ottenbur. 1073 (SS 5, 7); Ann. Yburg. 1073 (SS 16, 436); vgl. Ann. Weissenb. 1073 (SS rer. Germ. [1894] 55); Ann. Altah. 1073 (SS rer. Germ. [1891] 85); Frutolf zu 1072.

Kommentar

Ziel der von Bruno wiedergegebenen Rede Ottos von Northeim war es offenbar, die kleinen Adligen und Freien für den Kampf gegen Heinrich IV. zu mobilisieren. Vgl. Becher, Auseinandersetzung, in: Vom Umbruch zur Erneuerung (2006) 363. – Gegen eine Überbetonung der wohl aus legitimatorischen Gründen genannten sächsischen Freiheitsrechte zuletzt Becher, ebd. 360 ff.; sowie Althoff, Heinrich IV. (2006) 93 ff. – Zur mutmaßlichen Zusammensetzung der sächsischen Opposition vgl. Reg. 637. – Ortsnamen: Hokinesleve = Hötensleben nw. Oschersleben. Vgl. Oesterley, Histor.-geogr. Wörterbuch 292 b; Erdmann, Studien 124 Anm. 1; HB d. hist. Stätten Deutschlands211, 216. – Vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 2, 242 ff.; Leidinger, Westfalen im Investiturstreit, Westfälische Zeitschrift 119 (1969) 279 f.; Claude, Geschichte d. Erzbistums Magdeburg 1 (1972) 328 f.; Fenske, Adelsopposition und kirchliche Reformbewegung (1977) 36 f. und 57 ff.; Giese, Stamm der Sachsen (1979) 152 ff.; Leyser, The Crisis of Medieval Germany, Proceedings of the British Academy 69 (1983) 420; Giese, Reichsstrukturprobleme (Salier 1, 1991) 291 ff.; Leyser, Von sächsischen Freiheiten zur Freiheit Sachsens (VuF 39, 1991) 76 ff.; Schubert, Geschichte Niedersachsens 2/1 (1997) 266 f., 273, 280 und 287 ff.; Borchert, Herzog Otto von Northeim (2005) 108 und 115 ff.; Althoff, Heinrich IV. (2006) 93 f.; Becher, Auseinandersetzung, in: Vom Umbruch zur Erneuerung (2006) 362 f.; Struve, Herrscher im Konflikt, in: Vom Umbruch zur Erneuerung (2006) 59; Althoff, Noch einmal zu den Vorwürfen gegen Heinrich IV. (VuF 69, 2009) 261 f.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,2,3 n. 640, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1073-07-00_1_0_3_2_3_640_640
(Abgerufen am 20.01.2017).