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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,2,3

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Heinrich läßt das Erzbistum Mainz von königlichen Amtleuten verwalten, nachdem Erzbischof Siegfried zu einer Pilgerfahrt nach Santiago di Compostela aufgebrochen war, auf der er am 23. September der Welt entsagend in das Kloster Cluny eintrat.

Überlieferung/Literatur

Schreiben von Geistlichkeit und Volk der Mainzer Kirche CU 39 (Jaffé, Bibl. 5, 81 ff.) mit dem Hinweis, daß die Besitztümer des Bistums ab officialibus regis an sich gerissen würden. Über die Flucht Siegfrieds von Mainz mit genauen Zeitangaben Marian. Scott. 1094 [1072] (SS 5, 560); sowie Lampert 1072 (SS rer. Germ. [1894] 139); Ann. Weissenb. 1072 (SS rer. Germ. [1894] 55); rückblickend auch Gregor VII., Reg. II, 29 (MGH Epp. sel. 2, 161 f.).

Kommentar

Siegfried von Mainz war am 9. September zu einer Pilgerfahrt aufgebrochen, unterwegs jedoch in das Kloster Cluny eingetreten. Auf inständiges Bitten der Mainzer Geistlichkeit, die von Versuchen berichtete, den Mainzer Stuhl auf simonistische Weise vom König zu erlangen, entschloß er sich zur Rückkehr und traf am 6. Dezember wieder in Mainz ein. Vgl. Marian. Scott. 1094 [1072] (SS 5, 560). – Nach Metz, Quellenstudien zum Servitium regis, AfD 24 (1978) 206 ist die Nutzung der bischöflichen Einkünfte durch den König während der Zeit einer Abwesenheit des Bischofs eine Regalienleistung. Zur Aufrechterhaltung der königlichen Münzprägung in Mainz vgl. ebd. 208. – Vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 2, 168 ff.; Böhmer-Will, Regesten d. Mainzer Erzbischöfe 1, 195 f. no 71 f.; Struve, Hess. Jb. f. LG 20 (1970) 112 f.; Rudolph, Erzbischof Siegfried von Mainz (1973) 142 f.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,2,3 n. 616, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1072-09-09_1_0_3_2_3_616_616
(Abgerufen am 29.05.2017).