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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,2,3

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Heinrich wird von Papst Alexander II. aufgefordert, den als kanonisch gewählt betrachteten Atto von Mailand in sein Amt gelangen zu lassen.

Überlieferung/Literatur

Bonizo, Ad amic. VI (Ldl 1, 599): litteras suas ad regem misit (sc. Alexander II.), in quibus ammonuit eum ut filium, ut . . . ecclesiam Mediolanensium secundum Deum habere permitteret episcopum; Land. Mediol. III, 29 (RIS2 4,2 119 f.); ohne Namensnennung Berthold 1072 (SS 5, 275 = SS n. s. 14, 214 f.).

Kommentar

Durch Erlembald, den Führer der Mailänder Pataria, war als Gegenkandidat zu dem durch Heinrich IV. eingesetzten Bischof Gottfried (vgl. Reg. 570) am 6. Januar der vornehme, aber noch junge Atto in Anwesenheit des Legaten Bernhard von Anhängern der Pataria gewählt, unmittelbar darauf aber von der Gegenpartei tumultuarisch zum eidlichen Verzicht auf das Erzbistum gezwungen worden. Auf der römischen Frühjahrssynode wurde die erzwungene Eidesleistung jedoch für nichtig befunden. Vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 2, 174 ff.; Schwartz, Bistümer Reichsitaliens (1913) 80 ff.; Storia di Milano III, 184 ff.; Keller, Pataria und Stadtverfassung (VuF 17, 1973) 344 f.; Laudage, Priesterbild und Reformpapsttum (AKG Beihefte 22, 1984) 256 ff.; Zumhagen, Religiöse Konflikte und kommunale Entwicklung (2002) 68 und 88; Gresser, Synoden und Konzilien in der Zeit des Reformpapsttums (2006) 105 f. – Gottfried scheint jedoch spätestens im Dezember 1071 sein bischöfliches Amt angetreten zu haben. Vgl. Nasalli Rocca di Corneliano, L'«arcivescovo» di Milano Gotofredo e l'Abbazia di Tolla in un documento del 1071, Atti e memorie del II congresso storico lombardo (1938) 212 f. – Gregor VII., der verschiedentlich auf die Auseinandersetzung zwischen Gottfried und Atto Bezug genommen hat (Reg. I, 15 [MGH Epp. sel. 2, 24]), bekennt, schon vor seiner Papsterhebung mahnende Briefe an Heinrich IV. gerichtet zu haben – adhuc in diaconatu positi ammonitionis verba transmisimus (Reg. IV, 1 [MGH Epp. sel. 2, 290]; vgl. EC 14 [Jaffé, Bibl. 2, 536] = EV 14 [Cowdrey 34]). Mit Giesebrecht 53, 232 mit 1128 Anm. sind Gregors Selbstzeugnisse auf die Mailänder Wahl zu beziehen. – Vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 2, 175 ff. und 179; Schwartz, Bistümer Reichsitaliens (1913) 81 f.; Storia di Milano III, 186; Golinelli, La pataria (1984) 21.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,2,3 n. 599, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1072-03-00_2_0_3_2_3_599_599
(Abgerufen am 25.05.2017).