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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,2,3

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Heinrich gestattet Erzbischof Gebhard von Salzburg zu seiner Entlastung die Errichtung eines von seiner Kirche abhängigen Bistums in Gurk und dessen Ausstattung mit einem Teil der Salzburger Diözese nebst Gütern und Zehnten, und verfügt, daß dort nur ein Bischof nach Wahl und Weihe durch den Salzburger Erzbischof eingesetzt werden darf (decrevimus et annuimus, ut infra parrochiam suam adiutorem sui operis episcopum et sedem episcopalem constitueret. Igitur in loco . . . Gurca . . . cathedram episcopalem faceret et eidem novę sedi partem parrochię suę et de prediis et decimis quantum sibi conveniens videretur attribueret et ad eandem sedem episcopum ex sua consideratione ordinaret, ea . . . ratione ut episcopatus ille ęcclesię Iuuauensi . . . nunquam subtrahatur et nullus ibi episcopus . . . constituatur, nisi quem prędictus archiepiscopus suique successores ęlegerint, ordinaverint, consecraverint). – Adalbero canc. vice Sigefridi archicanc.; wohl vom Empfänger verfaßt unter weitgehender Benutzung des Privilegs Papst Alexanders II. von 1070 (JL 4673), geschrieben von dem früheren Kanzleinotar SA; M.; SI. – gleich der Bulle an der Urkunde Alexanders II. vielleicht nach dem SI. 2. Heinrichs II. gefälscht. Quotiens ea a nobis petuntur.

Originaldatierung:
(II n. februarii, Ratispone)

Überlieferung/Literatur

Orig.: Österreichisches Staatsarchiv Wien (A). – Kop.: Abschrift von 1235 im cod. 475 (Vita Gebehardi), Stiftsbibliothek Admont (B); Salzburger Kammerbücher Bd. 1 (13. Jh.) f. 97 n° 92, Österreichisches Staatsarchiv Wien (C). – Faks.: Obersteiner, Die Bischöfe von Gurk Taf. I. – Drucke: Jaksch, Monumenta Carinthiae 1, 74 n° 30 aus AB; Hauthaler-Martin, Salzburger UB 2, 171 n° 103 aus ABC; MGH DD 6, 322 n° 253. – Reg.: Böhmer 1848; Stumpf 2755.

Kommentar

Das D. wurde anläßlich der Errichtung des Bistums Gurk durch Erzbischof Gebhard von Salzburg verlesen und anschließend dem Salzburger Archiv eingefügt; vgl. die Vita Gebehardi Salisb. (SS 11, 26). – Nachtragung des Vollziehungsstrichs deutlich erkennbar; vgl. MGH DD 6, 323 Note c. – Siegel gleich der Bulle an der Urkunde Alexanders II. gefälscht; vielleicht nach SI. 2 Heinrichs II., von welchem das Salzburger Archiv in DH.II. 122 (Böhmer-Graff, RI 2, 4 no 1623) ein Muster besaß. – Vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 2, 118 ff.; Obersteiner, Die Bischöfe von Gurk (1969) 14 f.; Koller, Zur Vorgeschichte der Gurker Bistumsgründung, Carinthia 161 (1971) 51 ff., bes. 73 f.; Steinböck, Erzbischof Gebhard von Salzburg (1972) 64 ff.; Heinemeyer, Zur Gründung des Bistums Gurk in Kärnten (Historische Forschungen f. W. Schlesinger 1974) 495 ff.; Dopsch-Spatzenegger, Geschichte Salzburgs21, 236 ff; Fräss-Ehrfeld, Geschichte Kärntens 1 (1984) 165 ff. – Zur Vergleichbarkeit mit den Plänen Adalberts von Bremen vgl. Johanek, Erzbischöfe von Hamburg-Bremen (Salier 2, 1991) 108. – Nachurkunden: DF.I. 732 vom 14. Juni 1178 (Böhmer-Opll, RI 4, 2 no 2386); DO.IV. vom 20. Februar 1209 (Böhmer-Ficker, RI 5, 1 no 269); DF.II. 216 vom 19. Februar 1214 (Böhmer-Ficker, RI 5, 1 no 717).

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Empfohlene Zitierweise

RI III,2,3 n. 596, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1072-02-04_1_0_3_2_3_596_596
(Abgerufen am 20.10.2017).