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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,2,3

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Heinrich bestätigt dem Kloster Hornbach auf Bitten Abt Winithers das eingerückte (angebliche) Privileg Kaiser Karls (Karl Martells ?), mittels dessen dieser das von Pirmin gegründete Kloster von bischöflicher Gewalt befreite, indem er demselben Immunität und das Recht der freien Abtswahl verlieh, behält sich die Vogtei auf Lebenszeit vor und bestimmt, daß kein Archidiakon oder Vogt mit Ausnahme des salischen Geschlechtsältesten dort Gericht halten dürfe, es sei denn auf Geheiß des Abtes (nostra confirmatio . . . talis est: . . . licentiam et adiutorium ad ipsa monasteria construenda . . . permittimus, insuper addimus, ut sub nullius civitatis episcopi potestate sint, sed sub nostra regnique emunitate quieti permaneant, et nullus unquam potestatem habeat in eorum monasteria abbatem mittere, sed ipsi . . . sibi instituant pastorem. . . . addimus, ut nullus archidiaconus vel advocatus in . . . abbatiam Hornbach quidquam ibi iudicio suo discutiendum, ventilandum vel finiendum nisi abbatis vocatione venire presumat preter eum, qui in nostro sanguine senior nobis superstes extiterit, advocatum quia nobis viventibus alium preter nos non concedimus). – Verfaßt und wohl auch geschrieben von AC; M. Sicut antecessorum nostrorum.

Originaldatierung:
(kal. ianuarii, Lorsam)

Überlieferung/Literatur

Kop.: Transsumpt Ludwigs des Bayern vom 12. August 1342 im undatierten Originaltranssumpt des Klerikers und Notars Friedrich Aucupis, Mainzer Diözese (Anfang 15. Jh.), Hauptstaatsarchiv München (B); Codex Dancwardi (Kopialbuch von 1430), Staatsarchiv Speyer (D) – im 2. Weltkrieg verlorengegangen. – Drucke: Monumenta Boica 31a, 350 n° 187 aus D; MGH DD 6, 315 n° 249. – Reg.: Neubauer, Regesten d. Klosters Hornbach 12 n° 32; Böhmer 1846; Stumpf 2752.

Kommentar

Zu der hier zum ersten Mal begegnenden Insertion einer älteren Urkunde vgl. Breßlau, Urkundenlehre22, 303. – Die wohl auf Karl Martell, den Zeitgenossen Pirmins, zu beziehende Verleihung erweist sich freilich als Fälschung ohne echte Grundlage. Vgl. Böhmer-Mühlbacher, RI21 no 42; Heidrich, Die Urkunden der Arnulfinger 161 no 71. – Die Bestimmung über Archidiakon und Vogt wird durch die DDH.IV. 464 und 489 vom 7. Januar 1100 und 15. Februar 1105 zugunsten der bischöflichen Kirche zu Speyer, der die Abtei Hornbach durch D. 396 von 1087 mittlerweile geschenkt war, bestätigt. Hiernach hat sich Heinrich IV. tatsächlich die Vogtei vorbehalten. Vgl. Waitz, DVG 7, 339 f.; sowie die Vorbem. zu D. 249. – Ortsnamen: Hornbach = Hornbach am Hornbach s. Zweibrücken. – Vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 2, 117; Wehlt, Reichsabtei und König (1970) 100; Doll, Das Pirminskloster Hornbach, Archiv f. mittelrhein. Kirchengeschichte 5 (1953) 131 ff.; Vogtherr, Reichsabteien (2000) 69.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,2,3 n. 592, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1072-01-01_1_0_3_2_3_592_592
(Abgerufen am 30.03.2017).