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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,2,3

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An Heinrichs Regierungsstil wird zunehmend Kritik geübt: Er achte die Mächtigen (potentes), die er nur noch selten vorlasse, gering, während er die niedriger Stehenden (inferiores), mit deren Rat er das Reich regiere, begünstige; deshalb hätten sich Bischöfe, Herzöge und andere Große des Reiches (regni primores) vom königlichen Hofe zurückgezogen.

Überlieferung/Literatur

Ann. Altah. 1072 (SS rer. Germ. [1891] 84).

Kommentar

Die hier seitens der Großen des Reiches artikulierte Kritik nahm besonders an der Bevorzugung von Ratgebern ministerialischer Herkunft Anstoß. Sie stimmt in dieser Beurteilung mit Lampert 1073 (SS rer. Germ. [1894] 147 f.) überein, der ebenfalls bemerkt, die Großen hätten sich deshalb vom Hofe ferngehalten. Vgl. Struve, Hess. Jb. f. LG 20 (1970) 42 ff. Doch waren dieselben an der hier beklagten Entwicklung keineswegs unschuldig, galt ihr Interesse doch mehr der Verfolgung ihrer eigenen machtpolitischen Ziele als dem Wohl des Reiches. – Nach Meyer von Knonau, Jbb. 2, 154 f. bestand jedoch die Gefahr, daß die teilweise berechtigte Kritik an der königlichen Dienstmannschaft auf Heinrich IV. selbst zurückfiel. – Althoff, Heinrich IV. (2006) 84 f. erblickt die Ursache für die allgemeine Mißstimmung unter den Großen in dem fortwährenden Verstoß des Königs gegen die Prinzipien konsensualer Herrschaft. – Vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 2, 154 ff.; Waitz, DVG26, 374 ff.; Bosl, Reichsministerialität 1, 86 ff.; Zotz, in: HB d. Baden-Württembergischen Geschichte 1/1, 422; Althoff, Noch einmal zu den Vorwürfen gegen Heinrich IV. (VuF 69, 2009) 260.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,2,3 n. 608, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1072-00-00_2_0_3_2_3_608_608
(Abgerufen am 17.01.2017).