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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,2,3

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Heinrich 〈verleiht〉 dem Kloster Siegburg 〈auf Bitten Abt Erpos einen Bann innerhalb näher bezeichneter Grenzen über die dem Kloster gehörenden Höfe in Sieglar (Lara), Geistingen und Oberpleis (Bleisa) sowie über ein zusammenhängendes Gebiet innerhalb näher bezeichneter Grenzen zwischen Sieg und Agger mit der Maßgabe, daß dadurch die Gewalt des Grafen in keiner Weise gemindert werde, verhängt über Zuwiderhandelnde eine Buße von 60 Solidi und gewährt das Fischereirecht in allen fließenden und stehenden Gewässern〉. – Adalbero canc. vice Sigefridi archicanc.; Fälschung (Anfang 12. Jh.) auf der Grundlage einer echten, nicht erhaltenen Vorlage, von der Eschatokoll und Siegel stammen; M.; SI. 3. 〈Si petitionibus sacerdotum〉.

Originaldatierung:
(IIII non. oct., Mersibvrc)

Überlieferung/Literatur

Angebl. Orig.: Landesarchiv Düsseldorf (A). – Faks.: Weise, Die Urkunden Erzbischof Annos II. für Kloster Siegburg, Jb. d. Kölnischen Geschichtsvereins 13 (1931) nach 80 Taf. 4; ders., Das Diplom Heinrichs IV. für Siegburg (Festschr. A. Brackmann 1931) nach 256. – Drucke: Lacomblet, Niederrheinisches UB 1, 138 n° 214; Lau, Quellen zur Rechts- und Wirtschaftsgeschichte der rhein. Städte, Bergische Städte 1: Siegburg 51 n° 2; MGH DD 6, 308 n° 244; Wisplinghoff, Urkunden und Quellen von Siegburg 1, 10 n° 7. – Reg.: Oediger, Regesten d. Erzbischöfe von Köln 1000; Stumpf 2747.

Kommentar

Zu den Entstehungsumständen, dem Formular und dem nicht ursprünglich befestigten Siegel vgl. die Vorbem. zu D. 244; sowie Gladiß-Gawlik, Einl. XXXVI f. – Nach Waitz, DVG 8, 8 f. hat es sich bei dieser Verleihung um einen Burgbann gehandelt, der nicht notwendig die Gerichtsbarkeit mit einschloß. – Der in dem näher bezeichneten Bezirk gewährleistete Frieden sollte wohl in erster Linie die Sicherheit der Marktbesucher gewährleisten. – Ortsnamen: Lara = Sieglar nö. Bonn, heute Stadtteil von Troisdorf; Geistingen = Geistingen ö. Bonn, heute Stadtteil von Hennef; Bleisa = Oberpleis am Pleis-Bach s. Siegburg, heute Stadteil von Königswinter. – Vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 2, 86 f.; Weise, Das Diplom Heinrichs IV. für Siegburg (Festschr. A. Brackmann, 1931) 248 ff.; Flink, Geschichte von Oberpleis (1955) 67 ff.; Weise, Siegburger Gründungsurkunden, Jb. d. Kölnischen Geschichtsvereins 33 (1958) 138 ff.; Wisplinghoff, Untersuchungen zu den älteren Urkunden des Klosters Siegburg, AfD 9/10 (1963/64) 82 ff.; Rosen, Stellung der Kölner Erzbischöfe, Jb. d. Kölnischen Geschichtsvereins 41 (1967) 144 f.; Wisplinghoff, Benediktinerabtei Siegburg (Germania Sacra N. F. 9, 2 1975) 87, 95 und 100. – Ohne Bezug auf das DH.IV. weitgehend wiederholt in DF.I. 618 vom 9. Mai 1174 (Böhmer-Opll, RI 4, 2 no 2073).

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Empfohlene Zitierweise

RI III,2,3 n. 586, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1071-10-04_1_0_3_2_3_586_586
(Abgerufen am 23.05.2017).