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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,2,3

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Heinrich vermeidet es, auf der unter dem Vorsitz Siegfrieds von Mainz auf Anordnung Papst Alexanders II. am 15. August in Anwesenheit der päpstlichen Legaten, der Erzbischöfe Udo von Trier und Gebhard von Salzburg, sowie unter Beteiligung der Bischöfe Adalbero von Würzburg, Werner von Straßburg, Heinrich von Speyer, Gundekar von Eichstätt, Embricho von Augsburg, Hermann von Bamberg, Benno (II.) von Osnabrück, Ermenfried von Sitten und Herbert von Modena in Mainz zusammengetretenen Synode mit der Angelegenheit Karls von Konstanz persönlich in Verbindung gebracht zu werden, sondern beteuert, an keiner simonistischen Handlung beteiligt gewesen zu sein (in hoc suae potestatis dono nullam se exercuisse venalitatem, nullam super hac re cum eodem Karolo se pepigisse conventionem), und empfängt, nachdem sowohl die Vertreter der Konstanzer Kirche als auch Karl ihren Standpunkt dargelegt haben, aus der Hand des letzteren Ring und Hirtenstab zurück, was von gegnerischer Seite durchaus als Schuldeingeständnis gewertet wird.

Überlieferung/Literatur

CU 37 (Jaffé, Bibl. 5, 70 ff.) Synodalakten; CU 38 (ebd. 77 ff.) Brief Erzbischof Siegfrieds von Mainz an Alexander II.; vgl. mit Erwähnung des Vorsitzes bzw. der Anwesenheit Heinrichs IV. Lampert 1071 (SS rer. Germ. [1894] 131); Ann. Altah. 1071 (SS rer. Germ. [1891] 82 f.); Ann. Weissenb. 1071 (SS rer. Germ. [1894] 55); Marian. Scott. 1093 [1071] (SS 5, 560); Ann. Laubiens., Cont. 1071 (SS 4, 20); sowie St. Galler Fortsetzungen Hermanns von Reichenau zu 1068, f. 16v; ohne Erwähnung eines königlichen Vorsitzes Berthold 1071 (SS 5, 275 = SS n. s. 14, 212 f.) = Bernold Const. 1071 (SS 5, 429 = SS n. s. 14, 400).

Kommentar

Zur Einberufung der Synode auf päpstliche Anordnung vgl. Lampert 1071 (SS rer. Germ. [1894] 129); kürzer Berthold 1071 (SS 5, 275 = SS n. s. 14, 212) = Bernold Const. 1071 (SS 5, 429 = SS n. s. 14, 400). – Nach Ausweis des Synodalprotokolls dauerte die Synode vom 15. bis 18. August. Die Auseinandersetzung um Karl von Konstanz wurde am 17. und 18. August in Anwesenheit Heinrichs IV. geführt. Dessen Resignation erfolgte, sehr zur Erleichterung der Synode, am 18. August (CU 37, 74 ff.). – Zum andauernden Widerstand des Konstanzer Klerus gegen den Elekten Karl, der nicht nur der Simonie, sondern auch des Diebstahls beschuldigt wurde, vgl. Lampert 1071 (SS rer. Germ. [1894] 129). – In der dem König abträglichen Darstellung Bertholds 1071 (SS 5, 275 = SS n. s. 14, 212 f.) = Bernold Const. 1071 (SS 5, 429 = SS n. s. 14, 400) ist abweichend von allen anderen Berichten von einer nichtöffentlichen Rückgabe der Pontifikalien im königlichen Gemach – non in concilio synodali, sed in camera sua – als Zeichen des besonderen Entgegenkommens Heinrichs IV. die Rede. – Nach seiner Resignation ist Karl in den Magdeburger Sprengel zurückgekehrt, wo er am 27. Dezember gestorben ist. Vgl. Lampert 1071 (SS rer. Germ. [1894] 133); kurze Erwähnung seines Todes bei Marian. Scott. 1093 [1071] (SS 5, 560). – Vgl. Hefele-Leclercq, Histoire des conciles24, 1277 f.; Giesebrecht 53, 230 f. mit 1127 Anm.; Meyer von Knonau, Jbb. 2, 78 ff.; Ladewig, Regesten d. Bischöfe von Constanz 493 ff.; Hauck, Kirchengeschichte Deutschlands 3-43, 740; Guttenberg, Regesten d. Bischöfe von Bamberg 417; Fleckenstein, Heinrich IV. und der deutsche Episkopat (1968) 230; R. Schieffer, Spirituales latrones, HJb 92 (1972) 50; Fleckenstein, Hofkapelle und Reichsepiskopat (1973) 128 und 131 f.; Rudolph, Erzbischof Siegfried von Mainz (1973) 54 ff.; Volkert-Zoepfl, Regesten d. Bischöfe von Augsburg nr. 318; Germ. Pont. 4, 98 f. no 146–149; einseitig nur der Konstanzer Partei Glauben schenkend Robinson, Die Arbeitsweise Bernolds von Konstanz, DA 34 (1978) 99 f.; Tellenbach, Westliche Kirche (1988) 148 mit Anm. 93; Maurer, Konstanzer Bischofskirche (Salier 2, 1991) 161 und 167 f.; ders., Konstanzer Bischöfe (Germania Sacra N. F. 42, 1 2003) 205 f.; Gresser, Synoden und Konzilien in der Zeit des Reformpapsttums (2006) 99 ff.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,2,3 n. 583, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1071-08-15_1_0_3_2_3_583_583
(Abgerufen am 25.02.2017).