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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,2,3

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Heinrich begeht das Pfingstfest. Durch Vermittlung Erzbischof Adalberts von Bremen nimmt er die Unterwerfung Ottos von Northeim, Magnus' Billung und anderer Verschwörer an.

Überlieferung/Literatur

Lampert 1071 (SS rer. Germ. [1894] 127); Ann. Altah. 1071 (SS rer. Germ. [1891] 81); Bruno, Bell. Saxon. c. 19 (MGH Dt. MA 2, 25); Gesta Halb. (SS 23, 96); die Unterwerfung Ottos von Northeim überliefern Berthold 1071 (SS 5, 275 = SS n. s. 14, 212); Bernold Const. 1071 (SS 5, 429 = SS n. s. 14, 399).

Kommentar

Nach Lampert von Hersfeld waren Fürsten für die Sicherheitsverwahrung der Verschwörer zuständig. Seinen Angaben zu 1073 (SS rer. Germ. [1894] 160 f.) zufolge wurde Magnus Billung in königlicher Haft auf der Harzburg gehalten, während der Aufenthaltsort des schon 1072 begnadigten Otto von Northeim, der zwar seine Eigengüter, nicht aber seine zahlreichen Reichslehen zurückerhielt (Ann. Altah. 1071 [SS rer. Germ. 1891, 81]), unbekannt ist. Vgl. hierzu zuletzt Becher, Auseinandersetzung, in: Vom Umbruch zur Erneuerung (2006) 372 f. – Zu den Beziehungen der Billunger zu Adalbert von Bremen Meyer von Knonau, Jbb. 2, 72 ff.; sowie Althoff, Billunger in der Salierzeit (Salier 1, 1991) 323 f. Nach Adam Brem. III, 60 (SS rer. Germ. [1917] 206) hat Erzbischof Adalbert die Güter, die er 1066 nach seiner Entlassung (vgl. Reg. 431) Magnus Billung überlassen mußte, aus dessen Besitz zurückerhalten. Vgl. May, Regesten d. Erzbischöfe von Bremen 323 und 329. – Die Nichterwähnung Hezilos von Hildesheim braucht nicht auf ein gespanntes Verhältnis zum Hofe schließen zu lassen; vgl. Goetting, Hildesheimer Bischöfe (Germania Sacra N. F. 20, 3 1984) 282. Nach Kleinen, Bischof und Reform (2004) 83 f. war Burchard von Halberstadt hierbei geradezu prädestiniert für die Übernahme einer Vermittlerrolle. Der aufwendige Besuch Halberstadts spricht gegen eine Abkühlung des Verhältnisses des Bischofs zu Heinrich IV. – Die St. Galler Fortsetzungen Hermanns von Reichenau 1071, f. 17r sehen in der Affäre um Otto von Northeim die prima radix discordie inter regem et Saxones; ähnlich Frutolf 1071: principalis discordię semen. Vgl. Becher, Auseinandersetzung, in: Vom Umbruch zur Erneuerung (2006) 378. – Adalbert von Bremen, der bereits 1069 am Hofe erschienen war (Meyer von Knonau, Jbb. 1, 630 Anm. 57), befand sich 1071 zweifellos auf dem Höhepunkt seiner Stellung, was Adam Brem. III, 59 (SS rer. Germ. [1917] 205) durch den Hinweis summam rerum, quod est vicedominatus, iam septies consul meruit unterstreicht. Daß die Erwähnung des Konsulats nicht auf bestimmte Jahre zu beziehen, sondern als klassische Reminiszenz (vgl. Cicero, Planc. c. 21; Orosius, hist. 5, 19, 3) zu deuten ist, unterstreicht Meyer von Knonau, Jbb. 2, 71 f. mit Anm. 61. – Vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 2, 69 f.; May, Regesten d. Erzbischöfe von Bremen 329; Lange, Grafen von Northeim, Niedersächs Jb. f. LG 33 (1961) 43; Leidinger, Westfalen im Investiturstreit, Westfälische Zeitschrift 119 (1969) 275 f.; Althoff, Billunger in der Salierzeit (Salier 1, 1991) 323; Schubert, Geschichte Niedersachsens 2/1 (1997) 293 f.; Borchert, Herzog Otto von Northeim (2005) 102; Becher, Auseinandersetzung, in: Vom Umbruch zur Erneuerung (2006) 372 f.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,2,3 n. 576, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1071-06-12_1_0_3_2_3_576_576
(Abgerufen am 30.05.2017).