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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,2,3

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Heinrich verleiht nach dem Rücktritt des Abtes Meginward die Abtei Reichenau gegen eine Geldzahlung dem Abt des Bamberger Michelsklosters, Rupert, der sich aber gegen den Widerstand des Vogtes (Hezil) dort nicht zu halten vermag.

Überlieferung/Literatur

Lampert 1071 (SS rer. Germ. [1894] 127 f.); Ann. Altah. 1071 (SS rer. Germ. [1891] 83 f.); Berthold 1070 (SS 5, 275 = SS n. s. 14, 211) und 1071 (SS 5, 276 = SS n. s. 14, 213), zusammengefaßt bei Bernold Const. 1070 (SS 5, 429 = SS n. s. 14, 399); St. Galler Fortsetzungen Hermanns von Reichenau 1070, f. 17r.

Kommentar

Zur Ernennung Meginwards vgl. Reg. 534. – Meginward war offenbar durch die Drangsalierungen seiner Lehnsleute sowie durch Forderungen Heinrichs IV. nach Vergabe von Klosterlehen an königliche milites wie etwa Liupold von Meersburg unter Druck geraten. Vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 2, 33; sowie Seibert, Geld, Gehorsam, Gerechtigkeit, Gebet (VuF 69, 2009) 288 und 292. – Den Rücktritt Meginwards überliefern Berthold und Bernold bereits zu 1070 (SS n. s. 14, 211 und 399); Lampert (SS rer. Germ. [1894] 127) und Ann. Altah. (SS rer. Germ. [1891] 83) zu 1071, letztere irrig unter dem Namen Sigibert. – Über den mißglückten Amtsantritt Ruperts berichtet am ausführlichsten Lampert, der von einer wohl übertrieben hohen Kaufsumme von 1000 Pfund Silber ausgeht und den Vogt Ruperts Amtsantritt verhindern läßt. Nach den Annales Altahenses betrug die gezahlte Summe 30 Pfund Gold, wobei auf Forderung der Mönche und Lehnsleute ein päpstliches Anathem erwirkt und der Amtsantritt verhindert worden sein soll. Ein pauschaler Kaufvorwurf und Bericht über Ruperts Exkommunikation bei Berthold und Bernold Const. – Zur Kritik Lamperts von Hersfeld an der durch Pfründenjagd und Geldgeschäft eingetretenen Verweltlichung des Mönchtums Struve, Hess. Jb. f. LG 20 (1970) 60 ff. – Rückblickend erwähnt Gregor VII., Reg. I, 82 (MGH Epp. sel. 2, 117 f.), Rupert sei von seinem Vorgänger, Papst Alexander II., gebannt worden, nachdem er erfahren hatte, daß jener zuvor eine andere Abtei (nämlich Michelsberg) aufgegeben und das Kloster Reichenau auf simonistische Weise, d.h. gegen eine Geldzahlung, erhalten habe. – Vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 2, 33 und 44 f. mit Anm. 10; Beyerle, Kultur d. Abtei Reichenau 1 (1925) 122; R. Schieffer, Spirituales latrones, HJb 92 (1972) 46 ff.; U. Schmitt, Villa regalis (1974) 57; Begrich, Reichenau, in: Frühe Klöster, die Benediktiner und Benediktinerinnen (Helvetia Sacra 3, 1 1986) 1077 f.; Seibert, Abtserhebungen (1995) 230, 281 f. und 293 ff.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,2,3 n. 566, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1071-03-00_2_0_3_2_3_566_566
(Abgerufen am 24.07.2017).