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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,2,3

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Heinrich bestätigt dem Kloster St. Maximin bei Trier, das er seiner Gemahlin, der Königin Bertha, übertragen hat, gemäß den Gebräuchen und Verfügungen seiner Vorgänger den Königsschutz, die besonderen Ehrenvorrechte des Abtes bei Hofe, sowie den zum Unterhalt der Brüder, Armen und Kranken bestimmten Besitz an genannten Orten nebst allem Zubehör und erstattet dem Kloster aufgrund der Intervention seiner Gemahlin Bertha den Hof Brechen (Prichina) zurück, den sein Vater, Kaiser Heinrich (III.), seinem Dienstmann Anselm durch Abt Theoderich als Lehen übertragen, später aber den Brüdern wieder zurückgegeben hatte. – Sigehardus canc. advicem Sigefridi archicanc.; Fälschung (um 1116) unter Benutzung von DH.III. 181; M.; SI. Si locis divino cultui mancipatis.

Originaldatierung:
(III idus iulii, in Triburia)

Überlieferung/Literatur

Angebl. Orig.: Ms. lat. 9266, Bibliothèque Nationale Paris (A). – Kop.: Chartular von St. Maximin (13. Jh.) f. 53 (56), Landeshauptarchiv Koblenz (C). – Drucke: Beyer, Mittelrhein. UB 1, 420 n° 364 aus C; MGH DD 6, 236 n° † 181. – Reg.: Mittelrhein. UB 2, 659 n° 405; Wauters, Table chronol. 1, 518; Breßlau, Westdeutsche Zeitschrift 5, 28 n° 49; Böhmer 1812; Stumpf 2694.

Kommentar

Nach Schwarzmaier, Salisches Hausarchiv (Salier 1, 1991) 107 f. darf angenommen werden, daß es ein D. Heinrichs IV. vom Sommer 1066 gegeben hat, das mit der Vergabung der Abtei St. Maximin zusammenhing. – Über die Fälschungen für St. Maximin in Trier grundlegend Kölzer, Urkundenfälschungen des Klosters St. Maximin (1989) 166 ff., demzufolge die Urkunde mit den DDO.I. † 442 und H.III. † 391 zusammengehört, die St. Maximin als Dotationsgut der jeweiligen Königin ausweisen (vgl. Breßlau, St. Maximin, Westdeutsche Zeitschrift 5 [1886] 42 ff.; Oppermann, Rheinische Urkundenstudien 2, 105 ff.; Wisplinghoff, Untersuchungen zur frühen Geschichte der Abtei S. Maximin bei Trier [1970] 151 ff.). – Zur Einreihung der Vorgängerurkunde Heinrichs IV. für Bertha (D. *495) vgl. Schwarzmaier, Salisches Hausarchiv (Salier 1, 1991) 108 Anm. 54. – Das Formular der Urkunde ist dem D. 158 oder dem danach gefälschten D. † 159 entnommen, die Corroboratio stimmt mit dem DH.III. † 391 überein, ebenso weitgehend auch der Kontext. Der Ausstellungsort nach dem Ort der Vermählung (vgl. Reg. 448). – Die Verfertigung der vom Inhalt her frei erfundenen Fälschung zielt auf den Erweis St. Maximins als dos der Königin und damit als Königskloster, dessen Leistungen allerdings gemindert und dessen Abt besondere Rechte am Hof (Gleichstellung mit dem Coronator der Könige und Königinnen) eingeräumt werden sollen, was sich gegen die von Trier seit Mitte des 11. Jh. vermittels seiner Primatsprivilegien erreichte Rangstellung richtet. – Ortsnamen: Prichina = Brechen sö. Limburg a.d. Lahn. – Vgl. Th. Mayer, Fürsten und Staat (1950) 162 ff.; Oppermann, Rheinische Urkundenstudien 2, 107 ff.; Wisplinghoff, Untersuchungen zur frühen Geschichte der Abtei S. Maximin bei Trier (1970) 62 ff. und 143 ff.; Kölzer, Zu den Fälschungen für St. Maximin in Trier, in: Fälschungen im MA 3 (1988) 319; ders., Urkundenfälschungen des Klosters St. Maximin (1989) 166 ff.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,2,3 n. 449, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1066-07-13_2_0_3_2_3_449_449
(Abgerufen am 18.10.2017).