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RI III Salisches Haus (1024-1125) - RI III,2,3

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Der von Heinrich zum Erzbischof von Trier ernannte Kölner Dompropst Konrad (Kuno von Pfullingen) wird auf dem Wege in seine Bischofsstadt vom Trierer Burggrafen und Stiftsvogt Dietrich in Bitburg gefangengenommen und nach zweiwöchiger Haft am 1. Juni auf der Burg Uerzig von einem Felsen aus zu Tode gestürzt und in Tholey begraben.

Überlieferung/Literatur

Ausführlicher, jedoch stark legendär gefärbter Bericht in der vor 1090 entstandenen V. et pass. Conradi c. 2 und 4 (SS 8, 215 ff.); sowie Lampert 1066 (SS rer. Germ. [1894] 102 f.); Ann. Altah. 1067 (SS rer. Germ. [1891] 73); Triumph. Remacli I, 17 (SS 11, 446); Ann. Weissenb. 1066 (SS rer. Germ. [1894] 53); Berthold 1066 (SS 5, 272 f. = SS n. s. 14, 201) = Bernold Const. 1066 (SS 5, 428 = SS n. s. 14, 395); Gesta Trev. c. 33 (SS 8, 174); Sigeb. Gembl. 1067 (SS 6, 361); bereits zu 1062 St. Galler Fortsetzungen Hermanns von Reichenau, f. 15v; kürzere Erwähnungen Adam Brem. III, 35 (SS rer. Germ. [1917] 177); Ann. S. Albani 1059 (SS 2, 244); Ann. August. 1066 (SS 3, 128); Ann. Laubiens., Cont. 1066 (SS 4, 20); Ann. Hild. 1059 (SS rer. Germ. [1878] 47); Ann. Brunw. 1066 (SS 16, 725).

Kommentar

Als Ursache für den Gewaltakt wird die Mißachtung des Wahlrechts der Trierer von Lampert, den Altaicher und den Hildesheimer Annalen und dem Triumphus Remacli angegeben. – Pfalzgraf Dietrich wird von Lampert, Berthold und Bernold, den Hildesheimer Annalen und dem Triumphus Remacli genannt. Zur Stellung des Pfalzgrafen vgl. Waitz, DVG 7, 45 f.; sowie Lexikon des MA 2, 1048 ff. [H. K. Schulze]. – Die zweiwöchige Haft auf der Burg Uerzig erwähnt allein die Vita et passio Conradi c. 2 und 4 (SS. 8, 216). – Das Datum des Martyriums überliefern lediglich Berthold und Bernold. – Nach den Gesta Trev., Cont. I c. 9 (SS 8, 182 f.) sollen die Trierer der angedrohten Rache Heinrichs IV. nur durch das Einwirken kluger Ratgeber entgangen sein, woraufhin Klerus und Volk Udo, einen Sohn des Grafen Eberhard von Nellenburg, zum Erzbischof wählten: Qua de causa rege valde commoto civitatemque Trebericam se desolaturum comminante, tandem Deo donante a sapientibus eius furore sedato, electione cleri et populi Uodo intronizatur episcopus. Vgl. Meyer von Knonau, Jbb. 1, 508 f. Die kanonische Wahl Udos erwähnen auch Lampert 1066 (SS rer. Germ. [1894] 103); Ann. Altah. 1067 (SS rer. Germ. [1891] 73); Berthold 1066 (SS 5, 273 = SS n. s. 14, 202). – Pfalzgraf Dietrich begab sich 1073 auf eine Bußwallfahrt nach Jerusalem, auf der er den Tod fand. Vgl. Berthold 1073 (SS 5, 275 f. = SS n. s. 14, 215 f.) = Bernold Const. 1073 (SS 5, 429 f. = SS n. s. 14, 401); nach Sigeb. Gembl. 1068 (SS 6, 362) soll Graf Dietrich die Wallfahrt nach Jerusalem nach einer von Heinrich IV. verhängten Verbannung unternommen haben. Kurzer Hinweis auf eine Jerusalemfahrt auch Ann. Hild. 1059 (SS rer. Germ. [1878] 47). – Vgl. Goerz, Mittelrhein. Regesten 1405; Meyer von Knonau, Jbb. 1, 503 ff.; Gladel, Trierische Erzbischöfe im Investiturstreit (1932) 1 ff.; K. Schulz, Ministerialität und Bürgertum in Trier (1968) 28 f.; Pauly, Geschichte des Bistums Trier 2 (1969) 68; Jenal, Erzbischof Anno II. von Köln 1, 46 ff.; Erkens, Trierer Kirchenprovinz, Blätter f. deutsche LG 125 (1989) 145 f.; Kaiser, "Mord im Dom", ZRG KA 110 (1993) 120, 123 f. und 128 ff.

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Empfohlene Zitierweise

RI III,2,3 n. 442, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1066-05-18_2_0_3_2_3_442_442
(Abgerufen am 27.03.2017).